Hans Jürg Lüthi

Hans Jürg Lüthi (* 30. August 1917 in Thun; † 15. Februar 1997 in Gerzensee BE) war ein Schweizer Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach der Matura-Prüfung 1936 in Bern studierte Hans Jürg Lüthi von 1936 bis 1943 Germanistik, Geschichte und Anglistik an der Universität Bern. 1943 legte der die Diplomprüfung für den höheren Schuldienst ab. Von 1943 bis 1964 war er als Gymnasiallehrer in Thun tätig und außerdem von 1946 bis 1953 Lehrer am dortigen Lehrerinnen-Seminar.

Seine Promotion bei Fritz Strich erfolgte 1949 an der Universität Bern. 1964 habilitierte er sich an dieser Universität und lehrte bis 1967 als Privatdozent, bis 1971 als außerordentlicher Professor und bis zum Eintritt in den Ruhestand 1987 als ordentlicher Professor für Neuere Deutsche Sprach und Literatur. Im Amtsjahr 1975/76 war Lüthi Rektor der Universität Bern. Seit 1937 diente Lüthe außerdem bei der Schweizer Armee, seit 1964 als Oberst und von 1971 bis 1982 als Artilleriechef einer Reduitbrigade.

Besondere Schwerpunkte der Veröffentlichungen von Hans Jürg Lüthi sind die Schriftsteller Joseph von Eichendorff, Hermann Hesse und Max Frisch.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Monographien

  • Das deutsche Hamletbild bei Goethe (= Sprache und Dichtung. Bd. 74). Haupt, Berlin 1951 (= Dissertation Universität Bern).
  • Dichter und Dichtung bei Joseph von Eichendorff. Francke, Bern 1966 (= Habilitationsschrift Universität Bern).
  • Hermann Hesse, Natur und Geist (= Sprache und Literatur. Bd. 61). Kohlhammer, Stuttgart 1970.
  • Schweizer Schriftsteller und die Schweiz. Rektoratsrede Universität Bern. Haupt, Bern 1975.
  • Max Frisch: "Du sollst dir kein Bildnis machen" (= UTB. Bd. 1085). Francke, München 1981, ISBN 3-7720-1700-2 (2. durchges. u. erw. Aufl. 1997, ISBN 3-8252-1085-5).
  • Der Taugenichts. Versuche über Gestaltungen und Umgestaltungen einer poetischen Figur in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Francke, Tübingen 1993, ISBN 3-7720-1949-8.

Aufsätze

  • Schillers Idee der Freiheit. In: Schweizer Monatshefte. Bd. 43 (1963), S. 449–459.
  • Joseph von Eichendorff und Goethe. In: Aurora. Jahrbuch der Eichendorff-Gesellschaft. Bd. 27 (1967), S. 15–25.
  • Klingsor in Montagnola. Zu einer Erzählung von Hermann Hesse. In: Maria Bindschedler (Hrsg.): Geschichte, Deutung, Kritik. Literaturwissenschaftliche Beiträge dargebracht zum 65. Geburtstag Werner Kohlschmidts. Francke, Bern 1969, S. 231–245.
  • Joseph von Eichendorff und das Tragische. In: Aurora. Jahrbuch der Eichendorff-Gesellschaft. Bd. 30/31 (1970/71), S. 7–22.
  • Humanismus und Humanität in Hermann Hesses "Glasperlenspiel". In: Victor Ravizza (Hrsg.): Festschrift Arnold Geering zum siebzigsten Geburtstag. Haupt, Bern 1972, ISBN 3-258-02078-7, S. 9–32.
  • Joseph von Eichendorff und die Aufklärung. In: Aurora. Jahrbuch der Eichendorff-Gesellschaft. Bd. 35 (1975), S. 7–20.
  • Max Frisch. In: Werner Kohlschmidt (Hrsg.): Bürgerlichkeit und Unbürgerlichkeit in der Literatur der Deutschen Schweiz. Francke, Bern 1978, ISBN 3-7720-1417-8, S. 177–196.
  • "Der Steppenwolf". Ein Roman der Katharsis. In: Herman Gevaert (Hrsg.): Hermann Hesse - über alle Grenzen hinweg. Vereniging Vlaamse Leerkrachten. Antwerpen 1987, S. 114–133.
  • Heinrich von Kleists Penthesilea-Tragödie. In: Stefan Kunze, Hans Jürg Lüthi (Hrsg.): Auseinandersetzung mit Othmar Schoeck. Atlantis Musikbuch-Verlag, Zürich 1987, ISBN 3-254-00140-0, S. 80–91.
  • Eichendorffs Heimat. In: Aurora. Jahrbuch der Eichendorff-Gesellschaft. Bd. 50 (1990/1991), S. 145–165.

Einzelnachweise

  1. Hanns Peter Holl: Lüthi, Hans Jürg. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800–1850. Bd. 2. De Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-015485-4, S. 1022f. (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).