Hans-Dieter Drewitz
Hans-Dieter Drewitz (* 11. Januar 1949 in Berlin-Zehlendorf) ist ein deutscher Jurist und ehemaliger Fußballfunktionär. Bekannt wurde er insbesondere als Gestalter der deutschen Medienlandschaft im öffentlichen Dienst sowie als Funktionär des Amateur- und Jugendfußballs, unter anderem als Präsident des Südwestdeutschen Fußballverband und des Fußball-Regional-Verbands Südwest sowie als Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bunds.[1]
Leben und Beruf
Hans-Dieter Drewitz wuchs in Haßloch auf, wohin seine Familie zog, als er elf Jahre alt war.[2] Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Mannheim und promovierte anschließend dort.[3] Beruflich war er nach einer kurzen Zeit als Richter am Amts- und Landgericht Kaiserslautern als leitender Ministerialrat in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz tätig[4] und war dabei langjähriger Abteilungsleiter im Bereich Medien. Zu seinen wichtigsten beruflichen Leistungen zählen die Beteiligung am Kabelpilotprojekt Ludwigshafen, das zur Gründung der Anstalt für Kabelkommunikation (AKK) und zur Förderung des privaten Rundfunks in Deutschland führte, sowie die Mitgestaltung des Rundfunkstaatsvertrags. Seit 1992 war er Vorsitzender der Rundfunkreferenten der Länder. Nach der Wiedervereinigung war Drewitz entscheidend am Aufbau des Rundfunks in den neuen Bundesländern beteiligt. Außerdem trug er zur Gründung des deutsch-französischen Kulturkanals ARTE und zur Neubildung des Südwestrundfunks 1997 bei. Ein weiterer Schwerpunkt seines Wirkens war der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag von 2002, durch den das Jugendschutzrecht in Abstimmung mit dem Bund neu geregelt wurde.[5]
Sportliche Laufbahn
Drewitz engagierte sich seit den 1960er Jahren ehrenamtlich im Fußball, unter anderem als Schiedsrichter und Jugendtrainer beim Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV). 1988 wurde er dort Vizepräsident und übernahm 2010 das Präsidentenamt von Georg Adolf Schnarr, das er bis 2024 innehatte. Von 2006 bis 2021 war er außerdem Präsident des Fußball-Regional-Verbands Südwest. Im Deutschen Fußball-Bund (DFB) war er ab 1983 in verschiedenen Gremien aktiv, darunter von 1998 bis 2007 als Vorsitzender des Jugendausschusses und von 2007 bis 2019 als Vizepräsident mit Schwerpunkt Jugendfußball. Drewitz setzte sich auf allen Ebenen besonders für die Förderung des Jugend- und Amateurfußballs ein.[6]
Auszeichnungen
Für seine Verdienste um die Entwicklung des Rundfunkstaatsvertrags und sein Engagement im Amateur- und Jugendfußball wurde Drewitz mehrfach geehrt. Er erhielt 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande.[7] Außerdem wurden ihm die Silberne und Goldene Ehrennadel des DFB (1992, 2004) sowie die Verbandsehrennadel des SWFV in Silber und Gold (1999, 2019) verliehen. Nach seinem Rückzug vom aktiven Präsidentenamt wurde er zum Ehrenpräsidenten des Südwestdeutschen Fußballverbandes ernannt. Seit 2024 ist er außerdem Ehrenpräsident des Fußball-Regional-Verbands Südwest.[8] Der 45. Ordentliche Bundestag in Frankfurt am Main ernannte Drewitz 2025 zum Ehrenmitglied.[9]
Hans-Dieter Drewitz lebt in Haßloch und ist weiterhin eng mit dem örtlichen Fußball verbunden.
Einzelnachweise
- ↑ Großer Präsident des Südwestdeutschen Fußballverbandes: Dr. Hans-Dieter Drewitz verlässt die Bühne. Abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ Dr. Hans-Dieter Drewitz mit Sportehrennadel geehrt. Abgerufen am 14. September 2025.
- ↑ Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 14. September 2025.
- ↑ Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, Personal und Vorlesungsverzeichnis, Frühjahr/Sommer 1994. Abgerufen am 14. September 2025.
- ↑ Medien und Fußball. Abgerufen am 14. September 2025.
- ↑ Großer Präsident des Südwestdeutschen Fußballverbandes: Dr. Hans-Dieter Drewitz verlässt die Bühne. Abgerufen am 14. September 2025.
- ↑ Medien und Fußball. Abgerufen am 14. September 2025.
- ↑ Präsidium des Fußball-Regional-Verbands Südwest. Abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ DFB ernennt Drewitz zum Ehrenmitglied. Abgerufen am 10. Januar 2026.