Hadži-Prodan-Aufstand
Der Hadži-Prodan-Aufstand war ein kurzlebiger serbischer Aufstand gegen das Osmanische Reich im Jahr 1814, zwischen dem Ersten Serbischen Aufstand und dem Zweiten Serbischen Aufstand. Am Jahrestag der Niederschlagung des Ersten Serbischen Aufstands, brach ein neuer Aufstand aus, der vom 26. September bis 18. Oktober 1814 andauerte. Der Aufstand führte zu keiner nennenswerten Schlacht, er endete aufgrund der Desorganisation und Uneinigkeit der serbischen Aufständischen.
Ablauf
In der Nähe des Klosters Trnava (Bezirk Požega) trafen sich Ende September 1814 Hadži-Prodan, der Abt Paisius, Arsenije Loma und weitere prominente serbische Anführer. Ein neuer Aufstand brach als Reaktion auf eine Reihe von Repressionsmaßnahmen und Zwangsmaßnahmen der Türken aus. Der unmittelbare Auslöser war ein Konflikt zwischen Serben und Türken im Kloster Trnava, der vom Abt Paisje und Mihailo, dem Bruder von Hadži-Prodan, angezettelt wurde und für die Bewohner des Klosters Požega verheerend endete.
Der nicht beim Treffen anwesende Fürst Miloš Obrenović lehnte die ihm übertragene Führung mit der Begründung ab, er sei unvorbereitet, und die Jahreszeit sei ungünstig. Hadži-Prodan organisierte die Truppen und trug zur Verbreitung der Rebellion bei; die Nahiyas von Kragujevac und Jagodina waren daran beteiligt. Überzeugt davon, dass ein schlecht vorbereiteter Versuch scheitern und das Land ins Verderben stürzen musste, entschied sich Miloš für eine gegensätzliche Handlungsweise. Er bot dem türkischen Wesir Suleiman Pascha seine Hilfe bei der Niederschlagung des Aufstands an und verlangte dafür, dass jedem Teilnehmer, der sich ergab, die Vergebung zugestanden werde. Gemeinsam mit seinem muslimischen Vertrauten Ashin-Beg, dem Herren von Rudnik, zog er nach Požega, um die Bewegung niederzuschlagen. Miloš begab sich nach Kragujevac und brachte dort einige wichtige Anführer, darunter Simon Paštrmac und Blagoj aus Knić auf beschwichtigende Weise zur Aufgabe. Anschließend zögerte er nicht, sich mit den übrigen Aufständischen, die sich nicht ergeben wollten, auch nur in einem kleinen Gefecht auseinanderzusetzen. Die Rebellen hielten stand, doch als sie erkannten, dass Miloš es ernst meinte, suchten sie Zuflucht bei den Anführern des Aufstands in Jagodina; ihre Armee wurde aufgelöst. Auf der Suche nach Waffen – denn der Aufstand hatte gezeigt, dass es noch immer viele gab – verübten die Türken unzählige Gewalttaten. Nach dem Mitte Oktober erfolgten Gefecht bei Knić, das die Rebellen zwar für sich entscheiden konnten, sich dann aber vor der türkischen Übermacht in ihre Heimatorte zerstreuten, floh Hadži-Prodan nach Österreich.
Suleimans Ćehaja kam mit seinen Truppen erst nach Čačak, als sich die Lage bereits beruhigt hatte. Dennoch zwang er die Einwohner, die Rädelsführer des Aufstands auszuliefern. Miloš konnte ihn in Kragujevac und Jagodina davon abbringen, die Dörfer zu plündern und Sklaven zu verschleppen, doch dies gelang ihm nur ansatzweise. Miloš konnte nicht verhindern, dass Suleiman die wichtigsten Rädelsführer in Ketten abführte. Alle jüngeren Männer aus guten Familien, die sich der Bewegung angeschlossen hatten, wurden ermordet. Die weniger wichtigen Gefangenen – es waren etwa 150 – wurden kurz nach ihrer Ankunft in Belgrad vor den vier Stadttoren enthauptet, der Abt des Klosters Trnava sowie 36 weitere Rädelsführer wurden gepfählt.