Hans Wilhelm Friedrich von Lattorf
Hans Wilhelm Friedrich von Lattorf (auch Lattorff) (geb. 16. Juni 1703 in Klieken; gest. 10. Oktober 1767 in Kläden) war ein preußischer Obergerichtsrat, Landrat und Landesdirektor.
Herkunft
Hans Wilhelm Friedrich von Lattorf war Angehöriger des anhaltischen Adelsgeschlechts Lattorff. Er war Sohn von Hans Ernst von Lattorf (1653–1709),[1][2] Erbherr auf Klieken und Groschwitz, und dessen Ehefrau Eva Margaretha (1666–1727), geb. von Graevenitz.
Leben
Von Lattorf erhielt seine erste Ausbildung von 1712 bis Ostern 1723 an der Ritterakademie in Dom Brandenburg. Im Anschluss begab er sich von 1719 bis 1723 für ein Studium an die Universität Wittenberg. Am 17. Februar 1728 wurde er zum altmärkischen Obergerichtsrat bestallt. Am 6. Januar 1730 wurde er zum adjungierten und Ende 1730 zum wirklichen Landrat des Arendseeischen Kreises ernannt. Im Jahr 1735 übernahm er in gleicher Funktion den Tangermündeschen und den Arneburgischen Kreis.
Im Jahr 1742 arbeitete von Lattorf ohne Bezahlung als ältester adliger Rat beim Obergericht. Während der Einrichtung des Steuerwesens in Schlesien wurde er am 27. Juli des Jahres zum Commissarius ernannt. Am 12. August 1742 wurde er auf sein Gesuch hin mit dem Charakter eines Geheimen Rats ausgezeichnet. Am 4. Februar 1744 folgte die Auszeichnung als kurmärkischer Kriegs- und Domänenrat. Der Versuch im Oktober 1751 das Amt als Präsident der Breslauer Oberamts-Regierung des kassierten Karl Friedrich von Benekendorff zu bekommen, war letztlich nicht von Erfolg beschieden.
Mitte des Jahres 1753 entschied sich von Lattorf während der Justizreform dazu, sein Amt als Landrat beizubehalten. Das Amt als Obergerichtsrat gab er jedoch auf, ein Angebot für den Posten als Obergerichtsdirektor soll er abgelehnt haben. Im Februar 1754 wurde er zum zweiten Landesdirektor der Altmark ernannt, 1762 wurde er erster Landesdirektor.
Persönliches
Von Lattorf besaß seit 1735 das Gut Demker sowie seit 1753 Klaeden. In den Jahren 1757/58 wurde er in französischer Gefangenschaft gehalten. 1767 ist er an den Folgen von Podagra verstorben.
Familie
Hans Wilhelm Friedrich von Lattorf war in erster Ehe seit Juni 1731 mit Sophie Charlotte Louise (1712–1733), geb. von Jeetze aus dem Hause Klaeden, verheiratet. Tochter Sophie Maria Charlotte (1733–1791) war Patronin von Schäplitz. Sie war die zweite Ehefrau des preußischen Generalleutnants Adam Friedrich von Jeetze (1689–1762). Im Januar 1736 vermählte er sich in zweiter Ehe mit Ursula Johanna, geb. von der Marwitz aus Friedersdorf.
Literatur
- Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15 (= Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85). K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 555 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Leben grosser Helden des gegenwärtigen Krieges, Band 9, von Carl Friedrich Pauli, Halle, 1764, bei Christoph Peter Franken in der Google-Buchsuche S. 154
- Geschichte einer altmärkischen Familie im Laufe der Zeiten von ihrem Anfange bis zur Gegenwart nach Urkunden und Familienpapieren, von Karl Friedrich von Klöden, Berlin, 1854 in der Google-Buchsuche S. 522 und S. 526
- Die Altmark Geschichte einer kurmärkischen Landschaft in der Frühneuzeit (Ende des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts), von Lieselott Enders, Berlin, 2016, BWV Berliner Wissenschafts-Verlag in der Google-Buchsuche S. 733; ISBN 978-3-8305-3699-4
- Deutsche Adelsgesellschaft (Hrsg.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 2. Berlin 1897, S. 395 (rsl.ru [abgerufen am 7. November 2025]).
Weblinks
- Hans Wilhelm Friedrich von Lattorff. In: worldhistory.de. Abgerufen am 6. November 2025.
- Untertanen zu Kläden, Kläger und Wiederbeklagte, gegen den Geheimrat Hans Wilhelm Friedrich von Lattorff wegen der Dienstleistungen und Fuhren. In: Landesarchiv Sachsen-Anhalt. 1752, abgerufen am 6. November 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Justus Perthes (Hrsg.): Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser – Deutscher Uradel 1922. Band 23. Gotha 1921, S. 486 (archive.org [abgerufen am 6. November 2025]).
- ↑ Justus Perthes (Hrsg.): Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser. Band 1. Gotha 1900, S. 540 (hhu.de [abgerufen am 7. November 2025]).