Guinotia dentata

Guinotia dentata

Guinotia dentata

Systematik
Teilordnung: Krabben (Brachyura)
Überfamilie: Pseudothelphusoidea
Familie: Pseudothelphusidae
Unterfamilie: Guinotinae
Gattung: Guinotia
Gattung: Guinotia dentata
Wissenschaftlicher Name der Unterfamilie
Guinotinae
Pretzmann, 1971
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Guinotia
Pretzmann, 1965
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Guinotia dentata
(Latreille, 1825)

Guinotia dentata (Synonym Telphusa dentata) ist eine in der östlichen Karibik im Bereich der Kleinen Antillen (Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia) beheimatete Süßwasserkrabbe.[1] Sie ist der einzige Vertreter der Gattung Guinotia und der Unterfamilie Guinotinae.[2] Guinotia dentata spaltete sich von etwa 30 Millionen Jahren von den nächsten Verwandten, den Kingsleyinae, ab und ist auch geografisch von dieser Unterfamilie isoliert.[1] Der Name der Gattung und Unterfamilie ist der französischen Karzinologin Danièle Guinot gewidmet.

Merkmale

Gattung und Unterfamilie

Der vordere Seitenrand des Carapax ist fein gesägt. Der Exopodit des dritten Maxillipeden erreicht nicht den körperfernen Rand des Ischium, das Verhältnis der Längen von Exopodit und Ischium beträgt etwa 0,3. Der Ausströmkanal der Kiemenkammer ist offen, zwischen jugalem und seitlichen Winkel besteht eine Lücke.[1]

Die Unterfamilien der Pseudothelphusidae werden anhand der komplexen Gestalt des ersten Gonopodiums abgegrenzt. Bei den Guinotinae ist der körpernahe Abschnitt dick und zeigt eine Einziehung am letzten Drittel. Die Randnaht und die Randleiste sind gerade, die Randplatte formt eine halbkreisförmige Höhle an der Spitze. Die seitliche Fläche am Ende ragt in einen spiralförmigen Fortsatz, der zur Seite umbiegt. Die Ansammlung von Dornen in der Spitzenhöhle befindet sich an der inneren Oberfläche der Basis dieses Fortsatzes. Die Dornen sind quer und vertikal orientiert. Innenseitig gibt es einen gut entwickelten dreieckigen Zahn in Höhe der Spitzenhöhle. Der hintere Kamm zeigt eine halbkreisförmige Vorwölbung zwischen Randfortsatz und dem Zahn. Die Öffnung des Spermienkanals liegt in hinterer Position an der Basis der Innenfläche des hinteren Kamms.[1]

Art

Der Carapax ist bis zu 6 cm lang und ziemlich breit, die Länge beträgt 3/5 der Breite. Er ist schokoladenbraun und gelb gefärbt, im hinteren Teil des Carapax gibt es ein Paar schokoladenbrauner Flecken. Bei manchen Exemplaren ist nahezu der gesamte Carapax gelb, bei diesen Tieren sind die braunen Flecken gelber und kleiner. Die Augenstiele sind gelb bis gelbbraun, die Cornea ist schwarz.[3] Die Scherenbeine sind deutlich heller als der Carapax.[4]

Lebensraum und Lebensweise

Guinotia dentata kommt in allen Süßwasserbereichen vor. Sie besiedelt Bäche, Gräben, Teiche, Versickerungsbereiche und Höhlen in einer Höhe von bis 870 Metern.[3] Manchmal werden die Tiere auch mehrere Dutzend Meter von Gewässern entfernt aufgefunden. Sie leben versteckt unter Baumwurzeln, Felsen und Faulholz, wo sie sich flache Baue graben.[4]

Die Art ist ein Allesfresser (Omnivor). Sie hat eine direkte Entwicklung ohne Larvenstadien, alle für die Entwicklung notwendigen Nährstoffe sind im Cytoplasma des Eis gespeichert. Die Eier werden von den Weibchen bis zum Schlupf der Jungkrabbben unter dem Pleon getragen. Anschließend beschützt das Weibchen seinen Nachwuchs.[4]

Einzelnachweise

  1. a b c d Fernando Álvarez, Juan Carlos Ojeda, Edvanda Souza-Carvalho, José Luis Villalobos, Célio Magalhães, Ingo S. Wehrtmann, Fernando L. Mantelatto: Revision of the higher taxonomy of Neotropical freshwater crabs of the family Pseudothelphusidae, based on multigene and morphological analyses. In: Zoological Journal of the Linnean Society. Band 193, Nr. 3, 2021, S. 973–1001, doi:10.1093/zoolinnean/zlaa162 (englisch, oup.com).
  2. Guinotia dentata (Latreille, 1825). In: World Register of Marine Species. Abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  3. a b Kristy Venable: Photographic Guide to the Freshwater and Terrestrial Crabs of Dominica. In: Dominica Study Abroad. 2004 (englisch).
  4. a b c Guinotia dentata (Latreille, 1825). In: biolib.cz. Abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).