Hadrianeia

Koordinaten: 39° 35′ N, 28° 38′ O

Hadrianeia

Hadrianeia[1] war eine antike Stadt in der kleinasiatischen Landschaft Mysien.

Die mysische Stadt lag beim heutigen Dursunbey, eine Stadt im gleichnamigen Landkreis der Provinz Balıkesir im Nordwesten der Türkei. Das antike Hadrianeia gehörte zur römischen Provinz Asia bzw. in der Spätantike zur römischen Provinz Hellespontus auf der südlichen Seite des Hellespont (heutige Dardanellen).

Die Stadt wurde, wie ihr Name zeigt, wie die in der Nähe liegenden Städte Hadrianutherai und Hadrianoi vom römischen Kaiser Hadrian gegründet. Die Ära der Stadt begann im Jahr 131/132 n. Chr. Sie war nach dem üblichen Muster einer griechischen Polis organisiert. In den Bergen der Landschaft Abrettene[2] des nördlichen Mysien zwischen den Flüssen Makestos (heute Simav Çayı) und Rhyndakos (heute der Fluss Kocaçay) an der Straße zwischen Hadrianoutherai und Kotiaion[3] (heutiges Kütahya in der Türkei) gelegen, sollte die Stadt vermutlich zur Urbanisierung der Gegend beitragen.

Auf einen spätantiken Bischofssitz (altgriechisch ἡ Ἀδράνεια; „Adraneia“)[4] in der antiken Stadt geht das Titularbistum Hadriania (italienisch: Adriania) der römisch-katholischen Kirche zurück. Das spätantike Bistum gehörte der Metropolis Kyzikos in der Eparchia (ἐπαρχία; „Kirchenprovinz“) Hellespontos an.[5]

Anmerkungen

  1. Zur Schreibung des Namens der mysischen Stadt siehe Hans Gärtner: Hadrianeia 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Registerband, Stuttgart 1980, S. 120.
  2. Vgl. Gustav Hirschfeld: Abrettene. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,1, Stuttgart 1893, Sp. 110.
  3. Zum Namen der antiken Stadt siehe Walther Ruge: Cocleo. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IV,1, Stuttgart 1900, Sp. 158.
  4. Vgl. Notitiae Episcopatuum 8,172 und 9,79
  5. Vgl.Ludwig Bürchner: Adraneia. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband I, Stuttgart 1903, Sp. 11.

Literatur

  • Mary Taliaferro Boatwright: Hadrian and the Cities of the Roman Empire. Princeton University Press, Princeton 2002, ISBN 0-691-09493-4, S. 188–190.
  • Elmar Schwertheim: Die Inschriften von Hadrianoi und Hadrianeia (=Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien 33). Habelt, Bonn 1987, ISBN 3-7749-2272-1.