Gymnasium der Stadt Lennestadt
| Gymnasium der Stadt Lennestadt | |
|---|---|
| Schulform | Gymnasium |
| Schulnummer | 170240 |
| Gründung | 1911 |
| Adresse | Am Biertappen 45, 57368 Lennestadt |
| Ort | Lennestadt-Altenhundem |
| Land | Nordrhein-Westfalen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 51° 6′ 23″ N, 8° 4′ 10″ O |
| Träger | Stadt Lennestadt |
| Schüler | 604[1] |
| Lehrkräfte | etwa 75 |
| Leitung | Birgitta Pieters (Schulleiterin) |
| Website | www.gymnasium-lennestadt.de |
Das Gymnasium der Stadt Lennestadt (GymSL) ist ein Gymnasium in Lennestadt-Altenhundem mit knapp 600 Schülern. Die Bildungseinrichtung beschäftigt rund 75 Lehrkräfte; Schulträger ist die Stadt Lennestadt.[2]
Geschichte
Die Schule wurde 1911 als Rektoratsschule in Altenhundem eröffnet. Hintergrund für die Gründungsbestrebungen seit 1902 waren fehlende höhere Bildungsmöglichkeiten im östlichen Teil des Kreises Olpe. Die ersten Räume befanden sich zunächst in einer ehemaligen Zigarrenfabrik. Ein Neubau, „Himbeerpenne“ genannt, folgte 1914. Als Zusatzgebäude wurde die Lenneschule genutzt.
Weil der damalige Rektor sich weigerte, eine Hakenkreuzfahne zu hissen, wurde er zur Zeit des Nationalsozialismus strafversetzt. 1942 wurde die Schule in eine Gemeindeoberschule umgewandelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie ein Progymnasium. Damit umfasste sie Gymnasialklassen bis zur Klasse 10. Abschluss war die Mittlere Reife. Zur Ablegung des Abiturs mussten die Schüler in eine andere Stadt wechseln.
1953 bezog die Schule den heutigen Standort „Biertappen“. Der Grundriss der Schule wurde patentiert.
Seit 1963 ist die Schule ein neusprachliches Vollgymnasium. Gerhard Junge war von 1971 bis 1979 Direktor der Schule. In jener Zeit nahm die Bedeutung der Naturwissenschaften stark zu. Heute bemüht sich die Schule um eine praxisnahe Ausbildung und der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Lehrer und Mitarbeiter eines örtlichen Industrieunternehmens kommen zur Planung und Durchführung von wirtschaftsnahen Projekten zusammen.[3]
1987 wurde mit dem „Kunsttempel“ ein eigenes Gebäude für den Kunstunterricht erbaut. Weitere Erweiterungen der Baulichkeiten erfolgten 1994. Im neuen Eingangsbereich befindet sich ein Foucaultsches Pendel.
Besonderheiten
Seit den 1980er Jahren dient der Schüleraustausch mit Frankreich – und seit den 2010er Jahren mit Polen – der Förderung der Völkerverständigung. Schulpartnerschaften bestehen mit dem Collège Albert Camus in Neuville-les-Dieppe, dem Collège Claude Monet in St. Nicolas d’Aliermont (beide in Frankreich) sowie dem Gimnazjum No. 3 Tomasa Morusa in Otwock in Polen.
Seit den 1990er Jahren existiert ein Projekt zur Hilfe für Straßenkinder in Nova Iguaçu, Brasilien, als eine Initiative von Schülern und Lehrern. Hierfür wird jährlich der sogenannte „Gebrauchtspielwarenmarkt“ veranstaltet, auf dem abgegebene Sachspenden verkauft werden. Der Erlös (2024: 18.000 €) wird anschließend gespendet.[4]
Zu den besonderen Unterrichtsangeboten gehört u. a. die „Bläserklasse“ in Kooperation mit der örtlichen Musikschule. Hierbei erhält eine Klasse des Jahrgangs keinen regulären Musikunterricht, sondern musiziert im Orchesterverbund und die verschiedenen Instrumentensätze erhalten in den Schulräumen Unterricht durch Musikschullehrkräfte. Ebenso gibt es verschiedene Arbeitsgruppen und Schülerprojekte, darunter ist seit 1990 der Krankenhausfunk „Radio Lennestadt“.[5] Zusammen mit dem örtlichen Verband der Funkamateure betreibt die Schule seit 2007 eine Wetterstation.[6] Die 2020 gegründete nachhaltige Schülergenossenschaft GymSL Geno eSG erzeugt und verkauft Honig aus den auf dem Schulgelände befindlichen Bienenstöcken und Apfelsaft aus den Äpfeln der Schulbäume.[7]
Seit 2011 finden wiederkehrend groß angelegte Inszenierungen von Opern und Operetten unter maßgeblicher Beteiligung der Schulchöre zusammen mit der Jungen Philharmonie Lennestadt und der örtlichen Musikschule statt.[8]
Für die Oberstufe und ehemalige Schüler gibt es den 2016 gegründeten Oberstufen- und Ehemaligenverein Abiturientia am GymSL e. V. In der Oberstufenzeit unterstützt der Verein die Jahrgänge bei der Organisation der außercurricularen Projekte (Abschlussball, Zeugnisvergabe, Jahrbuch etc.) und beteiligt sich an der Berufsorientierung, z. B. durch Ehemalige als „Berufspaten“. Die Vorstandsarbeit erfolgt dabei fast ausschließlich durch die Schüler selbst, so soll das Verantwortungsbewusstsein und das ehrenamtliche Engagement in der stark von Vereinen geprägten Region gestärkt werden. Der Vorstand ist folglich vergleichsweise jung. Daher wird durch erfahrene Vorstandsmitglieder die ordnungsgemäße Geschäftsführung in einem gemeinnützigen Verein an die Schüler ab Klasse 11 vermittelt. Die Ehemaligenabteilung pflegt eine Kontaktdatenbank und vermittelt u. a. bei Fragen zur möglichen Berufswahl Kontakte zwischen Ehemaligen und Schülern.[9][10]
Die Schule beteiligt sich intensiv am Prozess Agenda 21 und wurde 2008 vom Projekt „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW“ für verschiedene Projekte ausgezeichnet.[11]
Bauten
Im Wesentlichen besteht das Gymnasium heute aus sieben Gebäuden bzw. Gebäudeteilen. Den A-, B- und C-Block, die jeweils miteinander verbunden sind, einem separaten, generalsanierten D-Block (erreichbar über eine eigene Straßenbrücke), zwei Sporthallen und dem „Kunsttempel“, einem einzelnen Gebäude für den Kunst- und Werkunterricht. Dieser ist mit der neueren Turnhalle direkt verbunden. Die Schule verfügt außerdem über drei Computerräume, zwei neu renovierte Physikräume, einen Kinoraum, eine Filmwerkstatt, eine neue Cafeteria, eine Bibliothek und eine Kletterwand.
Bekannte Angehörige
Schulleiter:
- Peter Hattig, ehemaliger Handballnationalspieler; Schulleiter von 1992 bis 2003
Lehrer:
- Eva-Maria Houben, Komponistin, Organistin, Pianistin, Musikwissenschaftlerin und Hochschullehrerin; Lehrerin für Musik und Deutsch von 1984 bis 1986
- Petra Weschollek, ehemalige Biathletin, Sportwissenschaftlerin; Lehrerin für Sport und Französisch
Schüler:
- Ulrich Braukämper, Völkerkundler und Hochschullehrer; Schüler von 1954 bis 1959
- Reiner Rohlje, Unternehmer und Politiker (ALFA); Schüler von 1969 bis 1975
- Hanna Scholz, Schauspielerin und Model
- Benni Bauerdick, Radiomoderator bei 1LIVE; Abitur 2008
- Gregor Kaiser, Landtagsabgeordneter Kreis Olpe; Abitur 1994
Literatur
- Festschrift zur 50-Jahr-Feier des Neusprachlichen Gymnasiums i.E., Altenhundem. Altenhundem, 1963
- 75 Jahre Höhere Schule in Altenhundem: von der Rektoratschule zum Gymnasium. Lennestadt, 1986
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Information auf der Seite Schule Suchen des Schulministeriums Nordrhein-Westfalen. Zuletzt abgerufen am 10. März 2023.
- ↑ Website der Schule
- ↑ Kooperation Schule-Wirtschaft
- ↑ LokalPlus / LokalMedia GmbH: 40.000 Euro für Kinder in Brasilien – GymSL schreibt Spendenrekord. Abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ Radio Lennestadt ( vom 17. Oktober 2013 im Internet Archive)
- ↑ Website der Funkamateure ( vom 18. August 2010 im Internet Archive)
- ↑ GymSL Geno. In: Gymnasium der Stadt Lennestadt. Abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ Volker Eberts: Lennestadt: Beim neuen Musical des GymSl rollen die Tränen. 1. August 2023, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ Abiturientia am GymSL. In: Gymnasium der Stadt Lennestadt. Abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ Unsere Arbeit - Allgemein. In: Homepage des Abiturientia am GymSL e. V. Abiturientia am GymSL e. V., abgerufen am 20. Oktober 2025.
- ↑ Darstellung auf Seite der NUA ( vom 30. Dezember 2014 im Internet Archive)