Harzungen (Adelsgeschlecht)

Harzungen ist der Name eines in der Frühen Neuzeit ausgestorbenen thüringischen Adelsgeschlechts.

Geschichte

Das Geschlecht stammt aus Thüringen und gehörte zu den Vasallen der Grafen zu Stolberg. Stammsitz war ein Rittergut in der gleichnamigen Gemeinde Harzungen am Südrand des Harzes, auf dem die Familie schon im 13. Jahrhundert saß. 1272 bezeugte Helwicus von Harzungen eine Urkunde, die für das Frauenkloster Nikolausberg/Bischoferode ausgestellt wurde.[1] Derselbe war 1277 und 1279 Ratsherr in Nordhausen.[2] Henricus de Harzungen war 1298 consul in Nordhausen.[3] Im Nordhausener Rat folgten Heine/Heinrich von Harzungen (1328), Hellwig von Harzungen (1329), Heine/Heinrich von Harzungen (1332) und ein zweiter Hellwig von Harzungen (1330, 1333).[2]

Zu den bekanntesten Vertretern der Familie gehörte der o. g. erste Hellwig von Harzungen, der als Ratsmeister von Nordhausen 1329 im Straßenkampf von Eindringlingen und aufständischen Bürgern der Stadt getötet wurde.[4] Hanssen von Harzungen urkundete 1393 als Dienstherr des Ulrich Graf zu Honstein.[1]

Zuletzt saß die Familie in Neustadt unterm Hohnstein und in der Stadt Kelbra. 1464 verlieh Graf Heinrich zu Stolberg seinem Diener Henning von Berckau die Anwartschaft auf die Belehnung mit den Gütern der Familie von Harzungen im Fall deren Aussterbens in männlicher Linie.

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Tim Schäfer: Ist Harzungen der älteste Ort der Gemeinde Harztor? auf nnz-online.de, abgerufen am 9. Oktober 2025.
  2. a b Friedrich Christian Lesser: Historische Nachrichten von der ehemalig kaiserlichen des des heil. röm. Reichs freien Stadt Nordhausen, Nordhausen 1860, S. 198 ff. (Google Bücher).
  3. Hefner (1863), S. 114.
  4. Als Hohnstein in Nordhausen einfiel