Hall-Sturmvogel
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Hall-Sturmvogel (Macronectes halli) | ||||||||||
| Systematik | ||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||
| Macronectes halli | ||||||||||
| Mathews, 1912 |
Der Hall-Sturmvogel (Macronectes halli), auch Nördlicher Riesensturmvogel genannt, ist ein großer grau-brauner[1] Vogel in der Gattung der Riesensturmvögel mit einer zirkumpolaren Verbreitung im Südlichen Ozean.
Von Seeleuten werden sie als „Stinker“ bezeichnet, da sie wie viele Vertreter der Röhrennasen, bei Gefahr stark stinkendes Magenöl auf die Bedrohung speien.[1]
Aussehen und Merkmale
Das Gefieder der Altvögel hat eine grau-braune Grundschattierung, weist aber an Hals, Kopf und Kehle eine hellere silbrig braun- graue Färbung auf.[1][2] Jungvögel sind durchgehend dunkel gefärbt (rußschwarz bis dunkelbraun) und werden mit zunehmendem Alter heller, bis sie die Färbung der Altvögel haben.[2] Während die Iris der Jungvögel dunkel ist, ist sie bei Altvögeln heller, fast weiß.[2] Der Schnabel ist gelblich pink und die Schnabelspitze rot.[1][2]
Die Vögel haben eine Flügelspannweite von 150 bis 210 Zentimeter.[3][2] Die Körpergröße (Schnabelspitze bis Ende Schwanzfedern) beträgt 80 bis 95 Zentimeter.[3][2] Männchen wiegen 4,15 bis 5,80 Kilogramm; Weibchen mit 3,05 bis 4,50 Kilogramm etwas weniger.[3]
Es gibt keine komplett weiße Morphe wie bei den Südlichen Riesensturmvögeln.[3] Da Hall-Sturmvögel den Südlichen Riesensturmvögeln im Aussehen stark ähneln und sich ihre Verbreitung überschneidet, ist die Farbe der Schnabelspitze ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: in Hall-Sturmvögeln ist sie rot, in Südlichen Riesensturmvögeln grün.[1][2][4][5]
Nahrung
Die Nahrung besteht bei Männchen vor allem aus Kadavern von Robben, Pinguinen, Albatros-Küken und anderen Sturmvögeln. Dagegen fangen Weibchen ihre Beute vor allem auf See und fressen Krill und Tintenfische.[3] Mittlerweile weiß man, dass sie auch Artgenossen töten und Kannibalismus betreiben.[4]
Außerdem greifen sie auch junge, kranke oder verletzte Pinguine und Robben an.[1]
Fortpflanzung
Hallsturmvögel sind monogam und bilden langfristige Paarbindungen. Sie brüten in kleinen lockeren Kolonien auf subantarktischen Inseln meist nahe am Meer. Niedrige Nester werden am Boden aus Gras, Zweigen und anderem Pflanzenmaterial gebaut.[2] Sie legen immer nur ein Ei und die Brutzeit beträgt circa 57 bis 62 Tage.[2][3] Jungtiere werden nach 106 bis 120 Tagen flügge.[2][3] Die Tiere sind nach vier bis sieben Jahren geschlechtsreif. Weibchen und Männchen bauen das Nest, bebrüten die Eier (mit Schichten die bis zu 17 Tage dauern können), und füttern das Jungtier.[2]
Verbreitung und Lebensraum
Der Hall-Sturmvogel hat eine zirkumpolaren Verbreitung im Südlichen Ozean zwischen 25° und 45° Südlicher Breite.[2] Gebrütet wird in lockeren Kolonien auf wenigen subantarktischen Inseln: Südgeorgien, Prinz-Edward, Marion, Crozet, Kerguelen, Macquarie, Chatham, Auckland, Antipodes und Campbell.[6] Die Tiere können auf ihren Wanderungen aber auch viel weiter im Norden angetroffen werden; Sichtungen aus Namibia, Zentral-Chile, und São Paulo, Brasilien sind bekannt.[2]
Weblinks
- Hallsturmvogel (Macronectes halli) auf eBird.org
- Macronectes halli in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2012. Abgerufen am 17. November 2012.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Klemens Pütz, Christine Reinke-Kunze: Tierwelt der Antarktis und Subantarktis. 1. Auflage. Antarctic Research Trust, Forch 2009, ISBN 978-3-03301791-7.
- ↑ a b c d e f g h i j k l m The complete guide to Antarctic wildlife: birds and marine mammals of the Antarctic continent and the Southern Ocean. 2. ed Auflage. Princeton Univ. Press, Princeton, NJ 2008, ISBN 978-0-691-13666-0.
- ↑ a b c d e f g Carles Carboneras, Francesc Jutglar, Guy M. Kirwan: Northern Giant-Petrel (Macronectes halli), version 1.0. In: Birds of the World. 2020, ISSN 2771-3105, doi:10.2173/bow.norgip1.01 (birdsoftheworld.org [abgerufen am 13. November 2025]).
- ↑ a b Alexandre Vong, Karine Delord, Nicolas Croizé, Célia Lesage, Lucía Llorente Zubiri, Florent Sabatier, Christophe Barbraud: Cannibalism in northern giant petrels (Macronectes halli) at Possession Island, Southern Indian Ocean. In: Ecology. Band 106, Nr. 1, 2025, ISSN 1939-9170, S. e4491, doi:10.1002/ecy.4491, PMID 39608801, PMC 11736339 (freier Volltext) – (wiley.com [abgerufen am 13. November 2025]).
- ↑ Caio J. Carlos: Identifying giant petrels, Macronectes giganteus and M. halli, in the field and in the hand. In: Seabird Journal. Band 21, 2008, ISSN 1757-5842, S. 1–15 (org.uk [PDF; abgerufen am 13. November 2025]).
- ↑ C. B. Zavalaga, G. Engblom, J. Alfaro-shigueto, J. Mangel: Immature Northern Giant Petrels Macronectes Halli Visiting the Coast of Peru. In: Marine Ornithology. Band 37, Nr. 3, 2009, ISSN 1018-3337, doi:10.5038/2074-1235.37.3.849 (usf.edu [abgerufen am 13. November 2025]).