Hans Frick (Landrat)
Hans Frick (* 31. Mai 1911 in Pirmasens; † 3. Mai 1945) war ein deutscher Verwaltungsjurist. Er amtierte von 1943 bis 1945 als Landrat in Miesbach.
Leben
Frick war das älteste von drei Kindern des späteren NSDAP-Politikers und Reichsinnenministers Wilhelm Frick und dessen Ehefrau Elisabetha Emilie, geborene Nagel.
Nach dem Schulbesuch studierte Frick Rechtswissenschaften. Er schloss seine Ausbildung 1934 mit der Promotion zum Dr. jur. mit einer von August Köhler betreuten Arbeit über den Besserungsgedanken im Wandel der Zeit an der Universität Erlangen ab.
Zum 1. April 1930 war er in die NSDAP (Mitgliedsnummer 218.233)[1] und 1937 in den Verwaltungsdienst Bayerns eingetreten, nachdem er am 12. Februar 1937 die juristische große Staatsprüfung abgelegt hatte. 1939 wurde er nach Prag zum Reichsprotektor in Böhmen und Mähren versetzt. Im November 1941 wurde Frick zum Gebietskommissar in Kriwoj Rog ernannt. In dieser Funktion veranlasste er u. a. die Errichtung eines jüdischen Gettos in Stepanovka. Ende 1942 gab er das Amt des Gebietskommissars in andere Hände. Er wurde am 28. Dezember 1942 kommissarisch als Landrat eingesetzt und am 1. April 1943 amtlich zum Landrat des Landkreises Miesbach ernannt.[2] Als solcher verübte er gemeinsam mit seiner Familie kurz vor Kriegsende 1945 Suizid.
Schriften
- Der Besserungsgedanke im Wandel der Zeit, Düren 1934. (Dissertation)
Literatur
- Taschenbuch für Verwaltungsbeamte, 1943, S. 485.
- Bert Hoppe (Hrsg.): Die Verfolgung und Ermordung europäischer Juden [...], Bd. 8 Sowjetunion mit annektierten Gebieten II: Generalkommissariat Weißruthenien, Gruyter, 2016, S. 244.
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-II/258228
- ↑ Eintrag im Verwaltungshandbuch Bavarikon