Gustavschacht
| Gustavschacht | |||
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| Allgemeine Informationen zum Bergwerk | |||
| Abbautechnik | Strebbau | ||
| Informationen zum Bergwerksunternehmen | |||
| Betreibende Gesellschaft | Potschappler Aktienverein | ||
| Betriebsbeginn | 1827 | ||
| Betriebsende | 1848 | ||
| Geförderte Rohstoffe | |||
| Abbau von | Steinkohle | ||
| Mächtigkeit | 4,00 m | ||
| Größte Teufe | 173 m | ||
| Geographische Lage | |||
| Koordinaten | 51° 0′ 22,2″ N, 13° 40′ 56,3″ O | ||
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| Standort | Birkigt | ||
| Gemeinde | Freital | ||
| Landkreis (NUTS3) | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | ||
| Land | Freistaat Sachsen | ||
| Staat | Deutschland | ||
Der Gustavschacht war eine Steinkohlengrube des Potschappler Aktienvereins. Der Schacht lag im zentralen Teil der Steinkohlenlagerstätte des Döhlener Beckens auf Birkigter Flur.
Geschichte
Der Besitzer des Rittergutes Potschappel, Johann Gustav Klette,[1] begann 1827 mit dem Teufen des Schachtes. Der bei 272 m ü. NN angesetzte Schacht erreichte eine Teufe von 166 Metern. Ab 151 Meter wurde das 1. Flöz mit einer Mächtigkeit von 4,00 Metern durchteuft und bei 155 m Teufe das Füllort angeschlagen. Zur Förderung kam ein Pferdegöpel zum Einsatz.
Der Schacht stand am Südrand in der zweiten Staffel des Roten Ochsen, der Hauptverwerfung im Döhlener Becken. Das Flöz ist hier um 32 Meter abgesunken. Mit einem Querschlag Richtung Süden wurde die Randzone der Verwerfung durchfahren und das nach Süden einfallende 1. Flöz wieder angefahren. In einer saigeren Teufe von 6,00 Metern unter dem 1. Flöz wurde dabei das 2. Flöz mit einer Mächtigkeit von 1,10 Metern und in einer saigeren Teufe von 5,00 Meter unter dem 2. Flöz das 3. Flöz mit einer Mächtigkeit von 1,00 Metern durchfahren. Um das Flöz in Richtung Norden wieder auszurichten, wurde ein 235 Meter langes Fallort aufgefahren. Mit einer Saigerteufe von 112 Metern wurde das 1. Flöz bei +5 m NN erreicht. Der Abbau in dem stark gestörten Flöz wurde nicht aufgenommen und eine geplante Weiterteufe des Schachtes aufgegeben. In den Abbau einbezogen wurde diese Terrasse des Roten Ochsen in den Jahren 1956 bis 1959 vom VEB Steinkohlenwerk Freital über den Schacht 4 im Revier Heidenschanze. Die Lage des Gustavschachtes am Rande der Verwerfung ließ nur eine Kohlegewinnung Richtung Süden bis zum Revier der Burgker Werke zu.
Zur Entwässerung des Grubenfeldes diente der in einer Teufe von 115 Metern einkommende Potschappler Stolln.
Im Jahr 1836 wurde der Schacht vom Potschappler Aktienverein übernommen, und nach Erschöpfung der Vorräte 1848 abgeworfen.
In 35 Meter westlicher Entfernung vom Schacht wurde 1978 der Blindschacht 2 durch den Bergbaubetrieb „Willi Agatz“ der SDAG Wismut geteuft. Ab 1983 wurde von hier aus das Feld am Gustavschacht erneut aufgefahren. In der Horizontalförderung kamen hier Akkulokomotiven vom Typ EL 9 zum Einsatz.[2]
Literatur
- Eberhard Gürtler, Klaus Gürtler: Der Steinkohlenbergbau im Döhlener Becken – Schächte links rechts der Weißeritz, Haus der Heimat Freital, 2000
- Hermann Credner: Erläuterungen zur geologischen Specialkarte des Königreichs Sachsen, Königliches Finanz-Ministerium, Leipzig, 1892
Einzelnachweise
- ↑ Bestand 10488 Grundherrschaft Potschappel im Sächsischen Staatsarchiv – Hauptstaatsarchiv Dresden
- ↑ Die Grubenbahnen des Freitaler Steinkohlen- und Uranbergbaus; Historische Feldbahn Dresden e.V.