Gruta de Ubajara
| Gruta de Ubajara
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| Weg zur Grotte | ||
| Lage: | Nationalpark Ubajara, Ceará, Brasilien | |
| Höhe: | 535 m | |
| Geographische Lage: |
3° 45′ 57,6″ S, 40° 53′ 52,8″ W | |
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| Geologie | Kalkstein | |
| Typ | Karsthöhle | |
| Entdeckung | 18. Jhd. | |
| Beleuchtung | ja | |
| Gesamtlänge | ca. 1.120 m | |
| Länge des Schau- höhlenbereichs |
ca. 420 m | |
Die Gruta de Ubajara ist eine Kalksteinhöhle im Nationalpark Ubajara im nordwestlichen Teil des brasilianischen Bundesstaates Ceará. Sie zählt zu den bekanntesten Höhlen Nordostbrasiliens und ist eine der wichtigsten geologischen und touristischen Attraktionen der Serra da Ibiapaba.
Lage
Die Höhle liegt am Steilhang oberhalb der Serra da Ibiapaba auf dem Gebiet der Gemeinde Ubajara. Der Eingangsbereich liegt auf einer Höhe von etwa 535 m über dem Meeresspiegel, gut 500 m unterhalb der höher gelegenen Teile des Parks.
Die Gruta de Ubajara ist über eine Seilbahn oder zu Fuß in rund 1,5 Stunden über einen steilen Wanderweg vom Park aus erreichbar.[1] Der Weg führt zunächst durch feuchten saisonalen Regenwald mit vielen Babassupalmen, aus deren Früchten Öl gewonnen wird, unten durch die für den trockenen Sertão typische Caatinga-Vegetation.[2]
Geologie
Die Gruta de Ubajara ist eine typische Karsthöhle, die im Kalkgestein entstanden ist. Ihre Entstehung ist auf chemische Lösungsprozesse zurückzuführen, bei denen leicht saures Wasser das Kalkgestein über lange Zeiträume hinweg aufgelöst hat.
Das Höhlensystem weist mehrere Galerien, Hallen und Nebenräume auf und erreicht eine erforschte Gesamtlänge von rund 1.120 Metern. Für Besucher im Rahmen der geführten Touren begehbar und beleuchtet sind rund 420 Meter. Der restliche Höhlenbereich ist nur für Forschungen zugänglich und nicht öffentlich begehbar.[1]
Höhlenstrukturen
Im Inneren der Gruta de Ubajara finden sich zahlreiche Tropfsteinbildungen, darunter Stalaktiten, Stalagmiten und Säulen. Daneben sind Sintervorhänge, Becken und unterschiedlich geformte Kalkablagerungen vorhanden. Die einzelnen Abschnitte der Höhle tragen Bezeichnungen, die sich auf ihre Form oder ihr Erscheinungsbild beziehen.[1]
Geschichte
Die Gruta de Ubajara war bereits vor der europäischen Kolonisation bekannt und wurde von der indigenen Bevölkerung der Region genutzt. Schriftliche Erwähnungen stammen aus dem 18. Jahrhundert, als Naturforscher und Reisende begannen, die Höhle zu beschreiben. Damals unternahmen Portugiesen Expeditionen, um nach Mineralien zu suchen. Da sie keine fanden, hat sich das Innere der Grotte erhalten. Später hingegen hinterließen lokale Bewohner Graffiti an den Felswänden, brachen Tropfsteine ab und nahmen sie als Souvenirs mit. Mit der Einrichtung des Nationalparks Ubajara im Jahr 1959 wurde die Höhle unter staatlichen Schutz gestellt.[3]
Fauna
Die Höhle dient zahlreichen Tierarten als Lebensraum, insbesondere verschiedenen Fledermausarten, die die Gruta de Ubajara als Ruhe- und Fortpflanzungsstätte nutzen. Darüber hinaus kommen spezialisierte wirbellose Höhlenorganismen vor, die an die lichtarmen und feuchten Bedingungen angepasst sind.[1]
2013 entdeckte ein Team um den Zoologen Adalberto J. Santos in der Höhle einen nur wenige Millimeter großen Zwerggeißelskorpion, der nach dem Fundort Rowlandius ubajara genannt wurde.[4]
Touristische Nutzung
Die Gruta de Ubajara ist für Besucher zugänglich. Der Zugang erfolgt über markierte Wege innerhalb des Nationalparks, es besteht eine Seilbahnverbindung zwischen dem oberen Parkbereich und dem Höhleneingang. Der Besuch ist nur im Rahmen einer Führung möglich und unterliegt den Vorgaben der Parkverwaltung zum Schutz der geologischen Strukturen und der Höhlenfauna.[5] Etwa 20 Zentimeter über Bodenhöhe sind links und rechts des Weges Leinen angebracht, an denen man sich im Fall eines Stromausfalls dem Ausgang entgegen tasten kann.
Bilder
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Seilbahn zur Grotte
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Siehe auch
Literatur
- Instituto Chico Mendes de Conservação da Biodiversidade (ICMBio): Plano de Manejo do Parque Nacional de Ubajara. Brasília.
- Karmann, I.; Sánchez, L. E.: Speleologie und Karst in Brasilien. São Paulo.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Instituto Chico Mendes de Conservação da Biodiversidade (ICMBio): Plano de Manejo do Parque Nacional de Ubajara, Brasília. Instituto Chico Mendes
- ↑ Siegfried Jansel: Ubajara Nationalpark - Sigibrasil. In: sigibrasil.com. Abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ Instituto Chico Mendes de Conservação da Biodiversidade (ICMBio): Parque Nacional de Ubajara – Informações históricas.
- ↑ Jeremy Hance: Two new arachnids discovered in Brazilian caves (photos). In: news.mongabay.com. 29. Mai 2013, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Instituto Chico Mendes de Conservação da Biodiversidade (ICMBio): Uso público no Parque Nacional de Ubajara.