Handelsdiplom


Das Handelsdiplom ist ein Bildungsabschluss in der Schweiz.

Das Handelsdiplom kann mit einer kaufmännischen Lehre erworben werden, oder mit einem Lehrgang als Ergänzung zu einer anderen Berufsausbildung. [1]

Das Handelsdiplom ist kein eidgenössischer Abschluss und auch kein Lehrabschluss. Das Handelsdiplom hat jedoch in der Arbeitswelt meist den gleichen Stellenwert wie eine kaufmännische Grundausbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis.[2]

Allgemein anerkannte Handelsdiplome in der Schweiz sind:

  • Handelsdiplom VSH
  • Handelsdiplom kv edupool
  • Diplôme de commerce GEC

Anbieter und Ausbildungsorte dieser Ausbildung sind zum Beispiel (Stand 2026):[3][4][5]

  • Wirtschaftsschule KV in Winterthur
  • kv pro in Basel und Münchenstein
  • MPA Berufs- und Handelsschule in Buchs
  • Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs Sargans BZBS in Buchs
  • SWS Schulen für Wirtschaft und Sprachen in Winterthur und Luzern
  • Minerva in Basel, Baden, Aarau, Bern und Lausanne
  • KV Business School in Zürich
  • Didac Schulen in Bern
  • NOSS Schulzentrum in Spiez
  • BWK Berufliche Weiterbildungskurse in Burgdorf
  • Benedict-Schulen Schweiz in St. Gallen, Zürich, Bern, Luzern und Genf
  • NSH Handelsschule in Basel
  • Feusi Bildungszentrum in Soloturn, Bern und Thun
  • BVS St. Gallen in St. Gallen
  • HSO Wirtschafts- und Informatikschule (diverse Stadorte)
  • HKV Aarau in Aarau
  • SEITZ Handelsschule und Kaderschule in Luzern
  • Centre de Formation et Placement in Corcelles
  • Collège Pierre Viret in Lausanne
  • Ecole Alphalif in Lausanne
  • Ecole Blanc Léman in Montreux
  • Ecole Lemania in Lausanne
  • Ecole Prévôtoise in Moutier

Die Anbieter sind meist organisiert im Verband Schweizerischer Handelsschulen oder im Kaufmännischer Verband Schweiz (edupool).

Forschungsstand und Quellenlage

Die historische Untersuchung des Handelsdiploms in der Schweiz stützt sich auf die Auswertung kantonaler Bildungsreglemente, amtlicher Dokumente, universitärer Forschung sowie digitalisierter Periodika. [6]

Dabei zeigt sich, dass kaufmännische Diplomabschlüsse an Handelsschulen in der Schweiz spätestens seit dem frühen 20. Jahrhundert institutionell belegt sind. [7]

Ein früher wissenschaftlicher Hinweis auf den Begriff «Handelsdiplom» findet sich im Zusammenhang mit der Handelsschule Zürich-Enge um das Jahr 1903, wo von einem «eidgenössisch anerkannten Handelsdiplom» gesprochen wird. [8]

In digitalisierten Primärquellen ist der Begriff «Handelsdiplom» spätestens ab dem Jahr 1935 mehrfach eindeutig belegt, insbesondere in Bildungs- und Schulanzeigen. [9]

Als offizieller Titel eines Prüfungsreglements ist der Begriff «Handelsdiplom» spätestens 1939 dokumentiert, etwa im «Reglement für die Handelsdiplom-Prüfung» im Kanton Zug. [10]

Amtliche Statistiken des Bundes ordnen das Handelsdiplom im 20. Jahrhundert der schulischen kaufmännischen Grundbildung zu und weisen auf dessen zeitweise eidgenössische Anerkennung hin. [11]

Gleichzeitig hält das Bundesamt für Statistik fest, dass das Handelsdiplom im Zuge der Reformen der beruflichen Grundbildung schrittweise durch das eidgenössische Fähigkeitszeugnis ersetzt wurde. [12]

Die Forschungslage zeigt zudem, dass eine vollständige Bestimmung des frühesten Erstnachweises des Begriffs aufgrund der nur teilweise digitalisierten kantonalen Amtsdruckschriften, Schulprogramme und Zeitungsarchive derzeit nicht abschliessend möglich ist. [13]

Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Handelsdiplom in der Schweiz seit über einem Jahrhundert als schulischer kaufmännischer Abschluss existiert, wobei Bezeichnung, rechtlicher Status und institutionelle Einbettung historisch und kantonal variierten. [14]

Einzelnachweise

  1. Was ist das Handelsdiplom? Abgerufen am 6. August 2025.
  2. Handelsdiplom: Was sind die wichtigsten Nachteile? Abgerufen am 6. August 2025.
  3. Handelsdiplom Info. Abgerufen am 10. Januar 2026.
  4. Handelsdiplom SEITZ. Abgerufen am 10. Januar 2026.
  5. Membres. Abgerufen am 10. Januar 2026.
  6. Universität Zürich, Bildungsgeschichte Schweiz – Entwicklung der Schulstrukturen Kanton Zug, Quellen- und Reglementnachweise, S. 22–24, https://www.bildungsgeschichte.uzh.ch/static/prod/bg_files/biz_ZG_KX1.pdf
  7. Kantonsschule Kollegium Schwyz, Jahresbericht 2020/2021, Zeitleiste zur Handelsschule (ab 1900), S. 9, https://kks.ch/wp-content/uploads/2021/10/jahresbericht-2020-2021.pdf
  8. Stoffler, A., Es ist überall Erdbebenzeit (Dissertation), S. 17, https://smsla.ch/wp-content/uploads/2024/04/2006_Stoffler_Dissertation_Es-ist-ueberall-Erdbebenzeit.pdf
  9. Schweizerischer Lehrerinnenverein, Bd. 39 (1934–1935), S. 134, https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=sle-001%3A1935%3A39%3A%3A134
  10. Universität Zürich, Bildungsgeschichte Schweiz – Entwicklung der Schulstrukturen Kanton Zug, Reglementnachweis 1939, S. 24, https://www.bildungsgeschichte.uzh.ch/static/prod/bg_files/biz_ZG_KX1.pdf
  11. Bundesamt für Statistik (BFS), Bildungsabschlüsse, S. 8, https://www.bfs.admin.ch/bfsstatic/dam/assets/349011/master
  12. Bundesamt für Statistik (BFS), Bildungsabschlüsse, S. 8, https://www.bfs.admin.ch/bfsstatic/dam/assets/349011/master
  13. ETH-Bibliothek, Portal e-periodica (Bestandsbeschreibung und Digitalisierungsschwerpunkte), https://www.e-periodica.ch/
  14. Bundesamt für Statistik (BFS), Bildungsabschlüsse, S. 8; Universität Zürich, Bildungsgeschichte Schweiz – Entwicklung der Schulstrukturen Kanton Zug, S. 22–24, https://www.bfs.admin.ch/bfsstatic/dam/assets/349011/master; https://www.bildungsgeschichte.uzh.ch/static/prod/bg_files/biz_ZG_KX1.pdf