Grumbach (Edelfreie)

Die edelfreien Herren von Grumbach (oder Edelfreie von Grumbach) gehörten zu den bedeutendsten Dynastiegeschlechtern in Franken und starben 1243 im Mannesstamme aus. Sie sind von den Ministerialen von Grumbach, einer Linie der fränkischen Uradelsfamilie Wolffskeel, zu unterscheiden.

Geschichte

Der Stammsitz der Grumbach war das Dorf Burggrumbach bei Unterpleichfeld.[1] Ein Ebo als Vogt des Kloster Neustadt am Main wird in der Urkunde von 1000 April 10, erwähnt.[2] In einer Würzburger Urkunde von 1057 wird ein „Ebo et Marcuuardus milites“ erwähnt.[3] Eine weitere urkundliche Erwähnung der Edelfreien von Grumbach stammt aus dem 11. Jahrhundert. Im Jahr 1095 August 3 taucht ein Marquard als Vogt des Kloster Neustadt am Main auf.[4] 1099 August 24 erscheint ein Marcwart als Vogt des Klosters Schlüchtern. Und die Urkunde von 1100 o.T., in der Marcward als Vogt des Klosters Neustadt am Main erwähnt wird, ist laut Johanek eine Fälschung des Würzburger Bischof Embricho. Sein Sohn Markward II. ließ 1150 die Burg Rothenfels erbauen.[5] Er war treuer Gefolgsmann der Staufer und nahm 1156 an der Hochzeitsfeier Friedrich Barbarossas in Würzburg teil.[6] Markward III. wurde 1164 von Kaiser Barbarossa zum Statthalter der Lombardei ernannt. Im Jahr 1243 starb die Familie im Mannesstamme mit Albert, Herr zu Rothenfels, aus. Ihre aus einem Burgmannengeschlecht, das im Dienst der Edelfreien von Grumbach gestanden hatte, stammenden Nachfolger nannten sich ebenfalls „von Grumbach“. Die Besitzungen gingen durch Bischof Gottfried III. 1317 auf den Grafen Ludwig V. von Rieneck († 1333)[7] über, der mit der Tochter Alberts, Adelheit (Udelhilt), verheiratet war.

Wappen

Albert I. führt in seinem Schild (des betreffenden Siegels bediente sich 1219 und 1226 Heinrich von Rotenfels) einen wellenförmigen Schrägrechtsbalken, dessen Ränder ausgezackt und mit Lilien besetzt sind. Derselbe Albert siegelte 1176 dann mit einem Adler.[8] Die Tingierung ist unbekannt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Christine Demel: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 136 f. (Die Grumbach’schen Händel oder der Markgräfler Krieg 1552–1554).
  2. Urkunde D O III 354, im Text das Genitiv Eben
  3. MB 37,67; Es deutet viel darauf hin, dass die Edelfreien von Grumbach die Vogtei des Kloster Neustadt am Main schon um 1000 besaßen
  4. Kraus, Johann Adolph, Die Benediktinerabtei Neustadt am Main. S. 104
  5. Siehe zu Markward II.: Friedrich Hausmann: Markward II. von Grumbach. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 7. Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 211 (deutsche-biographie.de).
  6. Christine Demel: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. 1999, S. 136.
  7. Christine Demel: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 116 und 136 f.
  8. Gustav Adelbert Seyler, J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, VI. Band, 1. Abteilung, 1. Teil; Abgestorbener Bayrischer Adel, Bauer & Raspe, 1884, S. 41, Tafel 39.