Hans Otto von Gersdorff

Hans Otto Gustav von Gersdorff, eigentlich Hans von Gersdorff, (* 10. Januar 1864 in Bauchwitz; † 7. Oktober 1908 ebenda) war Rittergutsbesitzer und Mitglied des Deutschen Reichstags.

Leben

Hans von Gersdorff entstammte der uradeligen Familie von Gersdorff, derr Familienlinie Nieder-Rudelsdorf. Seine Eltern waren Hermann von Gersdorff und Marie von Reiche. Der Vater erhielt 1888 das Recht den Freiherrentitel zu tragen, was aber an die Gründung eines Familienfideikommiss gebunden war. Da dies wiederum nie gestiftet wurde wurde die Titelatur nicht vererbt. Der Vater betrieb das Gut Bauchwitz, war kgl. preuß. Rittmeister, Rechtsritter des Johanniterordens und Mitglied des Preußischen Herrenhauses.

Gersdorff besuchte das Gymnasium in Meseritz, die Klosterschule Roßleben und die Universität Berlin, wo er Rechtswissenschaften studierte. 1885 ist er in das 2. Garde-Ulanen-Regiment in Berlin eingetreten, war dann Offizier im Kürassier-Regiment Nr. 5 bis 1892, bis er die väterliche Besitzung übernahm. Danach war er Rittmeister der Reserve des Kürassier-Regiments Herzog Friedrich Eugen von Württemberg (Westpr.) Nr. 5. Weiter war er stellvertretender Vorsitzender des Kreisausschusses und Mitglied des engeren Ausschusses der Posener Landschaft. Gersdorff war Rechtsritter des Johanniterordens und Werkmeister der Posener Genossenschaft desselben.

Ab 29. November 1900 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Posen 3 (Meseritz, Bomst) und die Deutschkonservative Partei. Das Mandat endete mit seinem Tode.[1]

Familie

Hans von Gersdorff heiratete 1894 Henriette von Kalckreuth, Tochter der Alma von Zimmermann und des Gutsherrn Leonhard von Kalckreuth-Weißensee. Das Ehepaar hatte drei Söhne und mehrere Enkelkinder, der älteste Sohn Hermann von Gersdorff erbte Bauchwitz, der zweite Sohn Gerhard von Gersdorff erwarb mit Kirchen-Popowo ein Gut im Wartheland. Der jüngste Sohn Horst Wolfgang (Wolf) von Gersdorff wurde Jurist und Anwalt und hatte zeitweise mit Wiesenthal bei Zierke/Neustrelitz ein 230 ha-Gut, ging dann mit seiner Familie nach Chile, später nach Spanien. Wolf von Gersdorff war mit Renata Gräfin Yorck von Wartenburg-Kl. Oels verheiratet, der Schwester des Peter Graf Yorck von Wartenburg.

Genealogie

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der DAG. Teil A (Uradel). 1942. Jg. 41, Justus Perthes, Gotha 18. September 1941, S. 177–178. Siehe: FamilySearch.
  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1957. Band III, Band 15 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1957, S. 207–208.

Einzelnachweise

  1. Carl-Wilhelm Reibel: Handbuch der Reichstagswahlen 1890–1918. Bündnisse, Ergebnisse, Kandidaten. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 15, Halbband 1, Droste, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-7700-5284-4, S. 273–281.