Hans Engel (Jurist)
Hans Engel (* 22. Dezember 1935 in Kamen) ist ein deutscher Verwaltungsjurist und ehemaliger Ministerialbeamter.
Leben
Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in Freiburg und Münster und dem zweiten juristischen Staatsexamen trat Engel 1967 in den Dienst der allgemeinen inneren Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Er war Dezernent bei der Bezirksregierung Münster und danach in der Ministerialverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen tätig. Als Referatsleiter bearbeitete er den Aufbau der neuen Gesamthochschulen und der Fernuniversität Hagen im Ministerium für Wissenschaft und Forschung unter der Leitung von Minister Johannes Rau (SPD) und Staatssekretär Herbert Schnoor (SPD)[1]. Ab 1975 arbeitete er im Innenministerium in Düsseldorf und wurde dort als Ministerialdirigent Leiter der Abteilung I („Verfassung, Datenschutz, Ausländer- und Asylangelegenheiten“). Zugleich war er auch Landeswahlleiter[2] und Mitglied (sowie stellvertretender Vorsitzender) der Wahlkreiskommission für den Deutschen Bundestag.[3]
1989 war er Begleiter und Berater des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Schnoor (SPD) bei einer Reise in die jesidischen Dörfer des Tur Abdin.[4]
Engel arbeitete ehrenamtlich im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und war Mitglied des Bundesvorstands.[5] 2006 hielt er die Gedenkansprache zur Einweihung der Kriegsgräberstätte Moldau, dem deutschen Soldatenfriedhof in Chișinău, der Hauptstadt der Republik Moldau, der für 30.000 gefallene deutsche Soldaten vorgesehen ist.[6][7]
Zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst wurde ihm 2000 eine Festschrift gewidmet. In ihr schildern Weggefährten insbesondere seine Arbeit im Aufgabenbereich der Ausländer- und Asylpolitik.[8]
Er veröffentlichte in Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger Walter Gensior zahlreiche Schriften zu den Wahlen auf Bundes- und Landesebene.
Orden und Ehrenzeichen
Publikationen
- Gensior, Walter: Leitfaden für die Vorbereitung und Durchführung der Kommunalwahlen im Lande Nordrhein-Westfalen 1984 / unter Mitw. von Hans Engel. Köln : Deutscher Gemeindeverlag 1984, ISBN 978-3-555-30240-9
- Leitfaden für die Vorbereitung und Durchführung der Landtagswahl 1985 im Lande Nordrhein-Westfalen. Bearb. Von Walter Gensior unter Mitw. von Hans Engel. Köln : Deutscher Gemeindeverlag 1985, ISBN 978-3-555-30254-6
- Gensior, Walter [Bearb.]: Landeswahlgesetz und Landeswahlordnung Nordrhein-Westfalen. Bearb. von Walter Gensior. Unter Mitw. von Hans Engel. Köln [u. a.] :Deutscher Gemeindeverlag 1985. ISBN 978-3-555-30255-3, 32 Seiten
- Leitfaden für die Vorbereitung und Durchführung der Kommunalwahlen im Lande Nordrhein-Westfalen. Bearb. von Walter Gensior unter Mitw. von Hans Engel. Köln [u. a.] : Deutscher Gemeindeverlag 1989, ISBN 978-3-555-30293-5
Literatur
- Der Herr schafft Gerechtigkeit und Recht. Festschrift für Hans Engel, hrsg. von Jörn-Erik Gutheil. Foedus-Verlag, Wuppertal 2000. ISBN 3-932735-49-8.
- „Siegen ist zu seinem Glück gezwungen worden“. Interview mit Hans Engel in: Die Gründung und die Gründer: ein Rückblick auf die Universität Siegen 1972 - 1980. (S. 83 ff.). Hrsg. von der Universität Siegen. Universi Universitätsverlag Siegen 2012. ISBN 978-3-936533-44-6
Einzelnachweise
- ↑ Die Aufbauphase im Wissenschaftsministerium beschreibt Ulrich Heinemann in der politischen Biographie: Johannes Rau - Der Besondere (Münster 2024), S. 125 ff. Ebenso zur Fernuniversität der frühere Gründungsrektor Professor Otto Peters in seinen Veröffentlichungen.
- ↑ Landtag intern vom 6. Juni 1990, S. 7, und vom 11. April 2000, S. 5
- ↑ Johann Hahlen: Zur Wahlkreiseinteilung im wiedervereinigten Deutschland. In: Festschrift für Hans Engel. S. 163–184. Siehe auch Unterrichtung durch die Bundesregierung vom 13. Februar 1996 (BT-Drs. 13/3804) und vom 20. Januar 2000 (BT-Drs. 14/2597)
- ↑ Herbert Schnoor: "Unvergessen" in: Festschrift für Hans Engel. S. 59–67.
- ↑ Hans-Otto Weber in: Festschrift für Hans Engel. S. 69–74.
- ↑ Letzte Ruhe in Chisinau: Volksbund weiht deutschen Soldatenfriedhof in der Republik Moldau ein: 20. Mai 2006. In: presseportal.de. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., 16. Mai 2006, abgerufen am 8. Dezember 2025 (Pressemitteilung).
- ↑ Ansgar Graw: Späte letzte Ruhe. In: Die Welt. 9. August 2006, abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Siehe oben bei Literatur