Gustav Georg König von Königsthal
Gustav Georg König, ab 1758 König von Königsthal (* 30. April 1717 in Altdorf bei Nürnberg; † 8. Januar 1771 in Wetzlar) war ein deutscher Rechtsgelehrter.
Leben
König war Sohn des Universitätsnotars der Universität Altdorf Jobst Lazarus König. Er studierte Rechtswissenschaften an der Altdorfer Universität sowie an der Universität Jena. Ab 1738 begleitete er einen Nürnberger Patriziersohn als Hofmeister auf einer ausgedehnten Reise durch Frankreich und die Niederlande. Nach Altdorf 1740 zurückgekehrt, wurde er dort 1741 promoviert. 1742 trat er in den Justizdienst der Stadt Nürnberg ein. Allerdings wurde er vielfach abgesandt. Er hielt sich für die Stadt Nürnberg viel am Reichskammergericht in Wetzlar auf. Mehrfach war er in Angelegenheiten der Reichsstadt Nürnberg, aber auch verschiedener deutscher Fürsten, in Wien, unter anderem am Reichshofrat.
König trat 1757 seine siebte Wienreise an und wurde in diesem Kontext Hessen-Homburgischer Hofrat sowie Nürnbergischer Ratskonsulent, 1758 im Kontext seiner achten Wienreise Schwarzburg-Sondershausenischer Geheimer Legationsrat. In diesem Jahr wurde er durch Fürst Heinrich I. von Schwarzburg-Sondershausen mit dem Beinamen von Königsthal nobilitiert. 1759 reiste er ein neuntes Mal nach Wien. Im Zuge dieser Reise wurde er Hessen-Homburgischer Geheimer Rat und von Kaiser Franz I. in den erblichen Reichsadelsstand erhoben. Er erhielt 1760 die Ernennung zum Oettingen-Wallersteinischen sowie zum Nassau-Usingenischen wirklichen geheimen Rat. In Nürnberg rückte er auf die Stelle des vordersten Ratskonsuenten auf. Er wurde 1768 für die Reichsstadt Nürnberg zur Zweiten Wetzlarer Visitation des Reichskammergerichts entsendet. Seine Tätigkeit als Assessor beim Reichskammergericht konnte er nicht mehr aufnahmen, da er kurz zuvor starb.
König, der neben seiner praktischen Tätigkeit auch vielfach schriftstellerisch in Erscheinung trat, wurde am 10. Dezember 1761 in die Bayerische Akademie der Wissenschaften als Mitglied aufgenommen.
Werke (Auswahl)
- Capitulatio Harmonica das ist Der Allerdurchlauchtigsten Römisch-Kayserlichen und Königlichen Majest. Majest. Josephi und Caroli VI. errichtete Wahl-Capitulationes Römisch-Kaiserlichen, Riegel, Nürnberg 1741.
- De Foro Concvrsvs Militis Obaerati, Meyer, Altdorf 1741.
- Sublimis statuum S. R. G. imperii advocatia patrimonialis et ecclesiastica ordinaria, quae, vigore superioritatis territorialis, legaliter eis competit, ex historia, iure, actibus et documentis illustrata, probata, Das ist: Geschichte und Rechte der Landes-Hoheit, und der ohnzertrennlich darmit verbundenen Erb-Schutz- und Erb-Kasten-Vogteylichen Obrigkeit ... über die in der Reichs-Graffschafft Oettingen-Wallerstein gelegenen Reichs-Vogtey Neresheim, Winckler, Wetzlar 1755.
- Nachlese in den Reichs-Geschichten, bestehend in einer neuen Sammlung von ungedruckten Reichs-Tags- und ins besondere von Reichs-Städtischen-Collegial-Handlungen unter der Regierung Kaiser Friederichs III., Raspe, Frankfurt und Leipzig 1759.
- Corpvs Ivris Germanici Pvblici Ac Privati : Hactenvs Ineditvm E Bibliotheca Senckenbergiana Emissvm Et Praefamine Ipsivs Splendidissimi Possessoris Ornatvm, 2 Bände, Raspe, Frankfurt am Main 1760–1766.
- Evangelisch-gemeynte Gedancken über das Jus Eundi In Partes, Frankfurt und Leipzig 1765.
Literatur
- König von Königsthal (Gustav Georg). In: Clemens Alois Baader: Lexikon verstorbener baierischer Schriftsteller des achtzehenten und neunzehenten Jahrhunderts, Jenisch und Stage: Augsburg 1824, S. 292–295 (online).
- Albert Teichmann: König von Königsthal, Gustav Georg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 522 f.
Weblinks
- Werke von und über Gustav Georg König von Königsthal in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Michael Diefenbacher: Es geschah vor 300 Jahren: Zu Gustav Georg König, Beitrag vom 30. April 2017 auf stadtarchive-metropolregion-nuernberg.de