Grumbach (Wurzbach)

Grumbach
Stadt Wurzbach
Koordinaten: 50° 26′ N, 11° 30′ O
Höhe: 701 m
Einwohner: 154 (Dez. 2024)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1999
Postleitzahl: 07343
Vorwahl: 036652

Grumbach ist ein Ortsteil der Stadt Wurzbach im Saale-Orla-Kreis in Thüringen.

Geografie

Die Gemarkung von Grumbach liegt bis zu 724 m über NN und der Ort an der Landesstraße 2373 sowie teilweise am Rennsteig. Das Hochtal im Thüringer Schiefergebirge befindet sich kurz vor der Nordabdachung des Frankenwaldes.

Geschichte

1616 wurde der Ort erstmals erwähnt.[2] Die Ansiedlung entstand um eine Glashütte, die Glasmacher Christoph Müller und Peter Greiner aus Lauscha 1615 als Wanderglashütte in Dürrenbach an der Hohen Tann bei Wurzbach, in der heutigen Gemarkung errichtet hatten. Der entstehende Ort wurde Glashütte genannt.

1713 bauten die Bewohner eine Schule. Im gleichen Jahr wurde die Ansiedlung erstmals als Grumbach bezeichnet. 1737 erfolgte die eigentliche Ortsgründung. Die Schiefergewinnung, Waldarbeit, Tourismus sowie Winter- und Sommersport waren die Haupteinnahmequellen für den Lebensunterhalt der Bewohner.[3]

Der Ort gehörte zur reußischen Herrschaft Ebersdorf zeitweise der Linien Reuß-Lobenstein und Reuß-Ebersdorf.[4] 1848 kam der Ort zum Fürstentum Reuß jüngerer Linie, ab 1852 zum Landratsamt Schleiz und 1919 zum Volksstaat Reuß.[5] Seit 1920 gehört der Ort zu Thüringen.

Mitte des 19. Jahrhunderts hatte der Ort etwa 270 Einwohner.

Der Grumbacher Anzeiger

Von 1868 bis Ende 1869 gab es in Grumbach eine eigene Lokalzeitung, den Grumbacher Anzeiger. Den hatte der junge Lehrer E. Spindler als „Redakteur und Verleger“ ins Leben gerufen und herausgegeben, wobei er alle Exemplare mit Hand schrieb. Als die Zahl der Abonnenten stieg, half Spindler der Schüler Wild, der später Apotheker in Bad Köstritz wurde.

Neben Tagesneuigkeiten enthielt das Blatt Erzählungen, Anzeigen und regelmäßig ein Rätsel, zu dem in der folgenden Ausgabe die Namen der Personen mitgeteilt wurden, die es richtig gelöst hatten. Im Kopf der Zeitung stand: „Der Grumbacher Anzeiger erscheint wöchentlich einmal und zwar am Dienstag. Der Pränumerations Preis beträgt vierteljährlich 2 Sgr.[6] oder 7 Kreuzer. Sechszeilige Anzeigen kosten einen Pfennig.“

Die Zahl der Leser stieg rasch an und erstreckte sich auch auf die umliegenden Dörfer. Da er diesen Bedarf nicht decken konnte, forderte Spindler die Leute auf, Lesegemeinschaften zu bilden oder den Anzeiger von Haus zu Haus weiterzureichen. Spindler zog dann weg, was das Ende des Blatts bedeutete.

Im Museum Schloss Burgk befinden sich 13 Ausgaben des Grumbacher Anzeigers.

Literatur

  • Robert Hänsel: Die Glashütte und Entstehung des Dorfes Grumbach in Glashütten im reußischen Oberlande, Schleiz 1925
  • Manfred Ungelenk: Der Grumbacher Anzeiger. Eine Kuriosität in der Geschichte des Zeitungswesens. In: Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie. Berlin, Vierundvierzigstes Heft, 1971, S. 54–57
Commons: Grumbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Ortsteil Grumbach. In: Webauftritt. Abgerufen im November 2025.
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 104.
  3. Website der Gemeinde Wurzbach, abgerufen am 13. November 2011
  4. Johann Ernst Fabri: Geographie für alle Stände. Theil 1, Band 4: Welcher die Fortsetzung und den Beschluß vom Obersächsischen Kreise enthält. Schwickert, Leipzig 1793, S. 882.
  5. Das Landratsamt Schleiz im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. November 2024; abgerufen am 7. November 2025.
  6. Anmerkung: Silbergroschen