Gudrun Schretzmeier

Gudrun Schretzmeier (geboren 29. Mai 1941 in Stuttgart; gestorben 28. September 2025)[1] war eine deutsche Kostümbildnerin. Sie gestaltete die Kostüme von mehr als 160 Theater-, Opern-, Tanz-, Film- und TV-Produktionen. 1985 war sie eine Mitbegründerin des Theaterhauses Stuttgart.

Leben

Nach einer Schneiderlehre machte Gudrun Schretzmeier eine Ausbildung an der Staatlichen Modeschule Stuttgart. Im Anschluss arbeitete sie als Assistentin bei den Bayreuther Festspielen und beim Haute-Couture-Haus Jaques Esterel in Paris.[1]

Von 1963 bis 1968 war sie Assistentin der Geschäftsleitung von „Theaterkunst“ in München. Ab 1968 leitete sie die Kostümabteilung beim Süddeutschen Rundfunk Stuttgart. 1970 heiratete sie Werner Schretzmeier. Ab 1971 war sie als freischaffende Kostümbildnerin tätig. Ab den 1990er Jahren arbeitete sie auch als Bühnenbildnerin. Ab 2019 war sie Gastdozentin an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart.[1]

Schretzmeier war 1985 gemeinsam mit Werner Schretzmeier und Peter Grohmann Mitbegründerin des Theaterhauses Stuttgart und ab 1984 Mitglied im Vorstand/Aufsichtsrat des Theaterhaus e.V. Stuttgart. Dabei war ihr regelmäßiges Einkommen die finanzielle Grundlage für die Gründung.[2] Von 2015 bis 2019 war sie Mitglied im Vorstand der Deutschen Filmakademie.[1]

Wirken

Schretzmeier gestaltete die Kostüme von mehr als 160 Theater-, Opern-, Tanz-, Film- und TV-Produktionen, darunter die folgenden Kinofilme:[1]

Fernsehfilme:[1][3]

  • Die ungeliebte Frau (1972, Regie: Tom Toelle)
  • Die Kameliendame (1977, Regie: Tom Toelle)
  • Der Schrei der Eule (1986, Regie: Tom Toelle)
  • König der letzten Tage (1993, Regie: Tom Toelle)
  • Der Aufstand (2002, Regie: Hans-Christoph Blumenberg)
  • Tatort – Hart an der Grenze (2007, Grunddesign, Regie: Elmar Fischer)
  • Unverschämtes Glück (2015, Regie: Hartmut Schoen)

Sie gestaltete Bühne und Kostüme für zahlreiche Produktionen des Theaterhaus Stuttgart. 2008 begann eine bis zu ihrem Tod anhaltende Zusammenarbeit mit dem Choreographen Eric Gauthier. Darüber hinaus schuf Schretzmeier auch die Kostüme für weitere Produktionen von Gauthier Dance, darunter für Seven Sins – Wollust (Choreographie: Hofesh Shechter), Swan Lakes – Swan Cake (Choreographie: Hofesh Shechter) und EGON king MADSEN lear (Choreographie: Mauro Bigonzetti).[1]

Ihr Credo war, dass das Kostüm eines Schauspielers „seine zweite Haut“ sei, die „nur auffallen sollte, wenn es dramaturgisch wichtig ist“. Ihr wurde attestiert, dass sie ein „präzises Auge für sprechende Details“ hätte.[2]

Auszeichnungen

Für ihre Arbeit wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter:[1]

Literatur

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Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Theaterhaus Mitgründerin Gudrun Schretzmeier verstorben: „Die Menschen sollen leuchten“. In: Theaterhaus Stuttgart. 2. November 2025, abgerufen am 5. Dezember 2025.
  2. a b Roland Müller: Ihre Kleidung machten Leute - zum Tod von Gudrun Schretzmaier. In: Stuttgarter Zeitung. 29. September 2025.
  3. Gudrun Schretzmeier / Theaterhaus-Gründerin | Bühnen- & Kostümbild. In: Theaterhaus Stuttgart. Abgerufen am 5. Dezember 2025.