Gustav Klöpper

Gustav Klöpper (* 6. Januar 1898 in Iserlohn; † 11. August 1979) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).

Leben

Gustav Klöpper wurde als Sohn des Monteurs Ludwig Klöpper geboren und meldete sich nach der Obersekundareife an der Realschule in Paderborn freiwillig zum Kriegsdienst und wurde im Frühjahr 1919, mehrmals verwundet, als Vizefeldwebel entlassen. In einer Paderborner Maschinenfabrik absolvierte er eine Schlosserlehre und war anschließend als Konstrukteur und Kalkulator eingesetzt. Von 1922 bis 1924 erhielt er am Technikum Lage eine Ausbildung zum Ingenieur. Nach einem knappen Jahr Arbeitslosigkeit wurde er bei einer Berliner Firma eingestellt, bis er 1927 beim Berufspädagogischen Institut Köln bis 1930 zum Gewerbeoberlehrer ausgebildet wurde und zum 1. Februar 1931 als Berufsschullehrer in Lübbecke Beschäftigung fand. 1935 trat er dem Nationalsozialistischen Lehrerbund bei, dem er bis 1943 angehörte. Zum 1. Oktober 1937 wurde er dort Berufsschuldirektor und blieb bis Kriegsende in diesem Amt.

Klöpper trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.479.443).[1] Ende 1933 wurde er Kreisfunkwart, 1934 Leiter der NS-Kulturgemeinde und 1935 Leiter des Kreisschulungsamtes. Im Februar 1940 übernahm er vertretungsweise das Amt des NSDAP-Kreisleiters in Lübbecke, wurde bereits im September des Jahres wegen Arbeitsüberlastung abgelöst.[2] Von 1934 bis 1945 gehörte er der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt und im gleichen Zeitraum dem Nationalsozialistischen Fliegerkorps an. Ab 1941 leitete Klöpper neben der Berufsschule Lübbecke auch die Kreisberufsschule Paderborn und war bis Jahresende 1944 ehrenamtlicher Leiter der SD-Stelle in Lübbecke. Kurz vor dem Ende des Krieges, am 27. März 1945, wurde er NSDAP-Kreisleiter in Paderborn.[3]

Wegen seiner Aktivitäten für die Nationalsozialisten wurde er vom 26. April 1945 bis zum 12. Februar 1948 in Recklinghausen bzw. im Internierungslager Staumühle interniert. Die Spruchkammer Hidessen verurteilte ihn am 28. Januar 1948 zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten, die durch die Internierung verbüßt waren. Im Entnazifizierungsverfahren stufte ihn der Hauptausschuss Minden am 15. August 1949 in die Kategorie IV (Mitläufer) ein.

Im Nachkriegsdeutschland verdiente Klöpper seinen Lebensunterhalt zunächst als Ingenieur bei einer Rahdener Maschinenfabrik. Im September 1949 beantragte er bei der Kreisverwaltung Lübbecke seine Wiedereinstellung als Lehrer. Nach einer höchst kontrovers geführten Debatte entschied der Kreistag Lübbecke am 16. Juli 1953 die Wiedereinstellung als Schulleiter der Berufsschule Lübbecke. Diese Entscheidung fand – nach langem Zögern – am 23. November 1954 die Zustimmung des NRW-Kultusministeriums. Zum 31. März 1963 trat er in den Ruhestand, war aber von 1965 bis Ende Oktober 1970 nebenamtlich als Lehrkraft tätig.

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 160 (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/20970100
  2. Arno Schröder: Mit der Partei vorwärts!zehn Jahre Gau Westfalen-Nord: unter Verwendung amtlicher Unterlagen von Parteidienststellen. Lippische Staatszeitung N.S. Verlag GmbH, 1940 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. www.territorial.de: Landkreis Paderborn