Húsipari Múzeum
Das Museum der Fleischindustrie (auf Ungarisch „Húsipari Múzeum“) war ein ungarisches Industriegeschichtsmuseum im IX. Budapester Bezirk (Fachsammlung), das zwischen 1974 und den 2010er Jahren auf dem Gelände des ehemaligen Budapester Schweineschlachthofs betrieben wurde. Die Objekte befinden sich derzeit im Besitz des Ungarischen Landwirtschaftsmuseums.
Geschichte
Nach der Verstaatlichung 1948 wurde das EDOSZ-Archiv eingerichtet, in dem historische Dokumente aus verschiedenen Branchen der Lebensmittelindustrie gesammelt wurden. 1969 wurde das Nationale Forschungsinstitut für Fleischindustrie mit der Sammlung von Dokumenten und Publikationen zur Geschichte des Tierhandels und der Fleischindustrie beauftragt. Die Ausstellung wurde fünf Jahre später, 1974, eröffnet, zunächst als Sammlung zur Industriegeschichte auf dem Gelände des Budapester Schweineschlachthofs und des Nationalen Forschungsinstituts für Fleisch (Gubacsi út 6/b). Ab 1976 wurde sie offiziell als Museum klassifiziert.
1990 zog das Museum von seinem bisherigen Standort in ein anderes, zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbautes Gebäude um.
Das Museum hatte keine festen Öffnungszeiten und konnte nach vorheriger Anmeldung besucht werden.
Die Dauerausstellung des Museums, „Die Geschichte der Fleischindustrie im Karpatenbecken“, präsentierte in zwei Räumen sowie einem Außengelände außerhalb des Gebäudes die Geschichte der alten Fleischindustrie und die Entwicklung des Metzgerhandwerks, das sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts allmählich zur Industrie entwickelte.
Schließung
Der Budapester Schweineschlachthof wurde 2001 abgerissen. Danach existierte das Museum in den 2010er Jahren ebenfalls nicht mehr. Seine Artefakte wurden 2016 dem Ungarischen Landwirtschaftsmuseum übergeben. Anschließend organisierte das Ungarischen Landwirtschaftsmuseums eine temporäre Ausstellung der Objekte (ergänzt durch eigenes Material) unter dem Titel „Fleischhandwerk in in Ungarn“ im Vajdahunyad-Schloss, die vom 21. September 2016 bis zum 26. Februar 2017 besucht werden konnte.
Literatur
- (főszerk.) Balassa M. Iván: Magyarország múzeumai. Múzeumlátogatók kézikönyve, Vince Kiadó Kft., Budapest, 2001, ISBN 963-9192-93-7
- Dr. Koncz Erzsébet – Dr. Szabolcs Ottó: Barangolás Budapesten. Kézikönyv a főváros múzeumait látogatók számára, Korona Kiadó, Budapest, 1995
- [Ghimessy László]: A Húsipari Múzeum, Állatforgalmi és Húsipari Tröszt, Országos Húsipari Kutatóintézet, Budapest, 1984 [!1985]
- Siki J.: Ipartörténeti gyűjtésünk eddigi eredményei In: Húsipar (1975), 24., 6., 250–259.
Weblinks
- Húsipari Múzeum Budapest. In: chemonet.hu. Abgerufen am 9. Januar 2024.
- Országos Húsipari Kutatóintézet – Húsipari Múzeum. In: museum.hu. Abgerufen am 9. Januar 2024.
- A húsipar története a Kárpát-medencében. In: museum.hu. Abgerufen am 9. Januar 2024.
- Húsipari Múzeum. In: artportal.hu. Archiviert vom am 2. Januar 2024; abgerufen am 9. Januar 2024.
- Húsipari Múzeum – YouTube.com, 2011
Koordinaten: 47° 27′ 41,5″ N, 19° 5′ 16,8″ O