Haruna-Klasse

Haruna-Klasse
Die Hiei im Juli 2006
Schiffsdaten
Land Japan Japan
Schiffsart Helikopter-Zerstörer
Bauzeitraum 1970 bis 1974
Stapellauf des Typschiffes 1. Februar 1972
Gebaute Einheiten 2
Dienstzeit 1973 bis 2011
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 153,1 m (Lüa)
Breite 17,5 m
Tiefgang (max.) 5,2 m
Verdrängung Standard: 5.029 t
Einsatz: 7.011 t
 
Besatzung 370
Maschinenanlage
Maschine 2 × Dampfkessel,
2 × Getriebeturbinensätze
Maschinen­leistung 60.000 PS (44.130 kW)
Höchst­geschwindigkeit 31 kn (57 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
Sensoren

Radar:

  • OPS-11
  • OPS-17
  • FCS-1

Sonar:

  • OQS-3

Die Haruna-Klasse war eine Klasse von zwei Helikopter-Zerstörern (DDH, japanisch ヘリコプター搭載護衛艦 herikoputā tōsai goeikan) der japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte (JMSDF), die von 1973 bis 2011 in Dienst stand.

Geschichte

In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre kam es zu einer Erneuerung bzw. Vergrößerung der japanischen Zerstörerwaffe durch die Indienststellung von acht Schiffen. Trotz beachtlicher U-Jagdkapazitäten dieser Einheiten waren sie nicht zum Einsatz von Hubschraubern befähigt. Daher wurden entsprechende Entwürfe erarbeitet und zwei Schiffe zwischen 1970 und 1974 gebaut. Sie wurden zumeist als Flaggschiffe der japanischen U-Jagdflottillen eingesetzt und auch zur Begleitung US-amerikanischer Flugzeugträger herangezogen. In den 1980er Jahren wurden beide Schiffe, vermutlich aufgrund der Erfahrungen der britischen Marine im Falklandkrieg, mit einer verstärkten Flugabwehr ausgerüstet. Nach über dreißig Dienstjahren wurden beide Einheiten 2009 bzw. 2011 durch Hubschrauberträger der Hyūga-Klasse ersetzt.

Einheiten

Kennung Name Werft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Außerdienststellung
DDH-141 Haruna
(はるな)
MHI, Nagasaki 19. März 1970 1. Februar 1972 22. Februar 1973 18. März 2009
DDH-142 Hiei
(ひえい)
IHI, Uraga 8. März 1972 13. August 1973 27. November 1974 16. März 2011

Technische Beschreibung

Rumpf und Antrieb

Der Rumpf eines Schiffes Haruna-Klasse war 153,1 Meter lang, 17,5 Meter breit und hatte bei einer maximalen Verdrängung von 7.011 Tonnen einen Tiefgang von 5,2 Metern. Die Decksaufbauten waren durch den großen Hubschrauberlandeplatz am Heck geprägt, der ein Drittel der Schiffslänge einnahm. Ein weiteres Drittel wurde durch das große Deckshaus beansprucht, dessen hintere Hälfte den Hubschrauberhangar beherbergte. Der Antrieb erfolgte durch zwei Dampfkessel und zwei Getriebeturbinensätze, mit einer Gesamtleistung von 60.000 PS (44.130 kW). Die Leistung wurde an zwei Wellen mit je einer Schraube abgegeben. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 31 Knoten (57 km/h).[1]

Bewaffnung

Neben den beiden separat aufgeführten Waffensystemen besteht die Bewaffnung aus zwei flugabwehrfähigen 127-mm-Geschützen in Kaliberlänge 54, einem Mk.16-Starter für acht RUR-5 ASROC-Anti-U-Boot-Raketen vor der Kommandobrücke und einem später eingerüsteten Mk.29-Starter für acht RIM-7 Sea Sparrow-Flugabwehrrakten auf dem Hangardach.[1] Des Weiteren gab es noch zwei Mk 36 SRBOC-Systeme mit je zwei sechsrohrigen Mk. 137-Täuschkörperwerfern zum Abfeuern von Düppel- und Infrarotraketen, ein geschlepptes AN/SLQ-25 Nixie-Torpedotäuschsystem und eine Reihe von Handfeuerwaffen.

Nahbereichsverteidigungssystem

Zur Nächstbereichsverteidigung dienen zwei in den 1980er Jahren eingerüstete radargesteuerte Maschinenkanonensysteme Phalanx Mk.15 auf dem Brückendach. Dieses System besteht aus einem Geschützturm mit einer 20-mm-Maschinenkanone des Typ M61 Vulcan und einem separaten Feuerleitradar. Es ist daher nicht auf die Feuerleitung durch die Gefechtsleitzentrale des Trägerschiffes angewiesen und benötigt von diesem nur Energie. Das System kann gegen anfliegende Flugkörper, Luftfahrzeuge und Seeziele eingesetzt werden.

Torpedorohre

Die Torpedorohr-Drillinge vom Typ HOS-301 befinden sich mittschiffs, sowohl an Backbord als auch an Steuerbord. Die verwendeten Mark-46-Torpedos werden mit Druckluft ausgestoßen. Dies geschieht je nach Einstellung mit 10–126 bar. Die Rohre des Werfers bestehen aus GFK, die Masse einer Einheit beträgt etwa eine Tonne.[2]

Bordhubschrauber

Zur Bekämpfung von U-Booten und für Verbindungsaufgaben konnten drei Hubschrauber vom Typ Mitsubishi HSS-2 mitgeführt werden, welche später durch drei Mitsubishi SH-60J ersetzt wurden.[1]

Besatzung

Die Besatzung hatte eine Stärke von 370 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften.

Siehe auch

Literatur

  • Robert Jackson: Zerstörer, Fregatten und Korvetten. Gondrom Verlag, Bindlach 2001, ISBN 978-3-8112-1873-4.
Commons: Haruna-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Haruna class Helicopter Destroyer. In: seaforces.org. Abgerufen am 15. November 2025 (englisch).
  2. Norman Friedman: The Naval Institute Guide to World Naval Weapons Systems. US Naval Institute Press, 2006, ISBN 1-55750-262-5, S. 262–263.