Hörnle (Pfronten)

Das Hörnle ist ein 910 Meter[1] hoher Hügel in Pfronten im Allgäu.

Geographie

Der Hügel liegt am Rande des Ortsteils Pfronten-Berg und hat seinen Namen von seiner hornähnlichen Form. Er ist von allen Ortsteilen aus sichtbar, mit Ausnahme von Pfronten-Kappel.[2]

Seine Spitze liegt gut 20 Meter höher als die etwa 150 Meter östlich gelegene Pfarrkirche St. Nikolaus und der etwa genauso weit südlich gelegene Gemeindefriedhof mit der ehemaligen Friedhofskirche (heute evangelische Auferstehungskirche). Die Straße „Am Hörnle“ beginnt beim ehemaligen Gasthof Engel nahe der Pfarrkirche und führt an Friedhof und Auferstehungskirche vorbei. Von der Straße führen zwei schmale Fußpfade auf die Spitze des Hörnles, wo sich ein Flurkreuz und ein Aussichtspunkt mit Sitzbänken befinden.

Geologisch ist das Hörnle ein vom Gletscher abgeschliffener Rundhöcker aus Reiselsberger Sandstein des Flysch eingebettet in spätglaziale Schotter mit Toteislöchern. Es ist Teil des vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesenen Geotops „Rundhöcker und Toteislöcher bei Weißbach und Ried“. Weitere Rundhöcker in dem Geotop sind der Kleine Josberg und der Große Josberg.[3]

Geschichte

Aufgrund seiner bevorzugten Lage wurde das Hörnle bereits in der Steinzeit als Aufenthaltsort genutzt. Auf dem Hörnle wurden verschiedene Steinwerkzeuge gefunden, darunter Werkzeuge aus der ausgehenden Altsteinzeit und ein rückenretuschiertes Messer aus der Mittelsteinzeit.[2]

Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stammen gefundene Zündsteine schwedischer Soldaten, die vermutlich während der Zerstörungen in Pfronten auf dem Hörnle waren. 1746 wurde während der Errichtung des neuen Glockenturms der Pfarrkirche übergangsweise der alte Turmhelm auf der Spitze des Hörnles aufgestellt, damit das Geläut weiterhin im ganzen Ort hörbar war.[2]

1814 wurde am Fuß des Hörnles der neue Gemeindefriedhof angelegt, der einen früheren Pestfriedhof ersetzte. Für den Bau der Friedhofskirche gewann die Gemeinde am Hörnle Sandstein, der einfach abzubauen war. Heute ist das Hörnle vor allem ein Aussichtspunkt und Ausflugsziel für Wanderer.[2]

Commons: Hörnle (Pfronten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. BayernAtlas. Bayerische Vermessungsverwaltung, abgerufen am 14. November 2025.
  2. a b c d Bertold Pölcher: Woher unsere Straßen ihren Namen haben: Am Hörnle. (PDF; 531 kB) Heimatverein Pfronten, abgerufen am 14. November 2025.
  3. Rundhöcker und Toteislöcher bei Weißbach und Ried. In: Umweltatlas. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 14. November 2025 (Geotop-Nr. 777R024).

Koordinaten: 47° 35′ N, 10° 33′ O