Hafen von Narvik

Hafen von Narvik
Daten
UN/LOCODE NO-NVK
Hafentyp Seehafen
Webseite www.narvikhavn.no
Geografische Informationen
Ort Narvik
Provinz Nordland
Staat Norwegen
Koordinaten 68° 25′ 19″ N, 17° 24′ 29″ O
Lagekarte

Der Hafen von Narvik ist ein Seehafen in Norwegen. Er befindet sich nördlich des Polarkreises und ist ganzjährig eisfrei.

Geographie

Der Hafen liegt am östlichen (inneren) Ende des Ofotfjords (norw.: Ofotfjorden). Der Fjord ist 78 Kilometer lang und bis zu 553 Meter tief. Wegen des Golfstroms ist der Hafen das ganze Jahr über eisfrei und gut geschützt vor Wettereinflüssen.

Geschichte

Narvik war von 1936 bis 1953 Hurtigrutenhafen.

Bei der Schlacht um Narvik während des Zweiten Weltkriegs ging es neben der Kontrolle über die Erzbahn auch um die Kontrolle über den Hafen.

Nach den starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde der Hafen Narvik in den Jahren 1950 bis 1956 wieder aufgebaut.[1] Dabei errichtete die LKAB ein neues Kai für die Erzverladung.[2]

1974 wurde ein Tiefwasserkai auf zwei alten Kais errichtet und mit einer neuen Gleisverbindung zu den bestehenden Kai verbunden. Nach dem Ausbau bis 1977 betrug die Hafenumschlagkapazität 35 Millionen Tonnen Erz pro Jahr und die Lagerkapazität 3,5 Millionen Tonnen.[1]

Mit Stand 2025 werden jedes Jahr rund 22 Millionen Tonnen Eisenerzprodukte aus Kiruna und Svappavaara nach Narvik zum Export transportiert. Dafür kommen täglich etwa zehn Züge mit einer Kapazität von bis zu 8000 Tonnen pro Zug an. Jedes Jahr laufen 300 Schiffe den Hafen an. Etwa 200 davon werden mit Produkten von LKAB beladen.[3]

Waren und Verkehr

Narvik ist seit 1902 der wichtigste Hafen für die Verschiffung von Eisenerz aus der schwedischen Stadt Kiruna. Das Eisenerz aus dieser Grube wird von der Erzbahn zum Hafen transportiert. Von zentraler Bedeutung als Transport- und Logistik-Drehscheibe ist auch der Tiefwasserhafen.

Erzkai

Das 1977 fertiggestellte Erzkai verfügt über vier Schiffsbelader mit einer Förderleistung von jeweils 4.000 Tonnen pro Stunde. Für den Umschlag zwischen der Erzbahn und den Schiffen wurde 1974 zudem eine neue Entladehalle mit vier Entladegleisen für die Erzzüge errichtet. Je Entladegleis konnte ein Halbzug entladen werden. Innerhalb der Entladehalle wurden die Wagen durch einen unterhalb der Schienenoberkante angeordneten Verschubwagen mittels eines Mitnehmers verschoben. Für den Winterbetrieb waren die Hallen mit einer Auftauanlage ausgestattet. Diese beheizte die Bodenschieber der Wagen und die Außenwände mittels Ölbrenneranlagen. Unter jedem Gleis befand sich ein Entladebunker, in den sich die darüber stehenden Wagen entleerten. Dazu wurden die Bodenschieber der Wagen mithilfe einer hydraulischen Bodenschieberbetätigungsanlage geöffnet und nach der Entleerung wieder geschlossen. Da das Feinerz auch ohne Frost einen Schüttkegel von 70 bis 80° bildet, wurde zur vollständigen Entleerung ein Rüttler eingesetzt, der von oben auf die Wagenkastenobergurte herabgelassen wurde. Bei Frost wurde der Rüttler auch zur Entladung von Stückerz eingesetzt. Unterhalb der Entladebunker verliefen Förderbänder, die das Erz zum Lager transportieren. Zur Schiffsverladung wurde das Erz mithilfe von Krangreifern oder Schaufelbaggern über Trichter auf weitere Förderbänder gebracht und von dort aus weiter zum Schiff geleitet.[1]

Anfang der 2000er Jahre forderten die norwegischen Umweltbehörden weitreichende Maßnahmen zur Reduzierung von Lärm und Staub an der Be- und Entladeanlage. Deshalb errichtete die LKAB zwischen 2006 und 2009 eine neue Entladeanlage. Dabei wurden zwölf Tiefbunker mit einer Gesamtkapazität von 1,5 Millionen Tonnen in den Fels unterhalb des Entladegleises gesprengt. Unterhalb der Entladebunker verlaufen Förderbänder, die das Erz zum Schiffsverladen fördern.[4][5]

Im November 2025 wurde ein neuer Schiffsbelader in Betrieb genommen, welcher die Schiffsbelader von 1977 ersetzt.[3]

Siehe auch

Commons: Narvik harbour – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Klaus Lange, Egon Pfaar: Erzverkehr in Nordschweden. In: ZEV-Glasers Annalen. Band 101, Heft 12, Dezember 1977, S. 471–476.
  2. History - Narvik Havn. 23. November 2022, abgerufen am 9. November 2025 (norwegisch).
  3. a b Norwegen/Schweden: LKAB stärkt die strategische Malmbane-Route mit einem neuen Schiffsbelader in Narvik. In: LOK Report. 2. Dezember 2025, abgerufen am 2. Dezember 2025.
  4. Björnar Bendiksen: SILA NARVIK, Verdens beste malmhavn bygges i fjell. 2010, abgerufen am 9. November 2025 (norwegisch).
  5. Manoj Bhusal: Optimization of Conveyor Roller, LKAB. Mai 2024 (englisch, uit.no [PDF; abgerufen am 9. November 2025]).