Guartelá-Canyon
| Guartelá-Canyon
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Der Cânion Guartelá im Munizip Tibagi | ||
| Lage | Paraná, Brasilien | |
| Gewässer | Rio Iapó (→ Rio Tibaji → Rio Paranapanema → Rio Paraná) | |
| Geographische Lage | 24° 33′ 14″ S, 50° 15′ 56″ W | |
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| Besonderheiten | ||
Der Guartelá-Canyon, portugiesisch Cânión Guartelá, ist ein natürlicher Felscanyon des brasilianischen Bundesstaates Paraná rund 200 km von Curitiba, zwischen den Städten Castro und Tibagi.[1]
Der Canyon wurde durch den Rio Iapó gebildet und ist Teil der Trennlinie zwischen dem Primeiro Planalto Paranaense und dem Segundo Planalto Paranaense. Er durchschneidet die devonischen Sandsteine des Paraná-Beckens. Seine Länge beträgt etwa 30 km bei einer maximalen Breite von 450 m. Er gilt als sechstgrößter Canyon der Welt und als längster Brasiliens.[2]
Er ist eine der Attraktionen des 1992 gegründeten Parque Estadual do Guartelá, der den Erhalt des Canyons gewährleisten soll.[1]
Geologie
Der Guartelá-Canyon durchbricht die Devonische Steilstufe, die die Grenze zwischen dem ersten und zweiten Plateau von Paraná bildet. Diese Steilstufe ist das Ergebnis einer differentiellen Hebung, die durch tektonische Verwerfungen verursacht wurde.[3][4]
Die im Canyon freigelegten Felsen sind überwiegend sedimentär und gehören zur Furnas-Formation, die aus dem Unter- bis Mitteldevon stammt. Diese Formation besteht aus mittel- bis feinkörnigem Quarzsandstein, durchsetzt mit Peliten und Konglomeraten, die in Flusslandschaften von Schwemmlandebenen und Kanalsystemen mit geringer Flussgeschwindigkeit abgelagert wurden.[5]
Die Sedimentation der Furnas-Formation erfolgte im Rahmen einer regionalen Absenkung, begünstigt durch die aktive Tektonik jener Zeit, die mit der Entstehung von Pangaea und dem Hebungsprozess des südamerikanischen Kratons zusammenhing.
Neben den Sedimenten kommen in der Region vulkanische Gesteine der Castro-Gruppe (Ordovizium) vor, die das Fundament des Paraná-Beckens in der Region des Guartelá-Canyons bilden, darunter insbesondere Rhyolithe und Andesite, die im Flussbett des Iapó vorkommen. Die jüngeren Gesteine gehören zur Serra Geral-Formation (Oberjura bis Unterkreide) und kommen als Dämme vor, hauptsächlich aus Diabas, aber auch aus Mikrodiorit, Quarz-Mikrodiorit und porphyrischem Mikrodiorit.[2][4]
Das feuchte subtropische Klima mit seinen Regenperioden und milden Durchschnittstemperaturen begünstigt Prozesse wie Solifluktion und Erosion.[6]
Im paläogeografischen Kontext war das Gebiet des Guartelá-Canyons während des Paläozoikums Teil des Kontinentalrandes des Superkontinents Gondwana.[4]
Während der Entstehung des Paraná-Beckens, kam es zu magmatischen und vulkanischen Aktivitäten, die heutige Geomorphologie beeinflussten.
Die spätere tektonische Hebung der Devon-Steilstufe legte die Sedimentformationen frei und ermöglichte die Erosion durch den Rio Iapó, der im Laufe des Quartärs die Schlucht formte.[4]
Galerie
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Felsvorsprünge mit Fragmenten typischer heimischer Vegetation im Canyon.
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Hochebene Guartelá.
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Wasserfälle.
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Panoramablick auf Guartelá.
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Region Guartelá.
Literatur
- Mário Sérgio de Melo: SIGEP - Sitio 094 - Canyon do Guartelá, PR. Profunda garganta fluvial com notáveis exposições de arenitos devonianos. In: gov.br. sigep.cprm.gov.br (brasilianisches Portugiesisch).
Einzelnachweise
- ↑ a b Tibagi, um destino onde é possível sentir a natureza. In: gov.br. 2016, archiviert vom am 3. März 2016; abgerufen am 11. Juni 2021 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ a b Mário Sérgio de Melo: Canyon do Guartelá, PR - Profunda garganta fluvial com notáveis exposições de arenitos devonianos. Sítios Geológicos e Paleontológicos do Brasil, 2002, abgerufen am 14. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ Fernando Flávio Marques de Almeida et al: Estrutura e evolução tectônica do escudo brasileiro. Hrsg.: Revista Brasileira de Geociências. 2004.
- ↑ a b c d Edison Jose Milani et al.: Bacia do Paraná: Geologia, Estratigrafia e Evolução Tectônica. Hrsg.: Boletim de Geociências da Petrobras. 2007 (researchgate.net).
- ↑ Mapa Geológico do Estado do Paraná. Serviço Geológico do Brasil, 2021, abgerufen am 14. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ Atlas Nacional do Brasil: Geomorfologia e Geologia. Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, abgerufen am 14. November 2025.