Gutshaus Köchstedt

Das Gutshaus Köchstedt, auch als Schloss Köchstedt betitelt, ist ein denkmalgeschütztes Gutshaus im Ortsteil Köchstedt der Gemeinde Teutschenthal in Sachsen-Anhalt. Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist das Bauwerk unter der Erfassungsnummer 094 55041 als Baudenkmal verzeichnet.[1]

Baubeschreibung

Das Gebäude wurde im Stil eines Landschlosses erbaut. Durch diese Bauweise entstand im Volksmund die Bezeichnung „Schloss“. Das Gebäude verfügt über einen Treppenturm, eine komplexe Dachgestaltung mit verschiedenen Gaubentypen, drei Schweifgiebeln und einer vielgestaltigen Turmhaube.[2]

Um das Gutshaus erstreckt sich eine Parkanlage, in deren östlichen Teil sich das Gutshaus befindet.

Geschichte

Das Gutshaus des Gutshofes wurde in den Jahren 1906 und 1907 im Auftrag von Hans Ernst Koch errichtet.[2] Seine Vor- und Nachfahren waren hier und im benachbarten Bennstedt ansässig und verpachteten die beiden Gutshöfe teils untereinander. So bewirtschaftete Johannes Ernst Koch (1877–1959) von Köchstedt aus zeitweise auch den Gutshof in Bennstedt für seinen Bruder, den Oberstleutnant Moritz Adolph Otto Koch (1875–1945), mit.[3] Die Koch`s waren als Gutsherren auch die Patrone (Collateure) der örtlichen Kirchengemeinden[4] und häufig die Amtsvorsteher des Dorfes.[5]

Mitte der 1920er Jahre war Hans Koch, er hielt auch ein landwirtschaftliches Patent,[6] der Gutsbesitzer in Köchstedt, er war zeitgleich Pächter vom 285 ha-Familiengut Bennstedt des Oberstleutnant z. D. Otto Koch.[7]

Das Herrenhaus wurde der gesellschaftliche Mittelpunkt der Gutsbesitzerfamilie. Sibylle Koch heiratete auf Gut Köchstedt 1929 den Rittmeister und späteren Reitlehrer des Art.-Regiments 26 Raven von Barnekow, dessen jüngerer Bruder Marten von Barnekow ein erfolgreicher Reiter wurde.[8]

Archivalien

Literatur

Einzelnachweise

  1. Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19. 03. 2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. PDF.
  2. a b Martin Beitz: Schloss Köchstedt, In: Saalekreis im Bild, 2. Mai 2014, Stand 13. April 2023.
  3. Siehe Archivalien: Landesdesarchiv Sachsen-Anhalt.de/Query/Detail.: H 26 Gutsarchiv Bennstedt, 1522–1973 (Bestand-Benutzungsort: Wernigerode).
  4. Haase/Hilbert (Hrsg.): Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen, der Graf(f)schaften Wernigerode, Roßla und Stolberg. Mit Benitzung amtlicher Quellen. Zehnter Jahrgang, Selbstverlag, Magdeburg 1882, S. 211.
  5. Extra-Blatt zum 14. Stück des Amtsblatts der Königlichen Regierung zu Merseburg. Ausgegeben zu Merseburg den 4. April 1874, S. 2.
  6. Patentblatt. Vierteljährliches Namen-Verzeichnis. [1928-I]. 1. Vierteljahr, Namensverzeichnis zu den in der Zeit vom 1. Januar bis Ende März 1928 im Patentblatt veröffentlichten Gebrauchsmuster-Eintragungen, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1928 S. 35.
  7. Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen. [1922]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Hrsg. Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S., In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band V, (Paul Niekammer), 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 148–153.
  8. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1938. Jg. 38, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 17. Siehe: FamilySearch (Z. Zt. dieser Band dort nicht einsehbar).
Commons: Gutshaus Köchstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 28′ 33,6″ N, 11° 48′ 10,8″ O