Gurdial Singh Dhillon
Gurdial Singh Dhillon (Panjabi ਗੁਰਦਿਆਲ ਸਿੰਘ ਢਿੱਲੋਂ, Hindi गुरूदयाल सिंह ढिल्लों; * 6. August 1915 in Panjwar, Amritsar, Punjab, Britisch-Indien; † 23. März 1992 in Neu-Delhi) war ein indischer Politiker des Indischen Nationalkongresses (INC), der unter anderem Mitglied und von 1969 bis 1979 Sprecher der Lok Sabha sowie zeitweise Minister war.
Leben
Gurdial Singh Dhillon absolvierte nach dem Schulbesuch zunächst ein grundständiges Studium am Khalsa College in Amritsar und am Government College Lahore, welches er mit einem Bachelor of Arts (B.A.) beendete. Im Anschluss begann er ein Studium der Rechtswissenschaft an der University of the Punjab und schloss dieses 1937 mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) mit Auszeichnung erster Klasse ab. Er war im Anschluss als Rechtsanwalt sowie von 1948 bis 1952 als Herausgeber der in Panjabi erscheinenden Tageszeitung „Vartman“ und der in Urdu veröffentlichten Tageszeitung „Sher-i-Bharat“ auch journalistisch tätig. Daneben engagierte er sich von 1948 bis 1951 als Mitglied des Pressebeirats Punjab und des Exekutivkomitees der Journalistenvereinigung Punjab sowie zwischen 1948 und 1952 Geschäftsführer der National Sikhs Newspapers Ltd. und zugleich Präsident der Journalistenvereinigung Amritsar. Er gehörte außerdem 1950 zu den Gründungsmitgliederm der Indian Federation of Working Journalists (IFWJ).[1][2]
Er begann seine politische Laufbahn für den Indischen Nationalkongress (INC) im Bundesstaat Punjab und war zwischen 1948 und 1953 Präsident des Komitees des INC von Amritsar. Er war von 1952 bis 1967 Mitglied der Legislativversammlung von Punjab (Vidhan Sabha) und zunächst von 1952 bis 1954 stellvertretender Sprecher der Legislativversammlung und zugleich Vorsitzender des Haushaltsausschusses. Im Anschluss fungierte er zwischen 1954 und 1962 als Sprecher der Legislativversammlung dieses Bundesstaates, ehe er zwischen 1964 und 1966 Minister in der Bundesstaatsregierung von Chief Minister Ram Kishan war. Innerhalb des INC gehörte er zwischen 1949 und 1954 dem Exekutivkomitee des Punjab Congress Committee als Mitglied an und war von 1952 bis 1954 auch Vorsitzender der zum INC gehörenden Organisation Seva Dal im Punjab. Des Weiteren wurde er 1956 Mitglied des Senats der Panjab University in Chandigarh und war von 1963 bis 1964 Vorsitzender des Praja Tantra Congress sowie zwischen 1965 und 1967 Generalsekretär und Vorsitzender der Fraktion der Kongresspartei in Punjab. Darüber hinaus wurde er 1964 Mitglied des All India Congress Committee (AICC), des Präsidiums der Kongresspartei.[1][2]
Dhillon, der zwischen 1957 und 1977 an zahlreichen Konferenzen und Tagungen der Commonwealth Parliamentary Association (CPA) teilnahm, wurde bei der Parlamentswahl vom 15. bis 21. Februar 1967 für den INC im Wahlkreis „Ferozepur“ erstmals zum Mitglied der Lok Sabha gewählt, des Unterhauses des Parlaments (Bhāratīya Sansad), und gehörte dieser nach seiner Wiederwahlen bei der Parlamentswahl vom 1. bis 10. März 1971, der Parlamentswahl vom 16. bis 20. März 1971, der Parlamentswahl am 3. und 6. Januar 1980 sowie der Parlamentswahl am 24., 27. und 28. Dezember 1984 bis zur Parlamentswahl am 22. und 26. November 1989 an. Er war zwischen 1967 und 1968 Mitglied des Verwaltungsrats des Indischen Rates für Agrarforschung und gehörte von 1968 und 1969 dem Senat der Punjabi University in Patiala als Mitglied an. Nachdem er zwischen 1968 und 1969 Vorsitzender des Ausschusses für öffentliche Unternehmen war, löste er am 8. August 1969 Neelam Sanjiva Reddy[3] als Sprecher der Lok Sabha ab und bekleidete das Amt des Parlamentspräsidenten bis zu seiner Ablösung durch Bali Ram Bhagat[4] am 1. Dezember 1975.[5] Er war außerdem zwischen 1969 und 1975 Präsident des Instituts für Verfassungs- und Parlamentsstudien und fungierte von 1971 bis 1974 als Vorsitzender des Ständigen Ausschusses der Sprecher der Parlament der Länder des Commonwealth of Nations sowie zugleich als Vorsitzender der Konferenz der Vorsitzenden der Gesetzgebenden Körperschaften Indiens. Daneben war er zwischen 1971 und 1978 auch Mitglied des Senats der Guru Nanak Dev University in Amritsar, von 1973 bis 1981 Vorsitzender des Unterausschusses und des Verwaltungsausschusses des Jallianwala Bagh National Memorial Trust sowie des Weiteren zwischen 1974 und 1981 Dekan der Juristischen Fakultät und Vorsitzender des Prüfungsausschusses für Rechtswissenschaften der Punjab University in Chandigarh.[1][2]
Als Nachfolger von Uma Shankar Dikshit[6] wurde Dhillon am 1. Dezember 1975 zum Minister für Transport und Schifffahrt im Kabinett Indira Gandhi II ernannt und bekleidete dieses Amt bis zum Ende der Amtszeit von Premierminister Indira Gandhi[7] am 24. März 1977.[8] Danach übernahm er zahlreiche innerhalb der Parteiführung des INC und fungierte zwischen 1977 und 1981 zeitgleich als Mitglied des Zentralen Wahlkomitees, Mitglied des Parlamentsausschusses sowie als Ständiger Gast im Arbeitsausschuss des AICC und war darüber hinaus von 1978 bis 1980 Vorsitzender des Disziplinarausschusses des AICC. Als Nachfolger von Tapishwar Narain Raina wurde er im Mai 1980 Hochkommissar in Kanada und verblieb auf diesem diplomatischen Posten in Ottawa bis 1982. Er war zwischen 1984 und 1986 abermals Dekan der Juristischen Fakultät und Vorsitzender des Prüfungsausschusses für Rechtswissenschaften der Punjab University in Chandigarh sowie zwischen 1985 und 1986 noch einmal Mitglied des Senats der Guru Nanak Dev University in Amritsar. Er fungierte 1985 und 1986 als Leiter der indischen Delegation bei der 41. und 42. Sitzung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen in Genf und wurde 1986 zum Präsidenten des Landwirtschaftsverbandes gewählt. Am 12. Mai 1986 wurde er in das Kabinett Rajiv Gandhi berufen und löste Buta Singh[9] als Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung berufen. Dieses Ministeramt bekleidete er bis zu seiner Ablösung durch Bhajan Lal[10] am 14. Februar 1988 und gehörte zugleich seit dem 25. Juni 1986 der Planungskommission als Mitglied an.[1][2][11]
Er war seit 1954 mit Ranbir Kaur verheiratet.
Weblink
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Member Detail. Lok Sabha, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
- ↑ a b c d Gurdial Singh Dhillon. Prabook, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
- ↑ Reddy, N(eelam) Sanjiv. rulers.org, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
- ↑ Bhagat, Bali Ram. rulers.org, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
- ↑ India: Lok Sabha Speakers. rulers.org, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
- ↑ Dikshit, Uma Shankar. rulers.org, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
- ↑ Gandhi, Indira (Priyadarshini). rulers.org, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
- ↑ COUNCIL OF MINISTERS GANDHI 3 ( vom 8. Februar 2020 im Internet Archive)
- ↑ Singh, (Sardar) Buta. rulers.org, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
- ↑ Lal, Bhajan. rulers.org, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).
- ↑ COUNCIL OF MINISTERS R. GANDHI 2 ( vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)