Hallenradsport-Weltmeisterschaften 2025

Die Hallenradsport-Weltmeisterschaften 2025 fanden vom 7. bis 9. November in Göppingen statt. Die Veranstaltung war im Februar des Jahres dorthin vergeben worden, Schauplatz war die EWS Arena.[1]

Ablauf

Wie im Vorjahr wurden im Radball ein Turnier für Männer und eines für Frauen abgehalten, während es im Kunstradfahren Wettbewerbe im Einer Männer, Einer Frauen, Zweier offene Klasse, Zweier Frauen und Vierer offene Klasse gab.[2]

  • Freitag, 7. November: Gruppenspiele Radball, Qualifikation Einer Männer, Finale Vierer
  • Sonnabend, 8. November: Gruppenspiele Radball, Qualifikation Zweier Frauen und offene Klasse, Finals Einer Männer und Zweier offene Klasse
  • Sonntag, 9. November: Qualifikation Einer Frauen, Finalspiele Radball, Finals Einer und Zweier Frauen

Angemeldet waren 150 Repräsentanten von 24 Ländern, und zwar Argentinien, Armenien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Hongkong, Italien, Japan, Kanada, Macau, Malaysia, Mexiko, Österreich, Peru, Portugal, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ukraine und Ungarn.[3]

Zur Erinnerung an die Veranstaltung wurde einige Wochen später ein Baum in den Mörikeanlagen geplant, der den in Göppingen gekürten Weltmeistern gewidmet ist.[4]

Radball

Das Radball-Turnier der Männer wurde nach einem neuen Modus ausgetragen. Die acht besten Teams des Vorjahrs bildeten die so genannte Elite-Liga, die übrigen eine Challenge-Liga. Die Elite-Liga war in zwei Gruppen zu je vier Mannschaften eingeteilt, aus denen vier Teilnehmer einer Finalrunde ermittelt wurden, die dann wiederum die Finalisten ermittelten. Der jeweilige Gruppensieger kamen direkt jeweils weiter, die Zweiten und Dritten mussten zu einem Entscheidungsspiel antreten.[5] Das Frauen-Turnier fand mit vier Mannschaften statt und wurde wie die Finalrunde der Männer ausgetragen.

Männer

Elite-Gruppe A

Rang Team Deutschland Frankreich Japan Ungarn S U N Tore Punkte
1. Deutschland Deutschland 6:1 9:1 14:0 3 0 0 29 : 2 9
2. Frankreich Frankreich 1:6 7:0 8:1 2 0 1 16 : 7 6
3. Japan Japan 1:9 0:7 5:1 1 0 2 6 : 17 3
4. Ungarn Ungarn 0:14 1:8 1:5 0 0 3 2 : 27 0

Elite-Gruppe B

Rang Team Schweiz Osterreich Tschechien Slowakei S U N Tore Punkte
1. Schweiz Schweiz 7:6 4:3 9:2 3 0 0 20 : 11 9
2. Osterreich Österreich 6:7 4:2 9:1 2 0 1 19 : 10 6
3. Tschechien Tschechien 3:4 2:4 6:1 1 0 2 11 : 9 3
4. Slowakei Slowakei 2:9 1:9 1:6 0 0 3 4 : 24 0
Playoffs um die Finalrunde
Frankreich – Tschechien 6 : 3
Österreich – Japan 13 : 0
Spiel um den 5. Platz
Tschechien – Japan 7 : 0
Spiel um den 7. Platz
Ungarn – Slowakei 5 : 3

Finalrunde

Rang Team Deutschland Schweiz Osterreich Frankreich S U N Tore Punkte
1. Deutschland Deutschland 4:1 5:1 5:1 3 0 0 14 : 3 9
2. Schweiz Schweiz 1:4 2:1 5:3 2 0 1 8 : 8 6
3. Osterreich Österreich 1:5 1:2 6:0 1 0 2 8 : 7 3
4. Frankreich Frankreich 1:5 3:5 0:6 0 0 3 4 : 16 0
Playoff ums Finale
Schweiz – Österreich 4 : 7
Finale
Deutschland – Österreich 6 : 2

Endstand

Rang Land Spieler Spieler
1 Deutschland Deutschland Raphael Kopp Bernd Mlady
2 Osterreich Österreich Stefan Feurstein Patrick Schnetzer
3 Schweiz Schweiz Timon Fröhlich Yannick Fröhlich
4 Frankreich Frankreich Mathias Seyfried Quentin Seyfried
5 Tschechien Tschechien Tomáš Horák Radek Adam
6 Japan Japan Yuma Takahashi Yusuke Murakami
7 Ungarn Ungarn Vilmos Toma Tamás Arendás
8 Slowakei Slowakei Ján Holár Martin Kobes

Challenger-Liga

An der Challenger-Liga waren fünf Mannschaften beteiligt, wobei jede Mannschaft gegen jede andere spielte. Die Siegermannschaft der Challenger-Liga spielte in der Relegation gegen den Achten der Elite-Liga um Auf- und Abstieg.

Rang Land Spieler Spieler
1 Belgien Belgien Koen Uitterhaegen Robby Gubbelmans
2 Armenien Armenien Arnak Mkhitaryan Artak Voskanyan
3 Hongkong Hongkong Wing Tai Ho Ka Kin Kenny Chan
4 Malaysia Malaysia Muhammad Dhiaulhaq Bin Zulkifli Muhamad Zikri Dahalan
5 Großbritannien Großbritannien Jenson Harris Mark Percival
Relegation
Slowakei – Belgien 2 : 3

Frauen

Gruppenphase

Rang Team Deutschland Schweiz Japan Tschechien S U N Tore Punkte
1. Deutschland Deutschland 3:0 3:1 5:1 3 0 0 11 : 2 9
2. Schweiz Schweiz 0:3 1:1 5:0 1 1 1 6 : 4 4
3. Japan Japan 1:3 1:1 1:1 0 2 1 3 : 5 2
4. Tschechien Tschechien 1:5 0:5 1:1 0 1 2 2 : 11 1
Playoff ums Finale
Schweiz – Japan 4 : 2
Finale
Deutschland – Schweiz 6 : 1

Endstand

Rang Land Spielerin Spielerin
1 Deutschland Deutschland Judith Wolf Danielle Holzer
2 Schweiz Schweiz Sava Baumann Chiara Dotoli
3 Japan Japan Nana Yamashita Sayaka Tokuhiro
4 Tschechien Tschechien Veronika Kripnerová Blanka Adamová

Kunstradfahren

Das Wettbewerbsprogramm blieb im Vergleich zu den Vorjahren unverändert. Es wurden Wettkämpfe im Einer- und Zweier-Kunstradfahren der Frauen, im Einer-Kunstradfahren der Männer und im Zweier- und Vierer-Kunstradfahren der offenen Klasse durchgeführt.

Jeder Teilnehmer bzw. jedes Team hatte eine Kür zu fahren. Diese dauerte maximal fünf Minuten und beinhaltete verschiedene Elemente mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen, die als Basis für die Bewertung dienten (eingereichte Punkte). Das Endresultat ergab sich nach Abzug der Fehlerpunkte (ausgefahrene Punkte). Die vier Besten qualifizierten sich für das Finale, in dem die Medaillen ausgefahren wurden.

Einer Frauen

In der Qualifikation traten 29 Fahrerinnen aus 22 Ländern an. Nicht mit von der Partie war die Titelverteidigerin Lara Füller, die in der internen deutschen Vorauswahl gescheitert war.[6] Jana Pfann siegte nach 2022 zum zweiten Mal.

Rang Land Name einger. ausgef.
1 Deutschland Deutschland Jana Pfann 197,00 190,92
2 Schweiz Schweiz Alessa Hotz 193,50 182,58
3 Osterreich Österreich Lorena Schneider 186,90 167,93
4 Italien Italien Magdalena Müller 173,00 158,64

Einer Männer

Der Qualifikation stellten sich 17 Fahrer aus 10 Ländern. Mit Emilio Arellano und Lukas Kohl hatten zwei Medaillengewinner des Vorjahrs ihre Karriere beendet. Im Finale wurde Philipp-Thies Rapp nach zwei Silbermedaillen in den Vorjahren erstmals Weltmeister vor Linus Weber. Csaba Varga holte die erste Medaille Ungarns in der Geschichte der Weltmeisterschaften.

Rang Land Name einger. ausgef.
1 Deutschland Deutschland Philipp-Thies Rapp 212,60 202,70
2 Deutschland Deutschland Linus Weber 202,30 192,32
3 Ungarn Ungarn Csaba Varga 177,80 168,78
4 Hongkong Hongkong Chan Yat Nam 184,90 163,90

Zweier Frauen

Es traten acht Paare an, außer den Finalistinnen noch zwei aus Frankreich sowie je eins aus Hongkong und der Slowakei. Die Medaillengewinnerinnen waren identisch zum Vorjahr.

Rang Land Fahrerin 1 Fahrerin 2 einger. ausgef.
1 Deutschland Deutschland Henny Kirst Antonia Bärk 152,30 143,78
2 Deutschland Deutschland Kim Leah Schlüter Neele Jodeleit 138,60 127,88
3 Schweiz Schweiz Simona Lucca Larissa Tanner 129,00 119,34
4 Schweiz Schweiz Julia Stäheli Tanisha Tanner 111,90 099,86

Zweier offen

Es waren acht Paare gemeldet, darunter je zwei aus Deutschland und Hongkong, die übrigen aus Frankreich, Tschechien, Belgien und der Ukraine. Styber/Rödiger verteidigten erfolgreich ihren Titel aus dem Vorjahr, Lim/Lim gewannen die erste Silbermedaille Hongkongs in der Geschichte der Weltmeisterschaften. Im Detail waren die Finalergebnisse wie folgt:

Rang Land Namen einger. ausgef.
1 Deutschland Deutschland Lea-Victoria Styber Nico Rödiger 163,20 159,10
2 Hongkong Hongkong Lim Tsz Hin Lim Tsz Leung 140,70 123,27
3 Deutschland Deutschland Niklas Kreuzmann Celine Stapf 152,20 118,39
4 Hongkong Hongkong Hui Chun Wai Hui Chun Yin 131,50 107,12

Vierer

Gemeldet waren fünf Mannschaften, Ungarn schied in der Qualifikation aus. Das Finale sah die erfolgreiche Titelverteidigung der Schweizer Mannschaft vom KRF Uzwil knapp vor der des RV Mainz-Ebersheim aus Deutschland. Ebenfalls eine knappe Entscheidung gab es um die Bronzemedaille zwischen der Hongkonger Mannschaft der South China Athletic Association und dem VC Dorlisheim aus Frankreich.

Rang Land Namen einger. ausgef.
1 Schweiz Schweiz Stefanie Haas
Sarah Manser
Selina Niedermann
Valerie Unternährer
243,80 239,54
2 Deutschland Deutschland Tijem Karatas
Annika Rosenbach
Stella Rosenbach
Milena Schwarz
244,90 237,75
3 Hongkong Hongkong Wong Cheuk Sze
So Cheuk Lam
Ho Dong Qing
Lam Cheuk Yu
136,60 086,51
4 Frankreich Frankreich Justine Martz
Alice Rieb
Valentine Rieb
Thérèse Rietsch
138,00 084,56

Medaillenspiegel

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Deutschland Deutschland 6 3 1 10
2 Schweiz Schweiz 1 2 2 5
3 Hongkong Hongkong 0 1 1 2
Osterreich Österreich 0 1 1 2
5 Japan Japan 0 0 1 1
Ungarn Ungarn 0 0 1 1
Gesamt 7 7 7 21

Einzelnachweise

  1. Hallen-WM 2025 in Göppingen. Bund Deutscher Radfahrer, 3. Februar 2025;.
  2. Informations-Bulletin. Union Cycliste Internationale, abgerufen am 24. Juli 2025 (englisch).
  3. Championnats du Monde Cyclisme en salle UCI 2025 : changements garantis dans la hiérarchie du cyclisme artistique individuel. Union Cycliste Internationale, 5. November 2025; (französisch).
  4. Erinnerung an Hallenrad-WM 2025: WM-Baum in Göppingen gepflanzt. Bund Deutscher Radfahrer, 20. Dezember 2025;.
  5. Erklärung des neuen Turnierformats im Radball. Union Cycliste Internationale, 23. Juni 2025; (englisch).
  6. Hallen-WM: «Wollen Medaillen für jeden unserer Starter». Bund Deutscher Radfahrer, 5. November 2025;.

Koordinaten: 48° 42′ 39″ N, 9° 38′ 54″ O