Hans-Peter Lehmann

Hans-Peter Lehmann (* 15. Dezember 1934 in Kassel; † 5. Februar 2025[1]) war ein deutscher Regisseur und Intendant. Ab 1980 war er Intendant am Niedersächsischen Staatstheater Hannover.

Leben

Hans-Peter Lehmann wurde als Sohn des Bildhauers Kurt Lehmann[3] und der Kunsthistorikerin Hedwig Lehmann, geborene Nöldeke, geboren. Er war evangelisch und legte 1955 an der Waldorfschule Hannover das Abitur ab, studierte danach von 1955 bis 1957 Musik an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold, ab 1956 Staatliche Hochschule für Musik, und schloss daran von 1957 bis 1958 ein Studium der Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin an.

Nach seinem Studium wurde Lehmann zunächst Regie-Assistent von Carl Ebert und Gustav Rudolf Sellner an der Deutschen Oper Berlin und assistierte zwischen 1960 und 1973 Wieland und Wolfgang Wagner bei den Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen. Von 1963 bis 1976 folgten Engagements als Oberspielleiter in Ulm, Mainz, Freiburg im Breisgau und Nürnberg. 1970 inszenierte er den Tannhäuser von Richard Wagner an der Bayerischen Staatsoper München, 1974 in Nürnberg Die Soldaten von Bernd Alois Zimmermann.[4]

Von 1976 bis 1980 war Lehmann Operndirektor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden tätig, von 1980 bis 2001 übernahm er die Opernintendanz an der Staatsoper Hannover. Neben seinen festen Engagements inszenierte Lehmann außerdem an den Opernhäusern von Essen, Frankfurt am Main, Stuttgart, Basel, Breslau, Brüssel, Amsterdam, Mailand, Paris, Chicago, Venedig und Zürich. Zudem war er Regisseur beim 1962 aufgenommenen Live-Mitschnitt von Otello (Eurovision) und beim 1979 veröffentlichten Film Rienzi (ZDF).[5]

Lehmann hatte eine Professur an der Hochschule für Musik und Theater Hannover inne. Er war engagiert im Kuratorium der Bürgerstiftung Hannover.

Lehmann war ab 1964 mit der Sängerin Erika-Maria Lehmann, geborene Küchle, verheiratet. Aus der Ehe gingen die zwei Söhne Markus und Matthias hervor. Im Februar 2025 starb Hans-Peter Lehmann im Alter von 90 Jahren.

Auszeichnungen

  • 2002: Ehrenmitgliedschaft der Niedersächsischen Staatstheaters Hannover
  • 2007: Sonderpreis des Praetorius Musikpreises

Literatur

  • Lehmann, Hans-Peter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 748.
  • Sabine Sonntag: Danach trachtet mein Sinn. Die Ära Hans-Peter Lehmann an der Staatsoper Hannover 1980 bis 2001. Mit einer Würdigung von Hanjo Kesting. Niedersächsische Staatstheater, Hannover 2001.
  • Horst Seeger: Opern-Lexikon, 3., erweiterte Auflage, erweiterte Neuausgabe (Lizenzausgabe des Henschelverlages Kunst und Gesellschaft, Berlin. - Ausgabe für die Bundesrepublik Deutschland, Berlin (West), Österreich u.d. Schweiz), Wilhelmshaven: Noetzel, Heinrichshofen-Bücher, 1987, ISBN 3-7959-0271-1
  • Roger Cericius: Hans-Peter Lehmann, in: 100 hannoversche Köpfe, hrsg. von Tigo Zeyen und Anne Weber-Ploemacher, mit Fotos von Joachim Giesel, Hameln: CW Niemeyer Buchverlage, 2006, ISBN 978-3-8271-9251-6 und ISBN 3-8271-9251-X, S. 118f.
  • Riemann Musiklexikon, Erg.-Bd. 2 (1975), S. 35
  • Birte Vogel: Hans-Peter Lehmann. In: Hannover persönlich. Seewind Verlag, Wennigsen 2011, ISBN 978-3-9814559-0-8, S. 122–138
Commons: Hans-Peter Lehmann (director) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Nachruf Professor Hans-Peter Lehmann. Staatsoper Hannover, abgerufen am 9. Februar 2025.
  2. Roger Cericius: Hans-Peter Lehmann, in: 100 hannoversche Köpfe, hrsg. von Tigo Zeyen und Anne Weber-Ploemacher, mit Fotos von Joachim Giesel, Hameln: CW Niemeyer Buchverlage, 2006, ISBN 978-3-8271-9251-6 und ISBN 3-8271-9251-X, S. 118f.
  3. Vergleiche die Angaben unter der GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek
  4. Wulf Konold: Bernd Alois Zimmermann. Der Komponist und sein Werk. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1742-5, Tafel 52.
  5. Vgl. auch www.imdb.com.