Hans Hermann Richter
Hans Hermann Richter (* 29. Januar 1944 in Militsch) ist ein deutscher Keramiker, Maler und Grafiker.
Leben und Werk
Die Familie Richters kam in der Folge des Zweiten Weltkriegs aus Oberschlesien in die Sowjetische Besatzungszone.
Richter absolvierte in Bottendorf die Grundschule und erwarb 1962 in Roßleben an der Goethe-Schule, der heutigen Klosterschule Roßleben, das Abitur. 1962/1963 absolvierte er in Sangerhausen eine Lehre als Möbeltischler. Von 1964 bis 1966 studierte er an der Fachschule für Spielzeug Sonneberg und von 1966 bis 1971 bei Gerhard Lichtenfeld an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein.
Nach dem Diplom als Baukeramiker ging er nach Halberstadt, wo er mit Kollegen Werkstätten für Kunsthandwerk gründete und als freiberuflicher Keramiker arbeitete. Er erhielt u. a. Aufträge für Arbeiten im öffentlichen Raum. So schuf er mit Johann Peter Hinz 1976 für die Festung Heldrungen ein Thomas-Müntzer-Denkmal und später mit der Keramikerin Anna Elisabeth Weihe (* 1955) für Wohnhöfe im Neubau-Wohngebiet Magdeburg-Neu Olvenstedt die Hauszeichen „Waldhof“ und „Rosenhof“, die auf der X. Kunstausstellung der DDR gezeigt wurden.
Ab 1973 wendete Richter sich zunehmend der Malerei und Grafik zu. Von 1978 bis 1981 war er Meisterschüler bei Willi Sitte.
1979 bezog er mit seiner Familie ein geräumiges Gehöft in Huy-Neinstedt, wo er noch heute ansässig ist, außerdem seit 1995 auch in Bottendorf.
Richter war von 1972 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er hatte im In- und Ausland eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1977 bis 1988 an der VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden. Auf der VIII. Ausstellung fand sein Gemälde Stillleben mit Geige (1976, Öl, 110 × 125 cm) besondere Beachtung.
Richter hat eine 1967 geborene Tochter und einen 1978 geborenen Sohn.
Rezeption
„Es geht im Werk Hans-Hermann Richters um Linie und Fläche, um die Anordnung der Dinge in der Fläche, es geht um Farben.“
Cornelie Becker-Lamers[1]
Weitere Werkbeispiele
- Studie zu einem Bildnis (1976)[2]
- Geschwister II (1978, Öl, 100 × 130 cm)[3]
- Am Arbeitsplatz (1980, Öl, 97 × 126 cm; Kulturhistorisches Museum Magdeburg)
- Stillleben aus Huy-Neinstedt (1981, Öl, 125 × 125 cm; auf der IX. Kunstausstellung der DDR; Kulturhistorisches Museum Magdeburg)
- Werkhalle (1982, Öl, 155 X 170 cm; auf der IX. Kunstausstellung der DDR)[4]
- Stillleben 87 (1987, Öl, 135 × 200 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR)
Ausstellung seit der deutschen Wiedervereinigung
- 2015: Halle/Saale, Kunstverein Talstraße („50 von 100. Wege des BURG-Jahrgangs 1965“)
Literatur
- Landeskünstlerkatalog Sachsen-Anhalt. 1994, S. 392
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 765
- Hans-Hermann Richter. Hrsg.: Barheine-Beirat, Halberstadt, 2014; ISBN 978-3-98108-188-6 (Bildband)
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Richter HH: Dr. Cornelie Becker-Lamers, M.A.
- ↑ Richter, Hans-Hermann: Studie zu einem Bildnis. 1976, abgerufen am 29. November 2025.
- ↑ Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 10/1978, S. 496
- ↑ Hans; Richter Reinecke: Werkhalle. 1982, abgerufen am 29. November 2025.