Hans-Christian Jasch

Hans-Christian Jasch (* 1973) ist ein deutscher Jurist und Rechtshistoriker mit Schwerpunkt NS-Forschung.

Leben

Jasch promovierte 2009 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Studie Die Regelung des Rassenwahns, die 2012 unter dem Titel Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik. Der Mythos von der sauberen Verwaltung im Oldenbourg Verlag publiziert wurde. Seine Charakterisierung der Rolle von Staatssekretär Stuckart als williger Beamter mit Eigeninitiative, der maßgeblich am Entwurf der NS-Rassegesetze beteiligt war, fand positive Rezeption.[1] Nach langjähriger Berufstätigkeit im höheren Dienst beim Bundesministerium des Innern, von wo er zwischen 2007 und 2011 an die Europäische Kommission entsandt war, wirkte er von 2014 bis 2019 als Direktor der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Danach kehrte er wieder als Regierungsdirektor ans Bundesinnenministerium zurück. Er ist Autor und Mitherausgeber von Veröffentlichungen zur Verwaltungsgeschichte im Dritten Reich.[2]

Publikationen (Auswahl)

  • Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik. Der Mythos von der sauberen Verwaltung. Oldenbourg. München 2012. ISBN 978-3-486-70313-9 (Zugl.: Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 2009 unter dem Titel Die Regelung des Rassenwahns).
  • Rhoda Erdmann (1870–1935). Leben und Karriere einer frühen Krebsforscherin zwischen internationaler Anerkennung und nationaler Marginalisierung. be.bra wissenschaft verlag. Berlin 2016. ISBN 978-3-95410-206-8.
  • (Hrsg. zusammen mit Christoph Kreutzmüller im Auftrag der Bildungs- und Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz) Die Teilnehmer – die Männer der Wannsee-Konferenz. Metropol-Verlag. Berlin 2017. ISBN 978-3-86331-306-7.
  • (Hrsg. zusammen mit Magnus Brechtken, Christoph Kreutzmüller und Niels Weise) Die Nürnberger Gesetze – 80 Jahre danach. Vorgeschichte, Entstehung, Auswirkungen. Wallstein-Verlag. Göttingen 2017. ISBN 978-3-8353-3149-5

Einzelnachweise

  1. Rezension von Charlotte Jahnz in Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. August 2012.
  2. Hans-Christian Jasch bei Zeitgeschichte-online.