Hans-Gert von Sluyterman-Böninger

Hans-Gert von Sluyterman-Böninger (* 2. September 1927 in Duisburg; † 10. April 2013 in Bernau am Chiemsee) war ein deutscher Unternehmer.

Leben

Seine bürgerlichen Vorfahren aus der Nähe vom westfälischen Selm sind 1498 im Schatzungsregister des Stifts Münster ersterwähnt. Sein Urgoßvater, Gutsbesitzer im Kreis Minden und kgl. preuß. Premier-Leutnant Johann Cyprian Sluyterman (Sluytermann v. Langeweyde), erhielt 1880 nach seinem älteren Bruder Bernhard (1860) zu Berlin die preußische Adelsanerkennung. Beide vereint mit ihrer Schwester Constance eine Verbindung mit einem adeligen Ehepartner. Der Großvater wurde preußischer Generalleutnant und erhielt vom Herolds-Amt 1880 die Genehmigung zur Namensänderung als Max von Sluyterman-Böninger,[1] im Bezug auf den Nachnamen seiner Ehefrau.

Hans-Gert von Sluyterman-Böninger war der Sohn des Fabrikbesitzers und Geschäft-Mitinhabers[2] Hans-Bernhard von Sluyterman-Böninger (* 1896; † 1948) und der Katharina Böninger (* 1898; † 1985), Tochter der gleichnamigen Käthy Böninger und des Kommerzienrates und Juristen Walther Böninger. Seine Schwester Eva-Helene wurde Graphikerin und lebte unvermählt auf dem Familienhof in Bernau am Chiemsee.[3]

Er selbst betrieb die Arnold Böninger GmbH & Co. bzw. die Arnold Böninger Tabakfabrik GmbH & Co. in Duisburg, die sich vor allem dem Tabakhandel widmete.[4] Das Familienunternehmen war aus einer von Peter Böninger im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts gegründeten Kolonialwarenhandlung hervorgegangen.[5] Bis 1973 stellte das Unternehmen in Duisburg noch Rauchtabak und Stumpen her.[6] Doch bereits seit den 1950er Jahren richtete Sluyterman-Böninger seine Geschäftstätigkeit immer mehr auf den Tabakimport und -handel aus, u. a. unter dem Namen Tobacco Company Inc. Lancaster Henderson.[7] Er war Vorstand des Verbandes der deutschen Rauchtabakindustrie.

Bereits 1954 hatte Hans-Gert von Sluyterman-Böninger in Duisburg Evamarie Probst geheiratet, geboren in Mexico-City und Tochter des Brauereidirektors Wolfgang Probst und der Magdalena Frühholz. Evamaria und Hans-Gert haben die Tochter Eva-Beatrix und den Sohn Hans-Bernhard.

Auf dem Anwesen der Familie Böninger an der Düsseldorfer Straße in Duisburg wurde das Wilhelm Lehmbruck Museum errichtet. In Hochfeld wurde der Böninger Park nach der Familie benannt.[4]

Hans-Gert von Sluyterman-Böninger war Hauptmann der Reserve, Träger des Bundesverdienstkreuzes[8] und wie sein Vater Mitglied des Johanniterordens, hier zuletzt als Rechtsritter.

Er starb auf „Gut Lambelhof“ in der Ortslage Kraimoos in Bernau am Chiemsee.[8]

Genealogie

Einzelnachweise

  1. Deutsche Digitale Bibliothek: Archivale: Sluyterman-Langeweyde, Max von (Generalleutnant z.D., früher Kommandant von Altona, Hamburg, Wandsbek, geb. 1846, gest. 25.09.1905 Berlin), In: Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg: 731-8_A 768 Sluyterman-Langeweyde, Max von.
  2. Gesamt-Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem nach dem Stande vom 10. Märt 1931. Eigenverlag, Berlin 1931, S. 324.
  3. Funke-Medien-Essen/Trauer in NRW: Eva-Helene von Sluyterman-Böninger * 14.07.1930; † 09.08.2020 in Bernau.
  4. a b Thomas Becker: Mit Tabak zu Reichtum und Ruhm. (Memento vom 30. November 2016 im Internet Archive) In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 11. Juli 2008.
  5. Walter Ring: Johann Gerhard Böninger, Conrad Arnold Böninger und Carl Böninger. In: Aloys Bömer, Johannes Bauermann (Hrsg.): Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsbiographien. Band 2, Aschendorff, Münster 1974, ISBN 3-402-05581-3, S. 180–197. (Nachdruck der Erstausgabe 1934/1937)
  6. Ausführliche Firmengeschichte in der Bestandsbeschreibung des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchivs, S. 6.
  7. Die männliche Note. In: Der Spiegel. Ausgabe 4/1962.
  8. a b Frankfurter Allgemeine Zeitung. Traueranzeige vom 13. April 2013, Nr. 86, S. 10.