Gusztáv Fenyő

Gusztáv Fenyő (* 2. Juli 1950 in Montevideo, Uruguay) ist ein ungarisch-australischer Pianist und Musikpädagoge.

Leben

Fenyő wurde in Montevideo geboren, wuchs aber in Buenos Aires auf. Er studierte am Konservatorium von Sydney und wurde bereits als Jugendlicher bekannt, als er den Konzertwettbewerb der Australian Broadcasting Commission mit Franz Liszts Erstem Klavierkonzert gewann. 1970 erhielt er die australische Staatsbürgerschaft. Er setzte sein Studium in London bei Maria Curcio, einer Schülerin von Artur Schnabel und an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest bei Pál Kadosa und Vilmos Tátrai fort. Dort trat er mit ungarischen Erstaufführungen von Werken Karlheinz Stockhausens, Pierre Boulez’, Iannis Xenakis’, John Cages und Tōru Takemitsu, aber auch Uraufführungen von Werken ungarischer Komponisten wie György Kurtág, Jószef Sári, Zsolt Serei und Gyala Csapó auf.

1978 debütierte er in der Wigmore Hall in London mit Kurtágs Games. Weitere Auftritte hatte er in London u. a. am Institute for Contemporary Arts und in der Cadogan Hall mit Werken von Karel Goeyvaerts, László Vidovszky, Kevin Volans und Beat Furrer. Mit einem umfangreichen Solo-, Kammermusik- und Konzertrepertoire trat er mit führenden Orchestern Großbritanniens, Ungarns, Rumäniens und Australiens unter der Leitung von Dirigenten wie Louis Frémaux, Seiji Ozawa, Hiroyuki Iwaki und János Fürst auf. Kammermusikpartner waren u. a. Vesselin Parashkevov, Susanne Stanzeleit, Alexander Janiczek, Roger Chase, Adrian Brendel, Andrew Shulman, Raphael Wallfisch, Ditta Rohmann, Ágnes Kállay, Johannes Goritzki, Gervase de Peyer, Michael Collins, Zoltán Kocsis und Balázs Szokolay.

In Konzertzyklen spielte Fenyő u. a. Bachs Wohltemperiertes Klavier (2018 in Glasgow), die 32 Klaviersonaten Beethovens (1990 in Glasgow und Edinburgh und 2019/20 erneut in Schottland und in Ungarn), sämtliche Werke für Klavier solo von Frédéric Chopin (1999 in Glasgow) und die 24 Präludien und Fugen von Dmitri Schostakowitsch (2014 in Glasgow). Mit der Geigerin Susanne Stanzeleit nahm er sämtliche Werke für Violine und Klavier von Béla Bartók auf. Weiterhin spielte er Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart, Beethoven, Chopin, Liszt, Bartók, Frederick Delius, Eugène Aynsley Goossens, Charles Villiers Stanford, Thomas Dunhill, Granville Bantock und Gyula Csapó ein.

Von 1980 bis 1992 unterrichtete Fenyő Klavier und Kammermusik an der Royal Scottish Academy of Music and Drama (seit 2011 Royal Conservatoire of Scotland). Außerdem unterrichtete an Institutionen und Sommerschulen in den USA, Kanada, Mexiko, Australien, Ungarn und der Slowakei. 1995 gründete er das Scottish Borders’ Summer Course and Chamber Music Festival, das er bis 2010 leitete.

Quellen