Hans Wolfgang Kölmel
Hans Wolfgang Kölmel (* 6. Juni 1944 in Forbach (Baden)) ist ein deutscher Neurologe.[1]
Leben
Kölmel, Sohn einer Krankenschwester und eines Arztes, wuchs zusammen mit seinen vier Brüdern in einem Dorf im Badischen auf. Abitur machte er am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium in Rastatt. Nach Abschluss des Medizinstudiums in Heidelberg, Göttingen und München arbeitete er als Assistenzarzt an der Klinik für Neurologie der Universität Heidelberg unter Heinz Gänshirt. Von dort folgte er Dieter Janz an die Neurologische Klinik des Klinikums Charlottenburg der Freien Universität.
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte waren die Liquordiagnostik und das visuelle System. Nach seiner Beförderung zum Oberarzt und der Habilitation, für die er 1982 mit dem Heinrich-Pette-Preis der Deutschen Neurologischen Gesellschaft ausgezeichnet wurde, erhielt er eine C2-Professur an der Neurologischen Klinik des Rudolf-Virchow-Klinikums der Freien Universität Berlin. Für ein Jahr, von 1988 bis 1989 war er mit der Leitung der neurologischen Klinik am Klinikum Charlottenburg als auch der neurologischen Klinik am Weddinger Rudolf-Virchow Klinikum der Freien Universität Berlin beauftragt.
Von 1991 bis 92 leitete Kölmel als kommissarischer Direktor die Neurologische Klinik an der Charité der Humboldt-Universität Berlin. Seine Erfahrung fasste er in dem Buch „Charité 91 – Schritte in eine neue Zeit“ zusammen. 1993 erhielt er den Ruf als C4-Professur an der Medizinischen Hochschule Erfurt, später Klinikum Erfurt, dessen Leitung er bis zu seiner Pensionierung 2009 innehatte. 2010 wurde ihm für seine Verdienste um die Deutsche Neurologie von der Deutschen Neurologischen Gesellschaft das Romberg-Glas verliehen.
In dem Roman „Ehrenkleid“ verarbeitete Kölmel das Schicksal seines Vaters, der 20 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs bis zu seinem Lebensende an einer schweren posttraumatischen Depression litt.
Kölmel ist verheiratet und hat vier Kinder.
Veröffentlichungen
- Atlas of Cerebrospinal Fluid Cells. Springer Verlag, Berlin 1977, ISBN 978-3-13-143161-5.
- Liquor-Zytologie. Springer Verlag, Berlin 1978, ISBN 978-3-540-08747-2.
- Visuelle Halluzinationen im hemianopen Feld bei homonymer Hemianopsie. Springer Verlag, Berlin 1984, ISBN 978-3-642-49314-0.
- Die homonymen Hemianopsien: Klinik und Pathophysiologie zentraler Sehstörungen. Springer Verlag, Berlin 1988, ISBN 978-3-540-18974-9.
- Charité 91 – Schritte in eine neue Zeit. Osburg Verlag, Hamburg 2019, ISBN 978-3-95510-199-2.
- Ehrenkleid. Roman. Osburg Verlag, Hamburg 2023, ISBN 978-3-95510-335-4.
Einzelnachweise
- ↑ Liquor cerebrospinalis. Website des Springer Verlags. Abgerufen am 23. Dezember 2014.