Hà Phương

Trần Thị Hà Phương (* 31. März 1972 in Saigon) ist eine vietnamesische Sängerin und Schauspielerin.[1] Sie ist die zweitälteste Schwester von drei singenden Schwestern: Cẩm Ly, die eine Plattenfirma in Saigon leitet, und der vietnamesische Popstar Minh Tuyết.[2]

Leben und Karriere

Phuong wuchs in Saigon, Südvietnam, auf, wo sie davon träumte, Sängerin zu werden, aber auch ein schüchternes und ängstliches Kind war.[3]

Phuong und ihre Schwestern vertraten ihre Schule bei lokalen und landesweiten Gesangswettbewerben in Vietnam. Sie wurden auch auf VPOP-Sendern (vietnamesische Popmusik) gespielt.[2]

Musik

Nach ihrem Schulabschluss schrieb sich Phuong am College für Kunst und Kultur im Kulturhaus des 10. Bezirks ein, wo sie Tanz- und Musikunterricht nahm. Zusätzlich nahm sie privaten Gesangsunterricht und studierte vietnamesische und Broadway-Musicals.[1]

Phuong begann ihre Karriere mit Auftritten in verschiedenen Unterhaltungslokalen in Vietnam:

„In Vietnam ist man als professionelle Sängerin nicht automatisch ein Star oder eine Diva. Deshalb musste ich anfangs immer warten, bis die großen Stars ihre Auftritte beendet hatten. Wenn gerade keine großen Stars da waren, war ich an der Reihe.“

Hà Phương[1]

Ihren großen Durchbruch feierte sie, als ihr Lied „Hoa Cau Vuon Trau“ in der Halbzeitpause der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 gespielt und in Vietnam übertragen wurde.[1] Sie hat zwölf Soloalben in Vietnam und den USA veröffentlicht.

Buch

Phuong veröffentlichte 2017 das Buch „Finding Julia“, das von ihrem Leben inspiriert ist. Darin wird eine eurasische Schauspielstudentin vom Tod ihrer Mutter und ihren eigenen geheimen Wünschen heimgesucht.[4]

Film

Die Verfilmung von „Finding Julia“ – mit Phuong, Andrew McCarthy und Richard Chamberlain in den Hauptrollen – feierte am 28. Oktober 2017 auf dem dritten Asian World Film Festival in Los Angeles Premiere.[4]

Phuong, die am TVI Actors Studio in New York Schauspiel studierte, empfand die Dreharbeiten als Herausforderung:

„Ich vergaß völlig, dass dies nicht mein Vietnam ist und mich niemand kennt. Ganz zu schweigen von all den Schwierigkeiten beim Drehen und Drehbuchschreiben, aber ich war schon zu weit gegangen, um umzukehren. Kennen Sie das Dilemma, Fortschritte zu machen und doch nicht mehr zurück zu können? Ich fühlte mich wie im Ozean verloren. Es war ein wahrhaft schrecklicher Albtraum!

Ha Phuong und Julia im Film haben beide Albträume. Und wir sagen uns beide: ‚Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, und ich werde nicht aufgeben.‘ Meine Reise ist noch nicht vorbei, und es ist eine wertvolle Erfahrung in meinem Leben als Künstlerin.“

Hà Phương[5]

Der Film enthielt auch ihren englischsprachigen Song „Lost in a Dream“.[6]

Philanthropie

Alle Einnahmen aus Phươngs DVD-/CD-Verkäufen, Konzerten und Filmen[7] fließen in die Ha Phuong Foundation.[8]

Phuong gründete die Stiftung 2008, um benachteiligte Kinder mit Wohnraum, Operationen, Nahrung, Kleidung und Bildung zu unterstützen. Die Stiftung finanziert außerdem Instrumente, Berufsausbildungen und Karriereförderung für blinde Kinder.[3]

Phuong fördert die Ha Phuong Young Female Filmmakers Initiative, die von der gemeinnützigen Organisation New York Women in Film and Television verwaltet wird. Die Initiative umfasst ein Trainingsprogramm für Schulabgängerinnen, finanzielle Unterstützung für Studentinnen und ein Ausbildungsprogramm für Frauen, die in die Film- und Fernsehbranche einsteigen möchten.

Phuong unterstützt die Vietnam Relief Effort,[9] eine gemeinnützige Organisation, die von ihrem Ehemann und dessen Schwester gegründet wurde. Die Organisation finanziert vietnamesische Schulen, Operationen für Kriegsveteranen und Menschen mit Behinderungen und ermöglicht vietnamesischen Ärzten die Teilnahme an medizinischen Fortbildungen in den USA.[3]

Aufnahmen

Alben

  • 1999: mit Quang Linh: Tiếng Hát Chim Đa Đa (CD, Album, Kim Lợi, Inc.)
  • 2001: Giot Dang (CD, The Gioi Nghe Thuat Entertainment, Inc.)

Einzelaufnahmen

Das Volkslied Ca dao em và tôi wurde 1998 von dem Sänger Quang Linh zusammen mit Phuong aufgenommen.

Zu dem Sammelalbum Tình đẹp Hậu Giang verschiedener Interpreten trug Phuong zwei Lieder bei: Bông Ô Môi, mit Quang Le, und Moi Anh Ve Tham Que Em.[10]

Einzelnachweise

  1. a b c d Jules Lavallee: Ha Phuong, Asian Superstar in the film, "Finding Julia". In: The Hollywood Times. 13. Dezember 2019, archiviert vom Original am 20. Januar 2022; abgerufen am 26. Oktober 2022 (amerikanisches Englisch).
  2. a b Jason Dowd: Ha Phuong is Changing the World and Entertaining the Masses. In: AME Magazine. 24. Januar 2018 (englisch, theamemagazine.com (Memento des Originals vom 28. Januar 2018 im Internet Archive)).
  3. a b c Denny Misto: ‘Finding Julia’ Star Ha Phuong’s Journey Proves Nothing Is Impossible. In: Variety. 31. Dezember 2019, abgerufen am 30. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
  4. a b Judy Shields: Asian Superstar Hà Phương's Book "Finding Julia," Based on the Movie, on Sale Now! (Memento des Originals vom 28. August 2022 im Internet Archive) In: The Hollywood Times, 21. Dezember 2017. Abgerufen am 17. Oktober 2019 (englisch). 
  5. Jenny Block: Singing, Acting and Philanthropy: Hà Phương's American Dream. In: Swaay.com. 22. Februar 2018, abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).
  6. LOST IN A DREAM – Official Music Video – Vocal by Ha Phuong. (YouTube) In: Ha Phuong Official, 20. Oktober 2017.
  7. Asian Superstar Hà Phương Donates All Profits To Charity In: Look To The Stars, 24. Januar 2018. Abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch). 
  8. The Children’s Village of the Thien Duyen Temple. In: HaPhuongWorld.com.
  9. The Vietnam Relief Effort. In: HaPhuongWorld.com.
  10. Tình đẹp Hậu Giang. (Spotify) 1. Januar 2010, abgerufen am 30. Dezember 2025 (vietnamesisch).