Hasselbach (Vichtbach)

Hasselbach
Vichtbach

Hasselbachkaskade im NSG

Daten
Gewässerkennzahl DE: 282446
Lage Eifel

Deutschland

Flusssystem Rhein
Abfluss über Inde → Rur → Maas → Hollands Diep → Nordsee
Flussgebietseinheit Maas
Quelle bei Langschoß Gemeinde Simmerath
50° 39′ 49″ N, 6° 16′ 40″ O
Quellhöhe 560 m ü. NHN
Mündung Stolberg -Zweifall in den Vichtbach
Mündungshöhe 245,3 m ü. NHN
Höhenunterschied 314,7 m

Der Hasselbach ist ein Bach in der Nordeifel und entspringt auf dem Bergrücken des Langschoß, einer Erhebung der nördlichen Vennabdachung des Hohen Venns und fließt hinab in nördlicher Richtung. Dabei handelt es sich eigentlich um zwei Bäche gleichen Namens: zunächst ein südlicher Zulauf, teilweise als „vermoorter Bachlauf“ bezeichnet, aber mit der eigener Gewässerkennzahl „DE: 28244288“ registriert. Dieser entspringt in einem Feuchtgebiet westlich von Langschoß und ist ca. 2 km lang. Er entwässert aktuell an einer Staustufe in den Hasselbachgraben in Richtung Dreilägerbachtalsperre. Hier beginnt die Kilometrierung des eigentlichen Hasselbachs, der nach 7,98 km in Zweifall bei 245,3 NHN von rechts kommend in die Vicht mündet.[1]

Seine Zuflüsse sind (in der Reihenfolge des Verlaufs):

  • Solchbach, li
  • Krebsbach, re
  • Gieschbach, re
  • weitere namenlose Zuflüsse

Auf Grund der Hochwasserkatastrophe 2021 wurde bekannt, dass ein Stollen zur Ableitung von Hochwassermassen in die Wehebachtalsperre geplant ist. Bei Hochwasser soll künftig bis zu 12 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Hasselbach über einen fünf Kilometer langen Stollen zur Wehebachtalsperre umgeleitet werden.[2]

Hasselbachgraben

Der Hasselbachgraben[3] ist ein als Hanggraben gebauter Überleitungsgraben, der mit ca. 7 km Länge zur Trinkwassergewinnung die Bäche Gieschbach-Hasselbach mit der Dreilägerbachtalsperre verbindet. Er hat seinen Ursprung auf den Höhen westlich von Raffelsbrand und zieht hinab durch das nach ihm benannte Naturschutzgebiet Laubwald am Hasselbachgraben, wo er sich dann an einem Wehr nördlich des Simonsbrander Wegs mit dem oberen (Zulauf) und unteren Hasselbach (Hauptlauf) kreuzt. Während letzterer nördlich Richtung Zweifall weiterfließt, zieht der Hasselbachgraben Richtung Westen und mündet unweit des Vorbeckens in den östlichen Bereich der Dreilägertalsperre. Der Hasselbachgraben wurde ebenso wie der Schleebachgraben südlich der Dreilägertalsperre, der den Schleebach mit dem Dreilägerbach verbindet, nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1920 komplett in Handarbeit gebaut, um unter anderem den vielen Arbeitslosen in der damaligen Inflationszeit zu einem Einkommen zu verhelfen.[4]

Eisenwerke

Bis ins 19. Jahrhundert wurden im Vichttal mehrere Eisenwerke und Schleifmühlen betrieben, auch entlang des unteren Hasselbachs, darunter von 1847 bis 1866 das Altwerk mit seinem Heinrichstollen. Dieser liegt in den Schieferfelsen mit Konglomeraten des Unterdevon. Abgebaut wurde dort Eisenerz.[5]

Grenze

Trennte die Vicht die Besitzungen der Reichsabtei Kornelimünster (das so genannte Münsterländchen) vom Territorium der Grafen und späteren Herzöge von Jülich, so markierte der Hasselbach innerhalb des Jülicher Gebietes die Grenze zwischen dem Amt Montjoie (Monschau) und der Wehrmeisterei.[6]

Commons: Hasselbach (Vichtbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ELWAS-WEB - Wasserdaten NRW des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW (Hinweise)
  2. Ableitung des Hasselbachs bringt Sicherheit für Zweifall, Vicht und Innenstadt. Wichtiger Meilenstein für den Hochwasserschutz in Stolberg. Kupferstadt Stolberg, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  3. HeuGeVe e. V.: 8. Hasselbachgraben, in. Roetgener Blätter, Nr. 10 vom 10. Oktober 2018, S. 18–20
  4. TIM-online. 17. September 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  5. Erzstollen Zweifall, Auszug aus dem Geotopkataster des Landes Nordrhein-Westfalen auf gd.nrw.de
  6. Dieter Mätschke: Stolberger Wanderungen. Bd. 2: Im Naturpark Nordeifel, Meyer & Meyer Verlag, Aachen 1991, ISBN 3-89124-105-4, S. 36f.