Guadalcanal-Affengesichtflughund
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Zeichnung des Kopfes aus einem Werk von Joseph Smit | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pteralopex atrata | ||||||||||||
| Thomas, 1888 |
Der Guadalcanal-Affengesichtflughund (Pteralopex atrata) ist ein auf der zu den Salomonen zählenden Insel Guadalcanal endemisches Fledertier in der Gattung der Affengesichtflughunde.[1] Ein auf New Georgia gefundener Schädel legt nahe, dass dort eine Population existierte oder existiert.[2]
Da die Salomon-Inseln seit längerer Zeit voneinander getrennt sind, sind ähnliche Flughunde aufgrund der allopatrischen Artbildung entstanden, die in neueren Abhandlungen als Bougainville-Affengesichtflughund (Pteralopex anceps) und Flannery-Affengesichtflughund (Pteralopex flanneryi) gelistet werden.[3]
Merkmale
Dieser schwanzlose und mittelgroße Flughund erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 195 bis 237 mm und ein Gewicht von 438 bis 504 g. Die Unterarme sind 129 bis 147 mm lang, die Hinterfüße erreichen etwa 43 mm Länge und die Länge der Ohren liegt zwischen 15 und 20 mm. Typisch ist ein großer Kopf mit abgeplattetem Haupt. Das Gesicht ist durch eine gedrungene und nur leicht behaarte Schnauze gekennzeichnet, in der die Nasenlöcher nach außen zeigen. In den recht kleinen Augen, die nach vorn gerichtet sind, sind rotbraune Regenbogenhäute vorhanden. Der obere Teil des Kopfes trägt dagegen ein kurzes dichtes Fell mit schwarzbrauner Farbe. Der Mantel aus längeren Haaren um die Schultern ist schwer zu erkennen, da er wie das Fell auf dem restlichen Rücken schwarz ist. Unterhalb der fast nackten Kehle setzt sich das schwarze Fell auf Brust und Bauch fort. Eine Schwanzflughaut gibt es im Leistenbereich und auf dem oberen Teil der Beine nicht. Am Rest der Beine ist sie sehr schmal. Der Guadalcanal-Affengesichtflughund hat schwarzbraune Flügel, gelegentlich mit helleren Punkten, und wie viele Flughunde eine Putzkralle am zweiten Finger. Die Art hat einen dicken Schnauzenteil am Schädel. Auffällig ist die kleine Nasenöffnung. Auf dem Gaumen sind 14 Querwülste vorhanden, von denen die Erste und einige im hinteren Bereich aufgeteilt sind. Typisch für das kräftige Gebiss sind viele Kuppen an den Prämolaren und Molaren.[3]
Verbreitung und Lebensweise
Die Art bewohnt das Flach- und Hügelland bis 400 Meter Höhe. Sie hält sich in tropischen Regenwäldern auf und besucht Plantagen sowie Gärten. Der Flughund versteckt sich am Tage in Baumhöhlen und geht nachts auf Nahrungssuche. Ob Kolonien oder kleinere Gruppen gebildet werden, ist nicht bekannt. Fressende Exemplare wurden gegen 21:30 Uhr gesichtet. Die Nahrung besteht aus unreifen Mangos, Feigen, Früchten der Galipnuss und vermutlich anderen Früchten mit harter Schale. Zur Fortpflanzung liegen keine Daten vor.[3][2]
Gefährdung
Der Bestand ist durch Waldrodungen und durch Jagd zur Fleischgewinnung bedroht. Laut Schätzungen nahm die Gesamtpopulation in den 20 Jahren vor 2013 mit 50 Prozent ab. Die IUCN listet den Guadalcanal-Affengesichtflughund als stark gefährdet (endangered).[2]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Pteralopex atrata).
- ↑ a b c Pteralopex atrata in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017. Eingestellt von: Lavery, T.H., 2016. Abgerufen am 7. Dezember 2025.
- ↑ a b c Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 127–128 (englisch, Pteralopex atrata).