Hadramaut-Mausschwanzfledermaus
| Hadramaut-Mausschwanzfledermaus | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Rhinopoma hadramauticum | ||||||||||||
| Benda, Reiter, Al-Jumaily, Nasher & Hulva, 2009 |
Die Hadramaut-Mausschwanzfledermaus (Rhinopoma hadramauticum) ist ein in Jemen endemisches Fledertier in der Gattung der Mausschwanzfledermäuse. Die Population wurde vor 2009 als große Variante der Muscat-Mausschwanzfledermaus (Rhinopoma muscatellum) betrachtet. In einer Studie festgestellte molekularbiologische und morphologische Abweichungen führten zur Anerkennung als Art.[1]
Merkmale
Dieses Tier erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 59 bis 68 mm, eine Schwanzlänge von 54 bis 62 mm und ein Gewicht von 7 bis 11 g. Es sind 52 bis fast 56 mm lange Unterarme und Ohren von 19,5 bis 21,5 mm Länge vorhanden. Das Verhältnis der Schwanzlänge zur Körperlänge ist mit 100 bis 118 Prozent dem der Großen Mausschwanzfledermaus (Rhinopoma microphyllum) ähnlich. Als Alleinstellungsmerkmal haben der vordere Hals und obere Bereiche der Brust eine gelbbraune Farbe, während andere Fellbereiche hellgrau sind. Nackte Hautbereiche im Gesicht, an den Innerohren und auf dem Bauch sind pigmentfrei oder teilweise hellgrau. Die Flughäute, der Schwanz und die Kanten der Ohren habe eine mittelgraue Färbung. Das Nasenblatt hat eine ovale oder rhombusartige Grundform mit einer zugespitzten Oberkante. Es unterscheidet sich in der Form nicht von der Großen Mausschwanzfledermaus oder der Kleinen Mausschwanzfledermaus (Rhinopoma hardwickii). Typisch für den Schädel sind eine längliche Hirnschale, Abplattungen an der Nasenöffnung und ein breiter Paukenteil des Schläfenbeins. Das Gebiss ist dem der Muscat-Mausschwanzfledermaus und der Großen Mausschwanzfledermaus fast identisch.[1] Im Ohr ist ein dicker Tragus mit zwei Spitzen vorhanden.[2]
Verbreitung und Lebensweise
Die Funde stammen aus der Umgebung der Stadt asch-Schihr im Gouvernement Hadramaut aus einem etwa 65 Meter hohem Hügelland. Die Tiere ruhten in einem neuen Gebäude, das noch nicht bewohnt war. Im Umfeld gibt es Grasflächen und Halbwüsten.[3] Die Kolonie hatte etwa 150 Mitglieder.[1] Sie bestand aus Männchen und Weibchen.[2]
Als die Gruppe im November aufgefunden wurde, konnten bei den Weibchen keine Fortpflanzungsanzeichen festgestellt werden.[1]
Gefährdung
Als potenzielle Gefahr wird die Störung am Ruheplatz angesehen. Da ständige menschliche Aktivität zu erwarten ist und da die bekannte Population nur 150 Exemplare umfasst, wird die Hadramaut-Mausschwanzfledermaus von der IUCN als stark gefährdet (endangered) gelistet.[3]
Weblinks
- Farbtafel mit Fledermäusen, unter Figures, Hadramaut-Mausschwanzfledermaus mit Nr. 3
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 174–175 (englisch, Rhinopoma hadramauticum).
- ↑ a b Benda, P.; Reiter, A.; Al-Jumaily, M.; Nasher, A. K.; Hulva, P.: A new species of mouse-tailed bat (Chiroptera: Rhinopomatidae: Rhinopoma) from Yemen. In: Journal of the National Museum (Prague), Natural History Series. Nr. 177, 2009, S. 53–68 (englisch, archive.org [PDF]).
- ↑ a b Rhinopoma hadramauticum in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017. Eingestellt von: Benda, P., 2016. Abgerufen am 13. November 2025.