Gumpolt Giltlinger

Gumpolt Giltlinger, auch Gumpelt oder Gumbold (* um 1455; † 1522), war ein deutscher Maler und Glasmaler.

Leben

Gumpolt Giltlinger war ein Maler, der 1522 in Augsburg tätig war und 1481 den Auftrag erhielt, eine Tafel für den Michaelsaltar der Augsburger Liebfrauenkirche zu malen. Die Arbeit wurde 1484 vollendet und auf dem neugeweihten Altar aufgestellt, wofür er eine hohe Summe von 400 fl. erhielt. Diese Arbeit ist jedoch verloren gegangen. Gumpolt stellte sich häufig der Zunft vor und wurde mehrmals in den Baumeisterbüchern erwähnt. Er war auch viele Jahre für das Kloster Sankt Ulrich und Afra beschäftigt und schuf mehrere Werke für dieses Kloster zwischen 1493 und 1496. Darunter war eine Tafel für eine Kapelle, Altarbilder und Fresken für den Refektorium der Abtei, wofür er häufig selbst Geld sammeln musste.

Im Jahr 1537 zerstörten reformatorische Anhänger viele der Altäre und Kirchen im Kloster, und von Gumpolts Arbeiten blieben nur die Flügel eines Altarblattes erhalten, die Heilige Petrus und Paulus sowie Andreas und Simpertus zeigen. Diese Flügel sind das einzige urkundlich dokumentierte Werk von Gumpolt, während viele andere Werke verloren sind. Eine Anbetung der Könige wird ihm zugeschrieben, wobei es zwei erhaltene Repliken gibt, eine in Augsburger Privatbesitz und die andere im Louvre in Paris. Das Augsburger Stück wurde restauriert und übermalt, während das Pariser Exemplar gut erhalten ist und als original angesehen wird. Es gibt jedoch Fragen zur Echtheit, da die Komposition fortgeschritten scheint und eher einem jüngeren Künstler zugeschrieben werden könnte.

Eine Werkstattarbeit einer Anbetung der Könige befindet sich in den Uffizien zu Florenz. Einige Details der Figuren ähnlichen sich anderen Kompositionen von Gumpolt. Ein weiteres Werk, das als Anbetung der Könige aus einem Augsburger Kloster gilt, wurde ebenfalls Gumpolt zugeschrieben, scheint aber einer anderen Generation anzugehören. Frühere Forschung hat Gumpolt auch mit anderen kleineren Werken in Verbindung gebracht, die heute anderen Künstlern zugeschrieben werden.

Ein weiteres Beispiel sind die kleineren Orgelflügel der St. Annakapelle in Augsburg, die zuerst Gumpolt zugeschrieben wurden, dann jedoch Jörg Breu dem Älteren zugeordnet wurden. Gumpolt wird aufgrund einer missverstandenen Signatur „G. i. A.“ auch mit einem anderen Künstler in Verbindung gebracht, der Designs für Holzschnitte erstellt hat. Derartige Verwirrungen über die Zuschreibung von Kunstwerken sind häufig und zeigen, wie schwierig es ist, die Werke und den Einfluss von Künstlern aus dieser Zeit zu bestimmen.

Es wird angenommen, dass er die Glasfenster Schutzmantelmadonna sowie das Jüngste Gericht im Mortuarium Eichstätt schuf.

Literatur

Commons: Gumpolt Giltlinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien