Gustav Söchtig
Gustav Söchtig (* 18. August 1904 in Bredelem im Landkreis Goslar; † 19. August 1990 in Minden) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).
Leben
Gustav Söchtig erlernte nach dem Besuch des Realgymnasiums Goslar (Obersekundareife) den Beruf des Försters (Revierförsterprüfung im April 1930 in Warstein) und erhielt bei den Vereinigten Waldbesitzern des Amtes Hausberge im Landkreis Minden eine Anstellung bis Ende März 1932, als er arbeitslos wurde. Er engagierte sich in der Politik und wurde zum 1. Februar 1931 Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 433.993 Ortsgruppe Barkhausen). 1932 wurde er NSDAP-Ortsgruppenleiter von Holzhausen und ab 1933 Bürgermeister des Ortes. Diese Ämter bekleidete er bis zum 8. Juni 1934, als er Kreisleiter (Nachfolger von Emil Leweke) im Kreis Steinfurt[1] wurde. Dort schied er bereits am 1. Oktober aus dem Amt, weil ihm „eine rein politische Tätigkeit absolut nicht zusagte“. Der Landesforstmeister bei der Bezirksregierung Minden berief ihn daraufhin als Revierförster in den Staatsforst Atteln und Söchtig übernahm in Atteln die Funktion des Ortsgruppenleiters. Bevor er im August 1941 zur Wehrmacht einberufen wurde, war er als Revierförster (Försterei Tengowitz und Försterei Dämmerwald, Forstamt Wesel) tätig. Zum Jahresende 1942 wurde er aus der Wehrmacht entlassen und bereits im Frühsommer wieder einberufen. Er wurde Feldwebel und Kompanieführer und war von September 1943 bis Februar 1944 an der Ostfront und danach in Frankreich eingesetzt. Er geriet in Kriegsgefangenschaft, wurde zunächst in Darmstadt und später bis zum 9. Oktober 1947 im Lager Recklinghausen interniert.
Im Entnazifizierungsverfahren wurde er vom Hauptamt Büren am 14. September 1948 in die Kategorie IV (Mitläufer) (ohne Einschränkungen) eingestuft. Es verhängte keine Freiheitsstrafe, denn Söchtig hatte eine 25-monatige Internierung hinter sich. Er lebte im Raum Porta Westfalica und verdiente seinen Lebensunterhalt als Revierförster.
Mitgliedschaften
- 1934 – 1945 Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV)
- seit 1936 Reichskolonialbund
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 191 (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Dieter Heymann: Blick ins Verderben, Der zweite Fall für Kriminalsekretär Martin Voß. 2024 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).