Gudrun Hanisch

Gudrun Hanisch (geb. Michaelis; * 9. März 1944 in Swinemünde) ist eine deutsche Textilkünstlerin und Grafikerin.

Leben und Werk

Die Familie von Gudrun Michaelis flüchtete nach dem Zweiten Weltkrieg in die Sowjetische Besatzungszone. Gudrun erwarb an der Erweiterten Oberschule in Wolgast 1962 das Abitur und absolvierte von 1962 bis 1964 im VEB Textilwerke Mülsen eine Lehre als Kleiderstoff- und Buntweberin. Von 1964 bis 1969 studierte sie in der Fachrichtung Textil bei Willi Sitte an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein und erwarb das Diplom als Textilgestalterin im Bereich Raumtextil. 1970 heiratete sie. Sie wurde 1969 bzw. 1977 Mutter von zwei Söhnen.

Von 1970 bis 1973 war Gudrun Hanisch Fachlehrerin an der Fachschule für Angewandte Kunst Schneeberg. Nachdem sie dort aus politischen Gründen entlassen worden war, arbeitete sie bis 1980 freischaffend als Textilgestalterin in Wolgast und bis 1989 in Stralsund. Sie hatte in der Zeit der DDR mehrere Einzelausstellungen und war auf wichtigen Gruppenausstellungen vertreten, unter anderem 1987/1988 in Dresden auf der X. Kunstausstellung der DDR und 1983 in Göttingen auf der Ausstellung „Kunsthandwerk aus der DDR. Textilgestaltung – Holzgestaltung“.

1989 zog sie nach Bremerhaven und dann nach Gehrden. Von 1990 bis 1992 arbeitete sie als Vorarbeiterin bei KEKKOO-Mode in Hannover und daneben 1991/1992 freischaffend als Textilgestalterin in Gehrden. 1995 nahm sie ihren Wohnsitz in Hannover.

Von 1992 bis 2009 hatte sie in der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau eine Professur für Textilgestaltung. Seit dem Ausscheiden aus dem Hochschuldienst arbeitet sie freischaffend in Hannover.

Mitgliedschaften

Selbstreflexion

„Ich pendele in meinen Arbeiten zwischen Seidencollagen, Faltungen, Fotomontagen und Grafik hin und her. Die Grenzen zwischen ihnen sind fließend, so dass ich sie miteinander ins Gespräch bringen kann. Ich lass’ mich überraschen, wie sie miteinander agieren und viele neue Ausdrucksmöglichkeiten entstehen.“[1]

Werkbeispiele

  • Strukturen (1986, Applikationen für Fenster-Gestaltungen im Interhotel Warnow in Rostock; auf der X. Kunstausstellung der DDR)
  • Schwarz-Weiß (1985, Raumteiler, Glasseide, genäht, 200 × 166 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR)

Literatur

  • Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 312.

Einzelnachweis

  1. Gudrun Hanisch. In: Künstlerdatenbank und Nachlassarchiv Niedersachsen. Abgerufen am 12. November 2025.