Hans-Wilhelm Renkhoff

Hans-Wilhelm Renkhoff (* 19. Januar 1927 in Düsseldorf; † 9. März 2011 in Marktheidenfeld) war ein deutscher Unternehmer. Gemeinsam mit Karl-Friedrich Wagner und Hans-Wilhelm Bach hat er 1955 die Firma Warema gegründet.[1] Daneben hat er sich auch gesellschaftlich stark engagiert, z. B. im Rationalisierungskuratorium der Deutschen Wirtschaft, im Wirtschaftsbeirat der Union[2], bei der Sparkasse Main-Spessart, im Marketing-Club Mainfranken, für den Universitätsbund Würzburg sowie für die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt.[3]

Werdegang

Hans-Wilhelm Renkhoff absolvierte zunächst eine Ausbildung als technischer Zeichner. Es folgte der Kriegseinsatz. Nach einer Verwundung kam er ins Lazarett. Er geriet in Gefangenschaft und wurde für anschließende Aufräumdienste verpflichtet. 1945 kam er frei und begann eine Lehre als Maurer[4]. Er arbeitete sich bis in die Geschäftsführung hoch. Mit 28 Jahren gab er den Job als Geschäftsführer in einem westdeutschen Unternehmen auf und entschloss sich 1955 in die Selbständigkeit zu wechseln.[3]

Gemeinsam mit Karl-Friedrich Wagner gründete er 1955 den Sonnenschutzhersteller Warema in einem ehemaligen Pferdestall in Marktheidenfeld. Nach dem Unfalltod seines Geschäftspartners im Jahr 1958 führte er das Unternehmen als alleiniger Geschäftsführer weiter und entwickelte es zum europäischen Marktführer für technischen Sonnenschutz. Zum Jahresende 1998 zog er sich aus dem operativen Geschäft zurück und war bis 2007 Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens. Die Unternehmensführung ging 1998 an eine seiner vier Töchter, Angelique Renkhoff-Mücke, über.[5]

Engagement

1995 rief er zugunsten der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt eine nach ihm benannte Stiftung ins Leben. Die Stiftung fördert Wissenschaft, Forschung und Entwicklung wie auch die praxisnahe und mittelstandsbezogene Ausbildung von Ingenieuren und Betriebswirten. Es werden beispielsweise Stipendien finanziert, aber auch Projekte der Jugend- und Altenhilfe, oder der Gleichberechtigung unterstützt.[6]

Er engagierte sich stark bei den lokalen Vereinen: dem TV Marktheidenfeld, dem Bayerischen Roten Kreuz, dem Tennis-Club Marktheidenfeld und dem Jägerverband.[2] Vom TV Marktheidenfeld wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.[7] Ebenso war er dem Bürgermeister immer ein Berater gewesen. Renkhoff engagierte sich außerdem in verschiedenen Gremien der IHK.[7] Des Weiteren unterstützte er die örtliche Sozialeinrichtung Lebenshilfe.[2] Hier war er auch lange Zeit Stellvertreter des Vorsitzenden gewesen.[7]

Ehrungen

Einzelnachweise

  1. Martin Hogger: Warema und Marktheidenfeld: Wie beide miteinander groß wurden. Main-Post, 26. Februar 2020, abgerufen am 14. Dezember 2025.
  2. a b c Er lebte mit einem weiten Horizont. Main-Echo, 21. März 2011, abgerufen am 27. Januar 2021.
  3. a b Renkhoff: Ein Unternehmer der ersten Stunde. Main-Post, 11. März 2011, abgerufen am 25. November 2018.
  4. Sozialer Vordenker mit Herz und scharfem Verstand. Main-Post, 18. Januar 2007, abgerufen am 25. November 2018.
  5. Anja Müller: Angelique Renkhoff-Mücke: Die Schatten-Springerin, wiwo.de, 17. Januar 2018: „Zwar waren die Mitarbeiter glücklich, dass mit Angelique eine der vier Töchter aus der Familie die Nachfolge des damals – 1998 – erkrankten Gründers antrat.“
  6. Hans-Wilhelm Renkhoff-Stiftung. Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt, abgerufen am 14. Dezember 2025.
  7. a b c d Renkhoff gestorben: Vaterfigur, Freund und Förderer. Main-Post, 11. März 2011, abgerufen am 25. November 2018.
  8. Ehrungen der Stadt Marktheidenfeld seit 1948. Stadt Marktheidenfeld, abgerufen am 21. Dezember 2025.