Grube Helene (Friedrichsthal)
| Grube Friedrichsthal | |||
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| Allgemeine Informationen zum Bergwerk | |||
| Grube Helene (1907), im Bild oben die katholische Kirche Bildstock | |||
| Abbautechnik | Untertagebau | ||
| Informationen zum Bergwerksunternehmen | |||
| Betriebsbeginn | 1856 | ||
| Betriebsende | 1932 oder 1935 | ||
| Nachfolgenutzung | Wohngebiet | ||
| Geförderte Rohstoffe | |||
| Abbau von | Steinkohle | ||
| Steinkohle | |||
| u. a. Motz | |||
| Geographische Lage | |||
| Koordinaten | 49° 19′ 46,6″ N, 7° 5′ 37,2″ O | ||
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| Gemeinde | Friedrichsthal (Saar) | ||
| Land | Land Saarland | ||
| Staat | Deutschland | ||
Die Grube Helene (auch Grube Friedrichsthal) war ein Steinkohlebergwerk im saarländischen Friedrichsthal (Saar). Die erhaltenen Bauwerke stehen heute unter Denkmalschutz.[1]
Geschichte
Die Friedrichsthaler Gruben wurde Mitte des 18. Jahrhunderts unter fürstlicher Verwaltung gegründet, um im Tagebau Kohlen für die Feuerung der Friedrichsthaler Glashütten zu gewinnen. Nach 1817 wurden die Gruben von der französischen Administration durch den preußischen Bergfiskus übernommen. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie zwischen Saarbrücken und Neunkirchen Anfang der 1850er-Jahre verbesserten sich die Absatzmöglichkeiten deutlich und der Steinkohlebergbau gewann an Bedeutung. Der industrielle Abbau begann Mitte des 19. Jahrhunderts.
Zu den frühen Zeugnissen der Grube gehört das Stollenmundloch des Grühlingsstollens, das 1856 in historisierender Sandsteinarchitektur mit Türmchen und Zinnen ausgeführt wurde. Erhalten ist auch der Stollenmund des Eingangsstollens zum Schacht Helene, der im Zeitraum 1910 bis 1920 angehauen wurde.[2]
Der Schacht Helene I wurde ab 1857 bis 185 Meter abgeteuft, Helene II ab 1858 bis auf 687 Meter.[2] Anfang noch als Wetterschacht niedergebracht, wurden diese bald zu eigenständigen Förderschächten der „Preußischen Staatsgrube Friedrichsthal“ ausgebaut, die zur „Grube Helene“ zusammengefasst wurden. Während im Schacht I nur Flammkohle gefördert wurde, wurde der Schacht II nach seinem Durchschlag bis zur dritten Sohle der Grube Maybach auch Fettkohle gefördert.[3]
Im Jahr 1858 wurde ein Ventilatorschacht im Bereich der heutigen Eisenbahnlinie Saarbrücken–Neunkirchen angehauen, der rund 35 Meter tief war. Wegen seiner geringen Teufe verschwand er durch den Bau der neuen Trasse der Eisenbahnstrecke vollkommen. Erst im Jahr 1935 wird ein Bergeschacht angehauen. Die Teufe betrug 20,00 m, sein Durchmesser 3,00 m. Er diente zum Einbringen des Versatzes. Schon 1868 bekam die Grube einen Hilfsschacht, der bis 1938 offen war. Zur Grube gehörte auch ein Gegenortschacht am Anfang der heutigen Grubenstraße mit einer Teufe von 96 Metern, der eine Verbindung vom Franzschacht zu den Helenenschächten herstellte.[4]
Im Jahr 1928 wurde zunächst Helene II, dann 1932 (oder 1935 auch Helene I) von der französischen Grubenverwaltung „Mines de la Sarre“ " stillgelegt, die Abbau der Flöze von der Grube Maybach übernommen.[2]
Bis in die 1970er Jahre blieb das Gelände im Eigentum der Saarbergwerke, die es dann an die Stadt veräußerten, die hier ein Baugebiet entwickelte.[5]
Erhaltenen Bauwerke
Erhalten sind das Fördermaschinenhaus aus Bruchsteinen (1860) des 1857 abgeteuften Schachtes I der Grube Friedrichsthal und das Inspektionsgebäude der Inspektion IX Friedrichsthal-Quierschied (Zum Grühlingsstollen 2).[2] Erhalten ist außerdem das Stollenmundloch des Grühlingsstollens.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Denkmalliste des Saarlandes, Landesdenkmalamt des Saarlandes, 1. Juli 2022, S. 206 (PDF)
- ↑ a b c d Gruben Friedrichsthal und Maybach, Memotransfront, abgerufen am 14. November 2025
- ↑ Werner Loos: Zur Geschichte des Bergbaus in Friedrichsthal. In: Christian Jung, Werner Klär: Friedrichsthal. Eine Zeitreise. SDV Verlag, Saarbrücken 1999, S. 22–26
- ↑ Die Stadt Friedrichsthal und ihre Gruben. In: Stadt Freidrichsthal. Archiviert vom ; abgerufen am 14. November 2025.
- ↑ Werner Loos (1999), S. 26