Harbia Al Himiary

Harbia Al Himiary (* 1987 in Saana) ist eine jemenitische Ingenieurin für Kulturerbe, welche für die Restaurierung kriegsbeschädigter historischer Bausubstanz in der Altstadt von Sanaa und anderen Städten Jemens bekannt wurde.[1] Im Jahr 2024 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen.[2]

Leben

Al Himiary wurde in Sanaa geboren, wo sie sich schon früh von der Architektur der Altstadt mit ihren kunstvollen Verzierungen faszinieren ließ.[3] Als Jugendliche begann sie zunächst ein Medizinstudium, wechselte jedoch nach zwei Wochen zu den Ingenieurwissenschaften.[3] Ihre Motivation zur Bewahrung des baulichen Erbe Sanas ist seit der Kindheit zentraler Antrieb ihres Werdegangs.[1]

Wirken

Al Himiary arbeitet im Rahmen einer von den Vereinten Nationen unterstützten Initiative an der Restaurierung historischer Gebäuden in der Altstadt von Sanaa sowie an weiteren Standorten im Land.[1] In ihrer Tätigkeit als Projektmitarbeiterin der Behörde für historische Städte in der Altstadt von Sanaa koordiniert sie Maßnahmen zur Instandsetzung dutzender Gebäude, die sowohl den Erhalt des Erbes als auch die Lebensqualität der Wohnbevölkerung verbessern.[1][2] Als erste Frau leitete sie im Rahmen des Unesco-Rehabilitationsprogramms ein Team vor Ort und durchbrach damit traditionelle Geschlechterbarrieren im Bausektor.[3] Die von ihr betreuten Projekte setzen auf lokale Ausbildung und Wissensweitergabe; Al Himiary hat die Bevölkerung in traditionellen Bauhandwerken geschult und insbesondere Mädchen für entsprechende Ausbildungswege gewonnen.[2] Begleitet wird die Bestandsaufnahme durch großangelegte Schadenskartierungen, bei denen die Unesco inzwischen Schäden an mehr als 16.000 Objekten erfasst hat.[2] Bereits zuvor hatte das Unesco-Programm im Rahmen von Cash for Work zahlreiche Gebäude in Sanaa, Schibam, Zabid und Aden instandgesetzt.[4] Für die Dokumentation und Vorbereitung von Eingriffen kommen je nach Sicherheitslage technische Hilfsmittel wie 3D-Bilder und – sofern genehmigt – Drohnen zum Einsatz.[3] Zugleich hebt die Unesco zur Stärkung von Resilienz und lokaler Fachkompetenzen die Schaffung von Erwerbsmöglichkeiten für junge Menschen im Umfeld der Kulturerbeprojekte hervor.[5]

Einzelnachweise

  1. a b c d The inspiring female engineer breathing new life into Yemen’s ancient capital. In: United Nations Office at Geneva. 30. Dezember 2024, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  2. a b c d BBC 100 Women 2024: Who is on the list this year? In: BBC News. 3. Dezember 2024, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  3. a b c d Yemen: The woman saving a crumbling heritage. In: Yemen Details (BBC-Reprint). 28. November 2021, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  4. Yemen: The woman saving a crumbling heritage. In: The Nation. 29. November 2021, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
  5. UNESCO mission to Sana’a, Yemen, to reinforce cultural heritage protection and advance quality education. In: UNESCO. 17. Mai 2023, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).