Harro von Have

Harro von Have (* 17. März 1957 in Hamburg) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Filmproduzent, der auf Film- und Medienrecht spezialisiert ist.[1] Er ist Mitgründer mehrerer auf die Filmbranche ausgerichteter Kanzleien[2][3] und als Dozent für Filmrecht tätig.[4]

Leben

Harro von Have wurde als Sohn des Hamburger Kaufmanns Heins von Have in eine hanseatisch geprägte Familie geboren.[1]

Er studierte zunächst Geschichte, Politik und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und anschließend Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin, wo er 1986 das zweite juristische Staatsexamen ablegte.

Beruflicher Werdegang

Im Jahr 1990 gründete von Have die auf Film- und Medienrecht spezialisierte Kanzlei Unverzagt von Have. Nach seinem Ausscheiden im Jahr 2019 gehörte er zu den Mitbegründern der Kanzlei Von Have Fey,[5] in der er seine anwaltliche Tätigkeit in einer überörtlichen Sozietät fortführt.[2][3]

Tätigkeit im Filmrecht

Von Have ist insbesondere im Bereich des Film- und Urheberrechts tätig. Er war an der rechtlichen Beratung und Finanzierung zahlreicher Filmproduktionen beteiligt, darunter Edward BergersIm Westen nichts Neues[1] (2022), der neun Oscar[6] - und sieben BAFTA-Nominierungen[7] erhielt, sowie Fatih AkınsAus dem Nichts“,[4] (2017) der mit einem Golden Globe Award ausgezeichnet wurde.[8]

Zu seinen Mandanten zählen Filmschaffende und Künstler wie Hape Kerkeling, Otto Waalkes, Fatih Akın, Edward Berger, Oliver Masucci, Klaus Maria Brandauer, Uli Edel und Oskar Roehler.[4] In einem öffentlich beachteten Verfahren vertrat er zudem den Geiger David Garrett.[9]

Seit 2016 lehrt von Have als Dozent für Filmrecht und Filmfinanzierung an der Hamburg Media School, deren Kuratorium er ebenfalls angehört.[4]

Er ist Autor und Mitautor mehrerer juristischer Fachpublikationen, darunter des Kommentars zum Filmförderungsgesetz (C.H. Beck Verlag, 2005)[10] und von Beiträgen zur Filmfinanzierung und Filmförderung im „Handbuch des Film-, Fernseh- und Videorechts“ (C.H. Beck Verlag, 2021).[3]

Produzententätigkeit

Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit ist von Have als Filmproduzent aktiv. Er wirkte bei zahlreichen Produktionen in rechtlicher Funktion sowie als Produzent mit.[11][3]

Zu seinen Produktionen gehören unter anderem:

Von Have ist Geschäftsführer der Honeybird Film GmbH & Co. KG, die Filme wie Samba in Mettmann (2004), Cheese (2007), Horst Schlämmer – Isch kandidiere! (2009), Ein Mann, ein Fjord! (2015) und Horst Schlämmer sucht das Glück (2025) sowie die Fernsehserie Club Las Piranjas produziert hat.[17]

Literatur

  • Harro von Have: Kommentar zum Filmförderungsgesetz, C.H. Beck Verlag, München 2005.
  • Harro von Have (u. a.): Beiträge zur Filmfinanzierung und Filmförderung, in: Handbuch des Film-, Fernseh- und Videorechts, C.H. Beck Verlag, 2021.

Einzelnachweise

  1. a b c Birgit Reuther: Film Hamburg: Der Hamburger, der Oscar-Gewinner möglich macht. 22. April 2023, abgerufen am 26. November 2025.
  2. a b Anika Krüger: Namenspartner von Unverzagt von Have gründet neue Kanzlei. In: juve.de. 27. Dezember 2019, abgerufen am 26. November 2025.
  3. a b c d Harro von Have. In: VON HAVE FEY Rechtsanwälte. Abgerufen am 26. November 2025.
  4. a b c d von Have, Harro. In: HMS. Abgerufen am 26. November 2025.
  5. Jochen Müller: Filmanwalt Harro von Have mit neuer Kanzlei. In: Blickpunkt:Film. Abgerufen am 26. November 2025.
  6. Noch besser als "Im Westen nichts Neues"? Der neue Film des Regisseurs Edward Berger wird von der Kritik gefeiert. In: Filmstarts. 9. September 2024, abgerufen am 26. November 2025.
  7. Edward Berger: »Konklave« mit den meisten Bafta-Awards-Nominierungen. In: Der Spiegel. 15. Januar 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. November 2025]).
  8. In The Fade. In: Golden Globes. Abgerufen am 26. November 2025 (amerikanisches Englisch).
  9. David Garrett gegen Ashley Youdan: So ticken die Anwälte. In: WELT. Abgerufen am 26. November 2025.
  10. Harro von Have: Filmförderungsgesetz. Kommentar. C.H. Beck, ISBN 978-3-406-52582-7 (kulturkaufhaus.de).
  11. a b Harro von Have. In: filmportal.de. Abgerufen am 26. November 2025.
  12. Bayerischer Rundfunk (Hrsg.): Bayerischer Filmpreis 2021: Feierliche Gala im BR Fernsehen: Auszeichnungen für Filme des BR / Publikumspreis von kinokino und BAYERN 1. 27. Juni 2022 (br.de [abgerufen am 26. November 2025]).
  13. 200. Fördersitzung der Filmstiftung NRW: Über 7 Mio. Euro für Kultur, Kunst und Kreative. In: Film und Medien Stiftung NRW. Abgerufen am 26. November 2025.
  14. Anna Bitter: Seneca. In: filmgalerie451.de. 28. Juni 2021, abgerufen am 26. November 2025.
  15. Bad Director. In: filmportal.de. Abgerufen am 26. November 2025.
  16. Aus dem Nichts. In: filmportal.de. Abgerufen am 26. November 2025.
  17. Vorwärts in die 90er! In: MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. 7. Januar 2022, abgerufen am 26. November 2025.