Hans Truckenbrodt

Hans Werner Joachim Truckenbrodt (* 4. Januar 1932 in Coburg; † 14. November 2024 in Garmisch-Partenkirchen) war bis zum 31. Oktober 1997 Chefarzt am Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen.[1]

Leben

Truckenbrodt wuchs in der Nähe von Coburg auf einem Bauernhof auf. Aus seiner 1961 geschlossenen Ehe mit seiner Frau Lisei gingen drei Kinder und vier Enkelkinder hervor.[2]

Nach dem Studium der Medizin absolvierte er eine Facharztausbildung in Pädiatrie. 1978 folgte Truckenbrodt, damals noch als Oberarzt für Intensiv- und Akutmedizin der Erlanger Universitäts-Kinderklinik tätig, dem Ruf der Rummelsberger Anstalten auf den Posten des Chefarztes des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendrheumatologie.[2] Er lehrte als außerplanmäßiger Professor an der Universität München, zuvor ab 1967 als Privatdozent in Erlangen.[3]

Truckenbrodt war Gründungs- und Ehrenmitglied der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) und Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Er hat sich um das Fach der Pädiatrischen Rheumatologie in Deutschland sehr verdient gemacht; und es ist ihm gelungen, dieses – in den 1980er-Jahren des 20. Jahrhunderts – noch junge Fachgebiet in pädiatrischen und rheumatologischen Kreisen bekannt zu machen und zu etablieren.[2] 1991 war er zusammen mit Joachim Oppermann Initiator und Gründungsherausgeber der ersten kinderrheumatologischen Zeitschrift in Deutschland.[4]

2003 erhielt Truckenbrodt das Bundesverdienstkreuz.[2]

Kurz vor seinem Tod trafen sich im Juni 2024 rund 80 ehemalige Patienten in Garmisch nochmals mit "Trucki", wie er liebevoll von seinen Patienten genannt wurde.[5]

Schriften (Auswahl)

  • mit Marianne Spamer, Renate Häfner: Physiotherapie in der Kinderrheumatologie: Das Garmischer Behandlungskonzept. Pflaum, München 2001. ISBN 978-3-79050-852-9
  • mit Renate Häfner: Geschichte der pädiatrischen Rheumatologie. In: Norbert Wagner, Günther Dannecker (Hrsg.): Pädiatrische Rheumatologie. Springer, Heidelberg 2007. ISBN 978-3-540-32815-5 (doi:10.1007/978-3-540-32815-5_1)

Literatur

  • Edith Trockenbrodt: Familiengeschichte der Druckenbrodt, Truckenbrodt und Trockenbrodt. Marktheidenfeld 1984. (ohne Paginierung, hier insb. Abschnitt 44)
  • Hans-Iko Huppertz, Wolfgang L. Gross: Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Hans Truckenbrodt. In: Zeitschrift für Rheumatologie, Band 63 (2004), S. 174. (doi:10.1007/s00393-004-0625-0)
  • Johannes-Peter Haas: Zum Tod von Herrn Prof. Dr. med. Hans Werner Joachim Truckenbrodt. In: Zeitschrift für Rheumatologie, Band 84 (2025), S. 164–165. (doi:10.1007/s00393-025-01630-2)

Einzelnachweise

  1. Deutscher Ärzteverlag GmbH, Redaktion Deutsches Ärzteblatt: PDF – Wechsel. Abgerufen am 1. Dezember 2025.
  2. a b c d Dank und Anerkennung – Hohe Ehre für Prof. Dr. Hans Truckenbrodt. 13. Januar 2012, abgerufen am 1. Dezember 2025.
  3. Hans Truckenbrodt. In: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender Online. degruyter.com, abgerufen am 2. Dezember 2025 (Begründet von Joseph Kürschner, ständig aktualisierte zugangsbeschränkte Onlineausgabe).
  4. Johannes-Peter Haas: Nachruf für Prof. Dr. med. habil. Joachim Oppermann. In: Arthritis und Rheuma, Band 39 (2019), S. 130–131. (doi:10.1055/a-0868-7387)
  5. Ein Kliniktreffen der ganz besonderen Art. 25. April 2025, abgerufen am 1. Dezember 2025.