Gustav Wilhelm Körber

Gustav Wilhelm Körber (* 10. Januar 1817 in Hirschberg, Schlesien; † 27. Juli 1885 in Breslau) war ein preußischer, deutscher Botaniker (Lichenologe). Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Körb.

Leben

Körber studierte Botanik ab 1835 in Breslau und ab 1838 in Berlin und wurde 1839 promoviert (De gonidis lichenum). Danach war er ab 1842 Lehrer für Naturgeschichte am Elisabeth-Gymnasium in Breslau und ab 1862 Privatlehrer. 1873 wurde er Professor für Botanik in Breslau.

Er bekannte sich offen zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[1] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Mit der Widmung Hommage au grand Darwin wurde Dr. Gust. Wilh. Koerber, a. o. Professor an der Universitaet zu Breslau 1876 auf Blatt 5 (Jena) in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[2]

Er befasste sich mit Flechten vor allem aus Schlesien und Mitteleuropa, aber auch aus dem übrigen Europa, dem Mittelmeerraum und arktischen Regionen. Neben Flechten befasste er sich auch zum Beispiel mit Moosen.

Die Flechten-Gattungen Koerberia und Koerberiella sind ihm zu Ehren benannt.

1851 wurde er Mitglied der Leopoldina.[3]

Schriften

  • Grundriss der Kryptogamenkunde, Breslau 1848
  • Systema lichenum Germaniae: Die Flechten Deutschlands (insbesondere Schlesiens), Breslau: Trewendt und Granier 1855
  • Parerga lichenologica: Ergänzungen zum Systema lichenum Germaniae, Breslau: Trewendt 1865
  • mit Emanuel Weiss: Lichenen aus Istrien, Dalmatien und Albanien, 1867
  • Lichenen Spitzbergens und Novaja-Semlja's, auf der Graf Wilczek'schen Expedition, 1872
  • mit J. Friedrich Caflisch, Gottfried Deisch: Übersicht über die Flora von Augsburg, Augsburg 1850

Literatur

  • Vitus Grummann, Biographisch-bibliographisches Handbuch der Lichenologie, Gerstenberg 1974

Einzelnachweise

  1. Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT
  2. Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 68, 2, Münster 2006 (PDF)
  3. Mitgliedseintrag von Gustav Wilhelm Körber bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 22. Juli 2022.