Hans Schoellhorn

Hans Karl Schoellhorn (* 10. Februar 1892 in Winterthur; † 5. März 1982 ebenda) war ein Schweizer Maler, Zeichner und Illustrator.

Leben

Aufgewachsen in einer Familie mit vier Geschwistern, zu denen die Brüder Georg und Kurt und die Schwestern Hanna und Else gehörten, wurde er von seinem Vater Fritz Schoellhorn, der von 1889 bis 1933 Direktor der Brauerei Haldengut war, geprägt. Schoellhorn wollte bereits früh eine Kunstschule besuchen, jedoch verlangte sein Vater, dass er zunächst ein Studium als Grafiker am Technikum absolviere.[1]

Danach besuchte er 1911 die École des Beaux-Arts in Genf, wo er unter anderem von Eduard Ravel, Ferdinand Hodler und Gustave Beaumont unterrichtet wurde. In Genf lernte er auch seine spätere Frau Marguerite Roesch, genannt Maite, kennen, die er 1921 heiratete.[1]

Von 1912 bis 1915 setzte Schoellhorn seine Ausbildung an der Kunstakademie in München bei Hermann Groeber fort und besuchte zudem die Hochschule für Bildende Künste Dresden und die Kunsthochschule Leipzig. Er gehörte 1916 zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe Winterthur und blieb dort bis 1965 ein aktives Mitglied. Zwischen 1916 und 1919 lebte er in Genf, bevor er 1920 nach Paris zog, um seine Studien an der Académie de la Grande Chaumière fortzusetzen. 1923 zog es ihn nach Marseille, wo er zwei Jahre verbrachte, um seine Arbeiten weiterzuentwickeln. Danach pendelte er zwischen Genf und Winterthur, wo er ein Atelier in einem Glashaus von Le Corbusier unterhielt.[2]

Schon während seiner Zeit in München knüpfte Schoellhorn Kontakte zu verschiedenen Publikationen. Ab 1914 veröffentlichte er Illustrationen in der Zeitschrift Jugend. Diese frühen Erfahrungen legten den Grundstein für seine spätere Tätigkeit als Illustrator. In der Schweiz konnte er ab 1922 in der Satirezeitschrift Nebelspalter Fuss fassen, wo er bis 1929 regelmässig zeichnete. In der Zeitschrift Schweizer Spiegel erschienen wenige weitere Illustrationen.[2]

Besonders faszinierte ihn die Welt des Zirkus. Schon früh begleitete er Zirkusaufführungen und knüpfte enge Beziehungen zu der Familie Knie, was zu einer Vielzahl von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen führte. Seine Werke zeigten nicht nur die schillernde Seite des Zirkuslebens, sondern auch die alltäglichen Szenen hinter den Kulissen. Für seine enge Beziehung zur Zirkuswelt baute sich Schoellhorn sogar einen eigenen Wohnwagen, den er auf zahlreichen Tourneen mitnahm, um das Zirkusleben über mehrere Monate mitverfolgen zu können.[2]

In den 1930er Jahren liess er sich auf dem Wolfensberg bei Winterthur ein Wohnhaus mit Atelier bauen, das heute noch im Familienbesitz ist. Über die Jahre realisierte er auch Wandmalereien, etwa im Casa Rustica Castagnole und der Villa dei Cipressi in Italien sowie in verschiedenen Gebäuden der Haldengut-Brauerei in Winterthur.[3]

Während der 1920er Jahre war er zudem in den Berliner Filmstudios Ufa und Defu tätig, wo er Dekors entwarf. Auch Bühnenbilder für Fastnachts-Aufführungen in Winterthur, wie Mondnacht in Afrika und Im Urwald, entstanden in dieser Zeit. Als Illustrator war er zwar seltener aktiv, illustrierte jedoch 1927 das Buch Alois Pappenstiel von Richard Schneiter und 1956 Madame de... von Louise de Vilmorin.[2]

Privat war Schoellhorn ein Tierliebhaber. Er besass mehrere Esel und einen Pudel namens Mugi, der auf vielen seiner Zeichnungen auftaucht. Diese Liebe zur Natur und zu Tieren fand auch Ausdruck in seiner Kunst.[2]

Hans Schoellhorn starb am 5. März 1982 im Alter von 90 Jahren in Winterthur.[2]

Werk

Das Werk von Hans Schoellhorn umfasst neben Gemälden[4] und Aquarellen[5], die sich häufig um die Welt des Zirkus drehen, aber auch Eindrücke umfassen, die er auf Reisen gewonnen hat, Plakate[6], viele davon für den Zirkus Knie, aber auch für Ausstellungen, Firmen und Ausflugsziele, Zeichnungen und Skizzen.

Einzelnachweise

  1. a b Hans Schoellhorn. In: Winterthur Glossar. Abgerufen am 25. Oktober 2025.
  2. a b c d e f Hans Schoellhorn. 1892–1982. Biographie. Webpage bei cyranos.ch, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  3. Haus und Atelier Schoellhorn. In: Winterthur Glossar. Abgerufen am 25. Oktober 2025.
  4. Hans Schoellhorn. 1892–1982. Gemälde. Webpage bei cyranos.ch, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  5. Hans Schoellhorn. 1892–1982. Aquarelle. Webpage bei cyranos.ch, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  6. Hans Schoellhorn. 1892–1982. Plakate. Webpage bei cyranos.ch, abgerufen am 25. Oktober 2025.