Harry Steinhauer

Harry Steinhauer (* 11. Juni 1905 in Krakau; † 12. Januar 2006 in Santa Barbara, Calif.)[1] war ein deutsch-kanadisch-US-amerikanischer Germanist und Hochschullehrer.[2]

Leben und Wirken

Harry Steinhauer kam bereits als kleines Kind mit seinen Eltern nach Kanada. Nach seinem Schulbesuch und der Reifeprüfung in Jarvis (Ontario) studierte er von 1923 bis 1928 Germanistik, Philosophie sowie Gotische und Angelsächsische Sprache an der University of Toronto. Seinen Bachelorgrad erwarb er dort 1927, den Magistergrad 1927. Seine Promotion zum Ph.D. erfolgte 1937 in Toronto bei Barker Fairley mit einer Dissertation über Gerhart Hauptmann. Von 1929 bis 1936 arbeitete er als Deutschlehrer bzw. Assistenzprofessor an der University of Saskatchewan. Von 1936 bis 1950 lehrte er als Professor für Germanistik und Romanistik an der University of Manitoba. Außerdem unterrichtete er von 1943 bis 1952 an der German Summer School am Middlebury College in Bristol. Von 1951 bis 1962 war er Professor am Antioch College in Ohio, bis 1964 an der Western Reserve University. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1971 war Steinhauer dann Professor an der University of California, Santa Barbara. Er starb dort im hohen Alter von 100 Jahren.

Harry Steinhauer veröffentlichte vor allem zahlreiche Übersetzungen von Literatur aus dem Deutschen sowie Lehr- und Übungsbücher für die deutsche Sprache. Im Jahre 1962 wurde ihm das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • An elementary German grammar. Ryerson Press, Toronto 1932.
  • (Hrsg.): Die deutsche Novelle 1880–1933. Norton, New York 1936.
  • (Hrsg., mit Felix Walter): Omnibus of French Literature. Macmillan, New York 1941 (u. spätere Auflagen).
  • The guilt of Emilia Galotti. In: Journal of English and Germanic philology, Bd. 48 (1949), S. 173–185.
  • (mit William K. Sundermeyer): Introduction to German. Macmillan, New York 1956.
  • (Hrsg., mit Ernst Feise): German literature since Goethe. Zwei Bände. Houghton Mifflin, Boston 1958/1959.
  • (Hrsg.): Deutsche Kultur. Ein Lesebuch. Oxford University Press, New York 1962 (2. Aufl. u.d.T.: Kulturlesebuch für Anfänger. Macmillan, New York 1967).
  • (Hrsg.): German stories. Bantam Books, New York 1964.
  • (Hrsg.): First German reader. Bantam Books, Toronto/New York 1964.
  • (Übers): Johann Wolfgang von Goethe / The sufferings of young Werther. Norton, New York 1970.
  • (mit Rosalind Konrad). Stilvolles Deutsch. Übungen im Schreiben und Sprechen. Prenctice Hall, Englewood Cliffs, N.J. 1970.
  • Read, write, speak German. Bantam Books, Toronto 1972.
  • (Hrsg. u. Übers.): Twelve German novellas. University of California Press, Berkeley 1977, ISBN 0-520-03002-8.
  • Heinrich von Kleists "Das Erdbeben in Chili". In: Gerhard Hoffmeister (Hrsg.): Goethezeit. Studien zur Erkenntnis und Rezeption Goethes und seiner Zeitgenossen. Festschrift für Stuart Atkins. Francke, Bern/München 1981, S. 281–300, ISBN 3-7720-1514-X.
  • (Hrsg. u. Übers.): Deutsche Erzählungen. A bilingual Anthology. University of California Press, Berkeley 1984, ISBN 0-520-05054-1.

Einzelnachweise

  1. In Memoriam Harry Steinhauer (1905-2006). In: University of California, Santa Barbara (abgerufen am 24. November 2025).
  2. Steinhauer, Harry. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 1803f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).