Haan Mansion Museum of Indiana Art

Das Haan Mansion Museum of Indiana Art (kurz: The Haan) ist ein öffentliches Museum in Lafayette, Indiana. Es beherbergt die weltweit umfangreichste Sammlung von Werken von Künstlerinnen und Künstlern aus Indiana. Das Museum befindet sich in der Potter-Haan-Mansion und ist Mitglied der American Alliance of Museums.

Geschichte

Das Gebäude wurde ursprünglich vom Architekten Edward T. Hapgood als Connecticut State Building für die Weltausstellung in St. Louis im Jahr 1904 entworfen. Nach Ende der Ausstellung erwarb der Rechtsanwalt William Potter aus Lafayette das Bauwerk, ließ es demontieren und per Eisenbahn nach Indiana transportieren. In der Ninth Street Hill Neighborhood wurde es unter der Leitung des Architekturbüros Wing and Mahurin wieder aufgebaut. Die Familie Potter lebte bis 1984 darin. Anschließend kauften Bob und Ellie Haan das Haus, begannen Anfang der 1990er Jahre mit dem gezielten Aufbau einer Sammlung von Werken von Künstlern aus Indiana, öffneten es 2013 für Führungen und etablierten 2015 eine gemeinnützige Trägerschaft als Museum. Das Ehepaar Haan spendete das Anwesen samt Kunstschätzen und zog aus.

Architektur

Das Herrenhaus ist ein Beispiel für die Neorenaissance-Architektur der Kolonialzeit. Es umfasst drei Etagen sowie einen voll ausgebauten Keller und bietet insgesamt rund 1600 Quadratmeter Nutzfläche. Besonders markant sind die doppelläufige Treppe in der Eingangshalle, die ionischen Säulen, die klassisch gestaltete Balustrade, die Erkerfenster sowie die zahlreichen originalen Einbauten aus der abgebrochenen Hubbard-Slater-Mansion aus dem Jahr 1760 in Connecticut. Zu den Besonderheiten zählen sieben Kamine, sechs Schlafzimmer, fünfeinhalb Badezimmer, Erker und ein 26-flammiger Kronleuchter im zentralen Lichthof.

Sammlung

Die sogenannte „Historic Indiana Painting Collection“ ist eine umfangreiche Sammlung bedeutender Ölgemälde von T. C. Steele und weiteren historisch wichtigen Künstlerinnen und Künstlern aus dem US-Bundesstaat Indiana. Zu jedem Zeitpunkt sind über 100 Gemälde ausgestellt. Die bedeutendsten Werke werden dauerhaft gezeigt, während andere in wechselnden Sonderausstellungen präsentiert werden.

Einen zentralen Bestandteil der Sammlung bilden die Werke der Hoosier Group, eine 1894 bei einer Ausstellung in Chicago gegründete Künstlervereinigung. Zu ihr gehörten T. C. Steele, J. Ottis Adams, William Forsyth, Otto Stark und Richard Gruelle. Diese fünf Maler zählen zu den prägenden Vertretern der frühen Kunstgeschichte Indianas und sind im Haan Museum besonders zahlreich vertreten. Nach Steeles Umzug nach Brown County im Jahr 1907 entwickelte sich in Nashville (Indiana) eine Künstlerkolonie. Zahlreiche Kunstschaffende folgten Steele, um in der landschaftlich geprägten Umgebung zu arbeiten. Zu den bekanntesten gehörten Ada und Adolph Shulz[1] sowie E. K. Williams aus Wisconsin und Adam Emory Albright sowie Lucie Hartrath aus Illinois. Die Sammlung umfasst zudem Werke vieler weiterer Malerinnen und Maler aus Indiana, darunter die Richmond-Künstler John Elwood Bundy und Maude Eggemeyer, die Pioniermaler Barton Hays und Jacob Cox sowie Vertreter des Regionalismus wie Robert Weaver und Harry Davis.

Die Einrichtung der Villa besteht überwiegend aus amerikanischen Möbeln aus der Renaissance-Revival-Periode (1860–1890). Besonders sehenswert sind ein monumentaler Wooton-Schreibtisch, ein Thomas-Brooks-Spiegel sowie eine große Musikbox aus der Schweiz aus dem Jahr 1880. Zu den Höhepunkten der Sammlung gehören die drei größten bei der Weltausstellung 1904 prämierten Weller-Pottery-Vasen, darunter eine über 2 Meter hohe Vase, die mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Im Garten sind 25 Skulpturen aus Bronze, Stein, Stahl, Keramik und Glas zu sehen, die von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern aus Indiana geschaffen wurden.

Commons: Haan Mansion Museum of Indiana Art – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Fine Estate Art. Abgerufen am 12. Oktober 2025.

Koordinaten: 40° 24′ 46,1″ N, 86° 53′ 6,4″ W